DETTELBACH

Fachkräftemangel als „Megathema“

„Unsere Stadt hat sich, so erstaunlich das klingen mag, auch zu einem Touristik- und Tagungszentrum entwickelt.“ Gemeint ist damit Schweinfurt, und wer so erstaunt klingt, ist deren Oberbürgermeister Sebastian Remelé. Mit diesen Worten leitete er als Hauptredner seine Ansprache beim Neujahrsempfang der Jungen Union und der CSU Dettelbach ein.
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Neujahrsgespräche: Schweinfurts Oberbürgermeister Sebastian Remelé (links) sprach beim Neujahrsempfang der Jungen Union und CSU in Dettelbach, mit Michael Schuba, Fraktionsvorsitzender der CSU im Stadtrat, zum Thema „Erfolgreiche Wirtschaftspolitik für unsere Städte“. Foto: Foto: Chuleck
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„Unsere Stadt hat sich, so erstaunlich das klingen mag, auch zu einem Touristik- und Tagungszentrum entwickelt.“ Gemeint ist damit Schweinfurt, und wer so erstaunt klingt, ist deren Oberbürgermeister Sebastian Remelé. Mit diesen Worten leitete er als Hauptredner seine Ansprache beim Neujahrsempfang der Jungen Union und der CSU Dettelbach ein.

Erfolg für Schweinfurt

Das Thema lautete „Erfolgreiche Wirtschaftspolitik für unsere Städte“, konzipiert war der Empfang als Gespräch zwischen Remelé und Michael Schuba, Fraktionsvorsitzender der CSU im Dettelbacher Stadtrat und Bürgermeisterkandidat. Als Moderatorin fungierte die stellvertretende Kreisvorsitzende der Jungen Union, Katrin Blendel.

Remelé sah durchaus einen wirtschaftlichen Erfolg für die 53 000-Einwohner-Stadt Schweinfurt, auch bei besagter Touristik und Tagungen. „Auf der Maininsel, wo früher der Schlachthof war, haben wir ein nicht unumstrittenes Tagungszentrum gebaut, und es wird nicht nur von den einheimischen Firmen als solches genutzt“, sagte Remelé den gut 150 Zuhörern im Rathaus Dettelbach. Abgerundet werde das Angebot in Schweinfurt durch das Georg-Schäfer-Museum, „das bietet die bedeutendste Privatsammlung der Kunst des deutschsprachigen Raums des 19. Jahrhunderts“, so Remelé.

Derartige Faktoren habe Dettelbach natürlich nicht zu bieten, sagte Michael Schuba, Fraktionsvorsitzender der CSU im Stadtrat und Bürgermeisterkandidat. Die Stadt investiere auch weiterhin in ihr Gewerbegebiet und könne durch die geographische Lage – eingebettet zwischen den großen Metropolen Schweinfurt, Würzburg und Nürnberg – auch durchaus attraktiv für weitere Gewerbeansiedlungen sein. Was Schweinfurt betreffe, so Remelé, „so hat sich unsere Industrie recht gut von der Konjunkturkrise erholt und wieder Tritt gefasst“. Die Fördergelder, die für die Sanierung der Altstadt geflossen seien, hätten für die Feststellung gesorgt, „dass wir ja eine alte Stadtmauer haben, die war teilweise überbaut, teilweise zugewachsen, und jetzt ist sie wieder sichtbar geworden und wird weiter saniert“.

Hinsichtlich eines Fachkräftemangels waren sich Remelé und Schuba einig, dass er bereits jetzt deutlich zu spüren sei, unabhängig von der Größe der verschiedenen Städte. „Das wird eines der Megathemen für ganz Deutschland werden“, prophezeite Remelé, „die Firmen haben volle Auftragsbücher, aber immer weniger Fachkräfte, die diese Arbeiten auch ausführen können“. In diesem Bereich und beim Thema Energiewende suche er immer noch nach fantasievollen Lösungen.

Städte attraktiv für Junge machen

Auf die Frage aus dem Publikum, wie die Bevölkerung in der Region gehalten und vom Abwandern in die Metropolen abgehalten werden könne, waren sich Remelé und Schuba ebenfalls einig: Man müsse dafür sorgen, dass die jeweiligen Kommunen und Städte attraktiv sind – gerade für junge Leute. „Es kommt auf die Kleinteiligkeit an“, sagte Remelé. „Wir brauchen kurze Wege zur Arbeit, zum Einkaufen, zu den Schulen und Freizeitangeboten“. Dettelbach könne naturgemäß nicht auf Großstadt mimen, „sondern Sie müssen sich so positiv darstellen, wie Sie als Stadt auch sind“.

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