„Wir im Landkreis können stolz sein auf unsere Feuerwehren und die Frau Bürgermeisterin auf die Herrnsheimer Wehr“, befand stellvertretender Landrat Wilhelm Sturm am Sonntag in der Jahreshauptversammlung des Herrnsheimer Feuerwehrvereins. Sturm war es eine angenehme Aufgabe, mit Ernst Lampert einen verdienten Kameraden zu ehren.

Lampert erhielt das staatliche Ehrenzeichen in Gold für 40 Jahre Dienstzeit. Sturm lobte Lampert als sehr engagierten Bürger, der sich weit über die Feuerwehr hinaus einbringe. Kommandant Artur Stumpf würdigte die Tatkraft und Zuverlässigkeit Lamperts und überreichte ihm einen Ehrenteller. Bürgermeisterin Ingrid Reifenscheid-Eckert schloss sich mit einem Weinpräsent an und Vereinsvorsitzender Karsten Neubert ernannte Lambert zum neuen Ehrenmitglied.

Karsten Neubert konnte zahlreiche Vereinsmitglieder des 130 Jahre alten Vereins und auch Kreisbrandmeister Karl Volland in der Marktschänke begrüßen. Schriftführer Bernhard Thierauf ging auf das Vereinsjahr ein und kündigte in eigener Sache an, nach 20-jähriger Tätigkeit seinen Posten aus beruflichen Gründen zur Verfügung stellen zu wollen. Auf Vorschlag des Vereinsvorsitzenden wird bis zu den turnusgemäßen Neuwahlen in zwei Jahren stellvertretender Vorsitzender Edgar Götzelmann die Schriftführer-Aufgaben kommissarisch mit übernehmen. Kassier Friedrich Ramming wies einen dreistelligen Jahresüberschuss für das Jahr 2011 aus. Neben Schulungsabenden und Übungen absolvierten zwei Gruppen im August erfolgreich Leistungsprüfungen. Außer einem brennenden Kaugummi-Automaten und überhitzten Ofenrohr gab es 2011 keinen Ernstfall, informierte Kommandant Stumpf.

Der Kommandant gab zu bedenken, dass sich die Einsatzstärke tagsüber problematisch gestalte. „Wir müssen durch eine vernünftige Einsatzplanung solche Probleme mit Nachbarwehren lösen“, schlug Kreisbrandrat (KBR) Roland Eckert vor. Jugendwart Martin Greulich erläuterte das umfangreiche Übungsprogramm der Jugendgruppe mit einem relativ großen Mädchenanteil. Die Jugend schaffte problemlos die Jugendleistungsspange und den Wissenstest. Die Arbeit zahlte sich aus, wechselten doch mehrere Jungwehrler zu den Aktiven über. Der Vorsitzende blickte auf den Feuerwehrball, die Wanderung mit Grillfest, das Bremserfest und einen Erste-Hilfe-Lehrgang zurück. Neubert dankte dem Marktschänke-Förderverein und der Gemeinde für die Unterstützung.

„Gott sei Dank war 2011 ein etwas ruhigeres Jahr für die Feuerwehren im Landkreis“, erklärte Roland Eckert, der für dieses Jahr die Besichtigung der Wehren ankündigte. Ingrid Reifenscheid-Eckert gab sich erleichtert, dass zuletzt keine ernsthaften Einsätze auf der Tagesordnung standen und bemerkte, dass die Herrnsheimer Wehr breit aufgestellt ist. „Ich unterstütze die Jugendarbeit sehr gerne, da können Sie bei mir offene Türen einrennen“, versicherte sie.

Stellvertretender Landrat Wilhelm Sturm teilte mit, dass es bundesweit 15, in Unterfranken 25 und im Landkreis 40 Wehrler pro 1000 Einwohner gebe. Diese Quote toppen die Herrnsheimer um das Achtfache. Hochgerechnet kämen in Markt Herrnsheim 320 Feuerwehrler auf 1000 Einwohner.