PRICHSENSTADT

Finanzielles Korsett wird enger

Das finanzielle Korsett der Stadt Prichsenstadt ist eng, lässt aber der Stadt selbst noch genug Luft zum Atmen. Das zeigt der erste Entwurf des Haushaltes 2016.
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Prichsenstadt Westtor Stadttor
Prichsenstadt Westtor Stadttor Foto: Hans Rössert

Das finanzielle Korsett der Stadt Prichsenstadt ist eng, lässt aber der Stadt selbst noch genug Luft zum Atmen. In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses stellte Kämmerer Marco Kölln den ersten Entwurf des Haushaltes 2016 vor. Der wird bei gut 12,1 Millionen Euro liegen, wobei der Verwaltungshaushalt gut 6,5 Millionen Euro und der Vermögenshaushalt etwa 5,6 Millionen umfasst. Die Schlüsselzuweisung fällt, sehr zur Freude des Kämmerers, mit 869 000 Euro höher aus als erwartet. Der Schwerpunkt der Sitzung war jedoch nicht der eigentliche Haushalt, sondern der Investitionsplan der Stadt für die nächsten vier Jahre. Die Ergebnisse werden nun in den Fraktionen weiter besprochen.

Mit der Kanalsanierung in der Altstadt und dem Anschluss der Kläranlage Neudorf an die Gruppe kommen die dicksten Brocken auf die Stadt zu. Allein 4,5 Millionen Euro werden in den kommenden vier Jahren für die neuen Kanäle der Altstadt fällig. „Deshalb mussten wir auch einen Kredit von 3,7 Millionen Euro aufnehmen“, erklärte der Kämmerer. Die Schulden werden in den nächsten Jahren natürlich auch steigen und an der Sechs-Millionen-Marke kratzen. Nach einigen Rechenspielen kam Kölln zu der Ansicht, dass der Haushalt vom Landratsamt wohl auch genehmigt würde.

Pläne zur Einsparung

Angesichts der anstehenden Schulden kann sich die Stadt natürlich keine großen Sprünge leisten. Erspartes ist aber auch nicht mehr großartig vorhanden, so dass ein Vorschlag von Ratsmitglied Wolfgang Brosche auf Sympathie im Ausschuss stieß. Im Plan finden sich 500 000 Euro für Kanalreparaturen der Schadensklassen zwei bis fünf, „und das können wir auch billiger haben, wenn wir das ohne einen Planer durchführen lassen“. Demnach sollen die Bilder einer (noch ausstehenden) Kanalbefahrung vom Stadtrat gemeinsam mit auf Reparaturen spezialisierten Firmen angeschaut werden, „und die werden dann um Angebote gebeten“. Dann, so Brosche weiter, bräuchte es keinen Planer, auf den er bei der aktuellen Kanalsanierung der Altstadt gern verzichtet hätte.

Bei solchen Großprojekten, entgegnete Bürgermeister René Schlehr, „können wir nun mal nicht auf die Architekten verzichten“. Die lobte er im selben Atemzug für ihre bisherige Arbeit, „wir liegen zu hundert Prozent im Plan, und der zügige und unproblematische Einbau des Entlastungsbecken hat schon Vorzeigecharakter“. Ein weiterer Punkt war erneut die Kläranlage in Neudorf, die ersetzt wird durch eine Kanaltrasse in Richtung Neuses am Sand.

In der Bürgerversammlung, so Schlehr in der Ausschusssitzung, „haben einige Bürger behauptet, beim Bau dieser Trasse nicht gefragt worden zu sein“. Das stimme definitiv nicht, „bei der Stadt liegen Dokumente mit Datum und Unterschrift, und das belegt, dass die Bürger gefragt worden sind“.

Eventuelle Einigung

Vielleicht, so die Hoffnung des Bürgermeisters, „können wir uns jetzt mit ihnen einigen, was die Trassenführung durch diverse Grundstücke angeht“.

Es gäbe natürlich noch viele Wünsche, die die Bürger an den Bürgermeister herangetragen hätten, sagte Schlehr. „Leider können wir nicht alle davon erfüllen, wir werden aber dennoch sehen, dass wir mit unseren finanziellen Möglichkeiten die Großgemeinde voran bringen.“

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