Feuerbach

Feuerbach: Wie gefährlich ist die Bushaltestelle für Schüler?

Eltern fürchten um die Sicherheit ihrer Kinder, wenn diese in Feuerbach in den Schulbus steigen. Behörden teilen diese Sorgen nicht und lehnen einen Eltern-Vorschlag ab.
Artikel drucken Artikel einbetten
Nach Ansicht mancher Eltern ist die ÖPNV-Haltestelle Feuerbach "Kirche" an der Ortsdurchfahrt von Feuerbach Richtung Atzhausen wegen des Durchgangsverkehrs zu gefährlich für Schüler, die dort ein- und aussteigen. Foto: Michael Mößlein
+2 Bilder

Ist die Bushaltestelle "Kirche" in Feuerbach sicher oder für Schulkinder, die dort ein- und aussteigen? Oder gefährlich? Zu diesen Fragen sind die Eltern einiger Schüler sowie die Verantwortlichen für die Schulbusse geteilter Meinung. Die Fragen sind auch nicht ganz einfach zu beurteilen.

Auslöser der Diskussion war die turnusmäßige Neuausschreibung der Schülerbeförderung im vergangenen Jahr. Diese hat laut dem Wiesentheider Bürgermeister Werner Knaier der Betreiber des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) gewonnen. Zuvor hat ein privates Busunternehmen die Grund- und Mittelschüler gefahren und die Schüler an der Alten Schule in der Schulstraße in Feuerbach aufgelesen. Dieser Halt abseits der Hauptverkehrsstraßen ist seit Beginn des laufenden Schuljahres mit den ÖPNV-Bussen nicht mehr möglich.

ÖPNV-Busse haben keine Zeit für Abstecher

Günter Rauh, Nahverkehrsbeauftragter des Landkreises Kitzingen, erklärt den Grund: Die Zeitzwänge der ÖPNV-Busse sind anders als bei Bussen im reinen Schulbusbetrieb. ÖPNV-Linienbusse könnten nicht zickzack durch Ortschaften fahren, um möglichst viele, abseitige Haltestellen anzufahren. Zeitliche Abweichungen von der offiziellen ÖPNV-Route, die mehr als eine Minute ausmachen, seien kaum machbar.

Nichtsdestotrotz gilt: Eine Haltestelle muss nicht nur möglichst gut in den eng getakteten ÖPNV-Zeitplan passen, sie muss auch sicher sein. Und das sind aus Sicht der Verkehrsbehörde im Landratsamt alle Haltestellen in Feuerbach, an denen Schüler zusteigen; neben der Haltestelle "Kirche" in der Schwarzacher Straße (nach Atzhausen) ist dies noch die Haltestelle "Mitte" in der Schirnbachstraße Richtung Wiesentheid.

Verkehrsbehörde sieht keine Sicherheitsmängel

Alexandra Dengel, die für das Verkehrswesen zuständige Abteilungsleiterin im Landratsamt Kitzingen, bestätigt dies, speziell für die umstrittene Haltestelle "Kirche". "Die Haltestelle liegt zwar an einer Staatsstraße", erklärt sie, "allerdings ist dies allein noch keinerlei Indiz dafür, dass die Haltestelle im Vergleich zu der Haltestelle an der Alten Schule unsicherer sei." Ob eine Haltestelle sicher ist, richtet sich laut ihr nach überprüfbaren Kriterien, etwa die Übersichtlichkeit der Haltestelle für den vorbeifahrenden Verkehr und eventuell auftretende Behinderungen durch parkende oder haltende Fahrzeuge. Während mehrerer Ortstermine hätten alle an der Wahl des Haltestellen-Standorts Beteiligten, darunter Polizei und Gemeinde, keine Einwände wegen schlechter Sicht gehabt.

Auch Eltern wurden vor Ort eingeladen. Doch nicht jeder fühlte sich mit seinen Bedenken wirklich ernst genommen. Stefanie Parakenings, deren Sohn in die dritte Klasse geht, hält für sich fest: "Ich habe kein richtiges Argument gehört, warum das so sein muss." Aus ihrer Sicht hätten es sich die Verantwortlichen zu einfach gemacht mit der Wahl der Haltestelle für die Schüler.

Besorgte Mutter fragt: "Muss erst etwas passieren?

Was ihr und zwei weiteren Müttern, die in diesem Artikel namentlich nicht erwähnt werden möchten, im Gespräch mit dieser Redaktion besonders im Magen liegt, ist der bevorstehende Ausbau der nahen Autobahn. Bereits jetzt würde der Umleitungsverkehr bei Staus auf der A 3 als endlose Schlange durch Feuerbach fahren. "Manche Autofahrer fahren wie verrückt", sagt eine Mutter, die ihren Worten nach "total sauer" ist, dass solche Bedenken ihrer Ansicht nach nicht ernst genommen werden. "Muss erst etwas passieren?", fragt eine andere Mutter und fühlt sich vom Landratsamt "abgekanzelt".

Abteilungsleiterin Dengel vom Landratsamt verweist auf Gehwege beidseits der Straße im Bereich der Haltestelle "Kirche", die als Aufstellflächen für Busfahrgäste zur Verfügung stehen. Für Feuerbach und generell gilt in ihren Augen der Grundsatz, dass, "unabhängig davon, wo Haltestellen eingerichtet werden", es wichtig sei, dass Schüler "auch durch die Eltern auf richtiges Verhalten an Bushaltestellen geschult und immer wieder hingewiesen werden".

Bürgermeister sieht sich machtlos – möchte aber noch nicht aufgeben

"In diesem Fall kann der Bürgermeister nichts machen", stellt Knaier fest. Er möchte das Thema aber noch nicht ganz aufgeben und für Mai oder Juni die zuständige Vertreterin des Landratsamtes zum Thema "Schulbushaltestellen" nochmals zum Vortrag in den Gemeinderat einladen. Zugleich verweist er auf andere Ortschaften, etwa Kleinlangheim und Großlangheim, wo Schulbusse ebenfalls an verkehrsreichen Straßen halten. Da sei zumindest Feuerbach "Ortsmitte" durch den dortigen Fahrbahnteiler für Schüler noch relativ sicher erreichbar, findet er.

Verwandte Artikel

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.