VOLKACH

Feierliches Gelöbnis in der Mainfranken-Kaserne

Oberflächlich betrachtet wirkt es schon ein wenig mager, wenn zum feierlichen Gelöbnis zum Ende der Grundausbildung im Casino der Unteroffiziere nur 13 Rekruten antreten.
Artikel drucken Artikel einbetten
13 Rekruten legten zum Ende ihrer Grundausbildung in der Mainfrankenkaserne in Volkach das feierliche Gelöbnis ab. Foto: Foto: Guido Chuleck
+1 Bild

Oberflächlich betrachtet wirkt es schon ein wenig mager, wenn zum feierlichen Gelöbnis zum Ende der Grundausbildung im Casino der Unteroffiziere „nur“ 13 Rekruten antreten. Doch schon mit den ersten Sätzen löst Oberstleutnant Frank Dannenberg, Kommandeur des Logistikbataillons 467 in der Mainfrankenkaserne, das scheinbare Missverhältnis zu früheren Gelöbnissen mit schon mal 30 und mehr Rekruten auf. „Die Bundeswehr versucht inzwischen, an relativ vielen Standorten zu möglichst vielen Zeitpunkten Grundausbildungen durchzuführen“, sagt er. Zentralisierte Standorte mit großen Grundausbildungskompanien, „sind heute eher selten, vielmehr sollen die Rekruten möglichst heimatnah ausgebildet werden“.

Die Menge der Rekruten, die ihre Ausbildung am 15. Mai begonnen hatten sei zwar eher gering, ihre Qualität hingegen sehr hoch, so Dannenberg weiter. Dass die 13 Rekruten von fast genauso vielen Ausbildern ausgebildet wurden, sei ein weiterer Beleg für die Qualität der Ausbildung. „Wer heute in die Bundeswehr eintritt, erhält eine einsatzvorbereitende Ausbildung. Einsätze waren zu meiner Anfangszeit noch nicht an der Tagesordnung, heute weiß jeder Soldat und jede Soldatin, dass sie zum Aufgabenspektrum der Bundeswehr dazugehören.“ Überzeugt hätten ihn seine Rekruten durch ihren Zusammenhalt und der Kameradschaft, auch nach Dienstschluss.

Im Gelöbnis geloben die Soldaten, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen. „Unsere Verfassung, unsere Demokratie und der Frieden, in dem wir leben, ist nicht selbstverständlich“, so Dannenberg weiter, „und Demokratie ist leider oft auch verletzlich.“ Manchmal frage sich der Oberstleutnant, wie es sein könne, dass es in einem Land, in dem es kaum so gute Zeiten gab wie heute, Menschen und Gruppierungen gebe, die dieses Land und seine Verfassung in Frage stellen und „ungeniert in krimineller Art und Weise gegen die Bundesrepublik vorgehen, indem sie während eines Gipfeltreffens fast eine halbe Großstadt verwüsten und offen gegen Sicherheitskräfte vorgehen, indem sie eine friedliche Weltreligion für ihre Zwecke falsch auslegen und offen zum Terror aufrufen, oder indem sie ihre Pässe abgeben und die Bundesrepublik Deutschland nicht anerkennen“. Man könne darüber entweder den Kopf schütteln oder in ein Organ eintreten, das die Grundrechte und die Grundordnung schütze, wie die Bundeswehr. „Und irgendwie hat man den Eindruck, dass der ein oder andere Regierungschef ein Land nur dann ernst nimmt, wenn es über eine schlagkräftige Armee verfügt.“

Für die Garnisonsstadt Volkach betonte zweite Bürgermeisterin Gerlinde Martin die Wertschätzung, die die Soldaten in Volkach erfahren. Das zeige sich durch zahlreiche persönliche Freundschaften, aber auch durch Patenschaften verschiedener Gemeinden und Städte der Region. In der heutigen Zeit „muss die Bundeswehr in einem früher ungeahnten Maße aktiv an der weltweiten Friedenssicherung mitwirken“, so die zweite Bürgermeisterin weiter, und Soldatinnen und Soldaten aus der Mainfranken-Kaserne und anderen Standorten „sind wiederholt an den Brennpunkten der Erde im Einsatz. Wir alle dürfen stolz auf Sie sein, die sie sich für die Grundsätze unserer Demokratie einsetzen und Verantwortung für uns alle übernehmen“.

Für den musikalischen Teil des Gelöbnisses sorgte einmal mehr das Heeresmusikcorps Veitshöchheim, dieses Mal mit einem Bläserquintett.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.