SULZFELD

Feierlust mit Behördenfrust

Sie hatten sich wieder allerhand einfallen lassen, die Feuerwehr, der TSV, die Schützen, einige private Gruppen, Winzer und Stammtische in Sulzfeld. Mit aufwändig geschmückten Wagen und grellbunt geschminkten Fußgruppen, trafen sie sich am Sonntag auf dem Festplatz vor den Dorfmauern zum Faschingsumzug.
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Sulzfeld Helau: Vereine, Firmen, Stammtische und private Gruppen zogen am Sonntag beim Faschingszug kreuz und quer durch den Ort zum Sportheim. Foto: Foto: Ralf weiskopf

Sie hatten sich wieder allerhand einfallen lassen, die Feuerwehr, der TSV, die Schützen, einige private Gruppen, Winzer und Stammtische in Sulzfeld. Mit aufwändig geschmückten Wagen und grellbunt geschminkten Fußgruppen, trafen sie sich am Sonntag auf dem Festplatz vor den Dorfmauern zum Faschingsumzug. Themen, über die sich die Sulzfelder ihre närrischen Gedanken machten, gab's auch heuer wieder mehr als genug.

Da war natürlich die Griechenlandkrise, aber auch der Frost der für die Winzer zum Frust wurde und – gleich bei zwei Gruppen ein Thema – das in Sulzfeld geplante Mehrgenerationen und Bürgerhaus. Musikalisch verbreitete die Kolping-Musik, verkleidet als Clowns, Stimmung und gab den Takt für den Zug durch die Gemeinde vor, der wie immer von Werner Spenkuch angeführt wurde. Einige hundert Zuschauer, viele davon hatte einen Spaziergang von Kitzingen nach Sulzfeld unternommen, säumten die Straßen und Gassen, spendierten kräftig Applaus und sammelten fleißig die ausgeworfenen Süßigkeiten.

Wer, wie alle Jahre auf ein Probierglas mit Sulzfelder Wein hoffte, bekam nur mit Glück etwas ab. Denn in die Sulzfelder Feierlust mischte sich eine ganze Menge Behördenfrust, über den sich nicht nur Zug-Moderator Hannes Müller beschwerte.

Der Grund war den Sulzfeldern vergangene Woche als Bescheid vom Landratsamt in Haus geflattert. Inhalt: Eine Genehmigungspflicht, verbunden mit dem Verbot, Alkohol auszuschenken, der Auflage, eine Versicherung abzuschließen, einen Verantwortlichen zu benennen, der alles unterschreibt und eine Absturzsicherung an allen Wagen. „Wir machen uns heut strafbar“, sagte Müller und hielt mit seiner Meinung, was er von den Auflagen hält, nicht hinterm Berg. Das Weinausschankverbot im Winzerdorf stieß bei den Zuschauern auf Unverständnis.

Auch Bürgermeister Gerhard Schenkel brachte wenig Verständnis für die überraschenden behördlichen Auflagen auf. Bisher habe man keine Genehmigung gebraucht und den Umzug als Kleinkulturveranstaltung betrachtet. Das Landratsamt sehe das offenbar anders. Das mit der Absturzsicherung sei in Ordnung. „Die 580 Euro für die Versicherung habe jetzt die Gemeinde vorgeschossen, um den Zug zu retten“, sagte er.

Einen Verantwortlichen für den Zug in dem Sinne gebe es nicht, da jeder, der Lust habe, einfach mitmachen könne. Schenkel, aber auch einige Vereinsvorsitzende, äußerten die Befürchtung, dass unter derartigen Auflagen bald niemand mehr bereit sein werde, auf den Dörfern Veranstaltungen wie Faschings- oder Kirchweihumzüge durchzuführen, und dass diese Tradition aussterben werde.

Nachtrag vom 20. Februar: Inzwischen hat sich ein Sprecher des Landratsamtes noch einmal zu der Angelegenheit geäußert. Den Artikel finden Sie hier.

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