Volkach

Fabienne hieß den neuen Förster stürmisch willkommen

Andreas Hiller hatte in Volkach einen arbeitsreichen Start. Sturm Fabienne riss zwischen Dimbach und Eichfeld so viele Bäume um, dass der Plan für 2019 schon erfüllt ist.
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Förster Andreas Hiller hat die Schäden des Sturms Fabienne im Wald zwischen Eichfeld und Dimbach mit der Kamera festgehalten. Dort hatte es im September 2018 einen Bereich stärker erwischt, die Stämme lagen kreuz und quer auf dem Boden. Foto: Andreas Hiller
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Eigentlich hat der neue Revierförster Andreas Hiller, der unter anderem für Volkachs Wälder zuständig ist , dort heuer einen leichten Job: Sturm Fabienne hatte im September 2018 so viele Bäume umgerissen, dass er sie nicht mehr fällen muss. Das wäre ihm allerdings lieber gewesen, wie Hiller am Montagabend in der Volkacher Stadtratssitzung berichtete. So musste er in seinem neuen Revier erst einmal über die teilweise kreuz und quer liegenden Stämme klettern.

Besonders stark getroffen hatte Fabienne ein Waldstück zwischen Dimbach und Eichfeld, in der Abteilung Röhrig. Dort müssen Wirbel – ähnlich einem Tornado – gewütet haben, mutmaßt der Fachmann. Dennoch betonte er: "Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen." Diese Aussage kann man auch für die extreme Trockenheit 2018 stehenlassen, die vor allem den Kiefern zu schaffen machte. Im Volkacher Bereich, erinnerte sich Bürgermeister Peter Kornell (Freie Wähler), habe man immer wieder Niederschläge gehabt, "die die schlimmste Not gelindert haben".

Sturmholz ließ sich noch gut verkaufen

Der positive Effekt nach dem "ruppigen Start" mit Sturm Fabienne war für Hiller: "Ich konnte so in kurzer Zeit mein ganzes Revier gut kennenlernen." Auch sein Blick auf die finanzielle Seite des Jahresbetriebsplans fiel nicht schlecht aus: Das Sturmholz habe man noch ganz gut verkaufen können, obwohl Kiefern und Fichten unter hohem Preisdruck stehen. Mit den umgestürzten Kiefern sei man jetzt auch durch, die noch am Boden liegenden Eichen folgen dann im Herbst.

Ein kurzer Blick auf die Zahlen: Rund 75 Hektar waren im Röhrig von Fabienne betroffen. 2200 Festmeter Holz wurden bereits aufgearbeitet, 300 Festmeter Eichenstammholz liegen noch dort. Ein Festmeter Holz entspricht einem Kubikmeter Massivholz ohne Zwischenräume, ist also etwas mehr als ein Ster Holz. Rund 260 Ster wurden als Brennholz verkauft. Zudem hat der Sturm neun Hektar Zaun zerstört, die wieder repariert wurden. Für den Jahresplan 2019 bedeuten diese Zahlen: Der jährliche Hiebsatz ist jetzt schon überschritten, es muss also kein weiterer Baum gefällt werden. Andreas Hiller rechnet mit einem finanziellen Überschuss aus der Bewirtschaftung des Stadtwaldes von gut 10 000 Euro.

Die Kiefer ist das Sorgenkind

Und wie geht's weiter im Volkacher Stadtwald? "Die Kiefer ist das Sorgenkind", stellt der Revierförster fest. Sie müsse man dringend beobachten nach dem Extremsommer 2018. Im Herbst will Hiller im Bereich Röhrig dann neu pflanzen und aufforsten.

Sein Chef Klaus Behr, Bereichsleiter Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen, warnte anschließend im Volkacher Stadtrat: "Die Schädlingssituation ist so angespannt, wie ich es in meinem ganzen Berufsleben noch nicht erlebt habe." Käfer und Mistelbefall seien es bei der Kiefer, die Eichenprozessions- und Schwammspinner sowie die Eichenwickler bedrohten die Eichen. Er rechne damit, dass die Schädlinge heuer im Landkreis Kitzingen auf ein einer Fläche von rund 300 Hektar vom Hubschrauber aus bekämpft werden.

"Wir Förster haben Schiss vor 2019."
Klaus Behr, Forstamtsleiter

Behr befürchtet, dass man die Lage nicht mehr unter Kontrolle habe, sollte es wieder ein so trockenes Jahr werden: "Wir Förster haben Schiss vor 2019." Dieser Aussage schloss sich ein Appell an die Jäger an, mehr Dampf zu machen bei der Bejagung. Mehr Rehe schießen, damit die jungen Bäume auch ohne Zäune gut wachsen können, lautete dabei die bekannte Forderung des Forstamtsleiters .



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