KALTENSONDHEIM

Feuerwehrhaus-Bau wird nicht verschoben

Schon im Vorfeld der Sitzung des Biebelrieder Gemeinderates in Kaltensondheim sorgte ein Antrag für Aufsehen: Ratsmitglied Erhard Müller hatte in einem Schreiben an Bürgermeisterin Renate Zirndt vorgeschlagen, den geplanten Bau des Biebelrieder Feuerwehrhauses „auf unbestimmte Zeit“ zu verschieben. Grund: die angespannte Finanzlage der Gemeinde und die anstehende kostenträchtige Erweiterung des Kindergartens.
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Planung beschlossen: Der Entwurf des Ingenieurbüros Plannasch für das Feuerwehrhaus Biebelried sieht drei Stellplätze für Feuerwehrfahrzeuge vor. Ganz links der Anbau des Jugendraums. Foto: Foto: Torsten Schleicher

Schon im Vorfeld der Sitzung des Biebelrieder Gemeinderates in Kaltensondheim sorgte ein Antrag für Aufsehen: Ratsmitglied Erhard Müller hatte in einem Schreiben an Bürgermeisterin Renate Zirndt vorgeschlagen, den geplanten Bau des Biebelrieder Feuerwehrhauses „auf unbestimmte Zeit“ zu verschieben. Grund: die angespannte Finanzlage der Gemeinde und die anstehende kostenträchtige Erweiterung des Kindergartens.

Der Antrag war nicht zuletzt deshalb umstritten, weil Müller bisher allen Planungen für das Feuerwehrhaus zugestimmt hatte. Bürgermeisterin Renate Zirndt war es gewesen, die in der Haushaltsberatung Ende 2010 auf die möglicherweise zu hohe finanzielle Belastung durch den Bau hingewiesen, im Rat aber überstimmt worden war. In der Sitzung äußerte sich Zirndt „überrascht“ von Müllers Antrag und warnte angesichts der fortgeschrittenen Planung vor einem Stopp des Vorhabens: Ob es zu einem späteren Zeitpunkt noch Fördermittel fürs Feuerwehrhaus geben werde, sei „nicht abschätzbar“.

Erhard Müller wiederholte seine Argumente für einen Aufschub des Vorhabens. Damit fand er im Gremium jedoch kein Gehör. Ratsmitglied Manfred Kleinschrodt fand gar der Worte genug gewechselt: „Darüber brauchen wir nicht mehr zu diskutieren. Den Bau noch mal zurückzustellen, ist nicht zumutbar. Das kann man nur ablehnen.“ Kleinschrodts Ratskollege, der Biebelrieder Feuerwehrkommandant Matthias Manger, verwies darauf, dass das jetzige Haus praktisch schon seit seinem Bestehen sicherheitstechnischen Vorschriften nicht entspreche. „Wir schieben den Bau jetzt schon seit 30 Jahren hinaus“, sagte er, das neue Haus müsse jetzt kommen.

Bei der Abstimmung fand Müller im stellvertretenden Bürgermeister Jochen Kuhstrebe nur einen einzigen Befürworter seiner Idee, alle anderen Ratsmitglieder und Bürgermeisterin Zirndt lehnten den Vorstoß ab. Jochen Kuhstrebe hatte zuvor noch die staatliche Förderpraxis kritisiert. Den Zuschuss von 50 000 Euro je Fahrzeug-Stellplatz – drei davon soll es in Biebelried geben – nannte Kuhstrebe lächerlich und vermutete, dass die Gemeinde trotz Zuschuss auf Kosten von einer halben Million Euro sitzen bleiben werde. „Der Zuschuss müsste den Einsätzen der Feuerwehr entsprechen“, sagte er und spielte damit auf die hohen Einsatzzahlen der Biebelrieder Wehr an, die wegen der Nähe zur Autobahn viel öfter ausrücken muss als andere Wehren.

Im Anschluss schuf der Rat in Sachen Feuerwehrhaus dann auch gleich noch Tatsachen und vergab die Rohbauarbeiten. Zum Zuge kommt hier die Firma Rank (Kitzingen), die ein Angebot über rund 284 000 Euro abgegeben hatte.

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