Volkach

Finnen freuen sich auf Europa-Tage der Musik – und die Hitze

2000 Musiker bringen Volkach am Wochenende zum Klingen. Und Familie Stürzenberger bringt finnische Volksmusik an die Mainschleife. Ein Telefongespräch mit Seinäjoki.
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Zuhause in Seinäjoki: Teresa Stürzenberger (Gesang und Säge) hat das Foto mit dem Selbstauslöser aufgenommen, am Klavier sitzt ihre jüngere Schwester Iris. Foto: Teresa Stürzenberger

Angenehme 20 Grad hat es im finnischen Seinäjoki derzeit. Familie Stürzenberger wagt sich von dort dennoch rund 2000 Kilometer gen Süden. Denn im heißen Volkach sind von Freitag bis Sonntag die Europa-Tage der Musik   mit 2000 Teilnehmern – und die Musiker-Familie ist ein Teil davon. Auf welches Konzert sie sich selbst am meisten freuen und was die Zuhörer von finnischer Volksmusik erwarten dürfen, haben uns Vater Detlev und Tochter Teresa Stürzenberger in einem Telefonat von Finnland aus verraten.

Hei! Stellen Sie sich doch bitte kurz vor.

Detlev Stürzenberger (DS): Ich lebe seit 20 Jahren in Finnland und unterrichte in Seinäjoki, der finnischen Partnerstadt von Schweinfurt, Saxophon und dirigiere ein Blasorchester an der Musikschule. Zudem lehre ich Saxophon in der Musikschule der Nachbarstadt Lapua. Von dort kommt die finnische Volksmusikgruppe Plakkari, die mit uns bei den Europa-Tagen der Musik in Volkach ist. 

Wie kam der Kontakt zu Volkach zustande?

DS: Ich komme aus Oberthulba und habe zehn Jahre im Symphonischen Blasorchester in Unterpleichfeld gespielt und unterrichtet. Damals noch unter der Leitung meines Freundes und Mentors Ernst Oestreicher . Er hat mich letztes Jahr kontaktiert und gefragt, ob ich nicht etwas zu den Europa-Tagen nach Volkach bringen könnte. Ich habe ihm meine Töchter vorgeschlagen: Teresa (20 Jahre) singt und spielt Säge, meine jüngere Tochter Iris (17 Jahre) sitzt am Klavier.

Wann und wo sind sie zu hören?

DS: Sie treten am Freitag um 15 Uhr und am Samstag um 14.15 Uhr im Innenhof der Mädchenrealschule zusammen mit der Gruppe Plakkari auf. Diese besteht aus sechs Geigen, zwei Akkordeons, einem Harmonium und einem Kontrabass. Außerdem gestalten wir mit anderen Gruppen am Samstag um 12 Uhr die Livesendung des Bayerischen Rundfunks am Marktplatz.

Was erwartet die Zuhörer bei Ihren Konzerten in Volkach?

Teresa Stürzenberger (TS): Iris und ich spielen finnische Volkslieder. Das dürfte für viele Zuhörer ungewohnt sein. Die Musik ist recht melancholisch.

Hören Sie sich auch andere Konzerte an?

DS: Ja, natürlich! Das interessanteste Konzert ist bestimmt die Feuerwerksmusik am Freitag.
TS: Und auf die Bundeswehr-Bigband freuen wir uns auch.

Was erwarten Sie Ihrerseits von den Europa-Tagen der Musik in Volkach?

TS: Ich erwarte gute Musik, möchte neue Leute kennenlernen und werde einfach Spaß haben.

DS: Für mich ist es auch eine Möglichkeit, viele ehemalige Freunde zu treffen. Manche habe ich über 20 Jahre nicht gesehen.

Nutzen Sie die Zeit in der alten Heimat dann noch für einen Urlaub?

TS: Ja, wir bleiben danach noch fünf Tage in Deutschland.
DS: Zum Beispiel fahren wir zum Aladdin-Musical nach Stuttgart.

Am Wochenende bleibt es bei 30 Grad. Ist das schwierig für Sie beim Musizieren?

DS: Das ist schon ganz schön heiß. Über 30 Grad im Schatten steigen die Temperaturen normalerweise hier in Seinäjoki nicht. Außerdem kann es in den finnischen Trachten schon warm werden.
TS: Ach, das geht schon. Hier in Finnland ist es immer zu kalt für mich. Ich genieße das.

Warum sollte man die Europa-Tage der Musik trotz der Hitze keinesfalls verpassen?

DS: Sie sind ein Platz, um Musiker aus anderen Ländern zu treffen und andere Musik zu hören. Ich persönlich habe meine finnische Frau Johanna, die  Klarinetten-Lehrerin an der Musikschule Seinäjoki ist, durch einen Konzert-Austausch kennengelernt. Ganz klar: Musik verbindet.

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