Kitzingen

"Fastnachtakademie nur zum kleinen Teil von Stadt bezahlt"

Das Fastnachtmuseum Kitzingen wehrt sich gegen die Behauptung eines Leserbrief-Schreibers, es seinen "Unsummen" von Steuergeldern in Akademie und Museum geflossen.
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Die neue Fastnachtakademie und das sechs Jahre alte Fastnachtmuseum sind in Kitzingen beheimatet. Foto: Corbinian Wildmeister

Zum Leserbrief von Siegfried Heerlein aus Kitzingen "Steuergroschen sinnvoll unterbringen" vom 25. Juni hat sich das Deutsche Fastnachtmuseum zu Wort gemeldet. Heerlein habe geschrieben, es seien „Unsummen“ in den Neubau des Fastnachtmuseums geflossen. Daniela Sandner (Museumsleitung) und Bernhard Schlereth (Stiftungsvorstand) erklären deshalb die Finanzierung für die neue  Fastnachtakademie und das seit sechs Jahren bestehende Fastnachtmuseum:

"Beim Fastnachtmuseum handelt es sich nicht um eine städtische Einrichtung. Gleichwohl ist die Stadt Kitzingen im Stiftungsvorstand der privaten Stiftung Kulturzentrum Fasching, Fastnacht, Karneval, die das Museum trägt, vertreten. In dieser Stiftung befinden sich auch der Bund Deutscher Karneval (BDK) und der Fastnachtverband Franken (FVF).

Stadt zahlte 475 000 Euro fürs Museum

Zur Finanzierung des Neubaus des Museums, das 2013 eröffnet wurde: Der gesamte Kapitaleinsatz betrug 4,4 Millionen Euro, davon 2,52 Millionen Fördermittel sowie 1,88 Millionen Eigenmittel des BDK und des FVF. Der Anteil der Stadt Kitzingen betrug im Rahmen der Städtebauförderung 475 000 Euro."

Diese Fördermittel seien zweckgebunden und projektbezogen und könnten nicht in andere Projekte transferiert werden, schreiben Sandner und Schlereth. Am laufenden Betrieb mit jährlichen Kosten von 200 000 Euro, beteilige sich die Stadt mit einer Spende von 10 000 Euro im Jahr. Im Wesentlichen gewährleisteten BDK und FVF  den Betrieb. Die Akademie werde ausschließlich über den FVF finanziert.

Die Besucherzahlen des Museums hätten sich bei etwa 6000 im Jahr eingependelt. Besucherumfragen zeigten, dass das Museum für viele der ausschlaggebende Grund sei, überhaupt nach Kitzingen zu kommen. Gastronomie und Einzelhandel in der Stadt profitierten davon.

Sandner und Schlereth schließen: "An beiden Neubauten haben sich hauptsächlich Firmen aus Kitzingen und dem Landkreis beteiligt. Arbeitsplätze wurden geschaffen, der Tagestourismus angekurbelt. Seit Eröffnung der Akademie hatten wir an jedem zweiten Wochenende Betrieb. All diese Teilnehmer übernachten in Kitzingen, gehen dort essen, kaufen ein. Auch das bitten wir zu bedenken."

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