Einen Schlussstrich unter seine rund sieben Monate dauernde „Drogendealerkarriere“ hat ein 23-Jähriger vor dem Schöffengericht in Kitzingen gezogen. Der Mann, der laut Anklage mit insgesamt rund 820 Gramm Haschisch im Raum Kitzingen gehandelt hat, legte ein umfassendes Geständnis ab. Im Gegenzug kam er mit 20 Monaten Freiheitsstrafe und vor allem mit Bewährung davon.

Es war denkbar knapp im Saal des Amtsgerichts. Der Staatsanwalt hatte zwei Jahre und drei Monate gefordert. Bei über zwei Jahren hätte sich dann die Frage nach der Bewährung erübrigt. Der Mann wäre ins Gefängnis gegangen. Dass das Schöffengericht dem 23-Jährigen noch eine Chance gab, lag an vielen „besonderen Umständen“.

Da war das umfassende Geständnis. Gleich zu Beginn ließ er seinen Pflichtverteidiger erklären: „Heute soll hier ein Schlussstrich gezogen werden.“ Was in der Anklage stehe, werde komplett eingeräumt.

Danach hat der Mann über Monate hinweg einen „schwungvollen und gewinnbringenden Handel mit Haschisch mit vielen Abnehmern im Raum Kitzingen“ betrieben. Insgesamt 820 Gramm wechselten die Besitzer. 23 Mal in Mengen von drei bis zu 100 Gramm, einmal waren es 150. Dieser Deal hätte dem Mann beinahe die Freiheit gekostet, weil hier laut Anklage die Grenze zur „nicht geringen Menge“ – bei Haschisch sind das 7,5 Gramm des reinen Wirkstoffes THC (Tetrahydrocannabinol) – überschritten war. Damit wird aus einem Vergehen ein Verbrechen und der Strafrahmen beginnt bei einem Jahr.

Das spielte bei der Aufrechnung der Strafen für die einzelnen Taten eine Rolle. Der Staatsanwalt zum Beispiel ging von dieser „nicht geringen Menge“ aus und forderte allein dafür ein Jahr. Dazu zwischen einem und sechs Monaten für jede weitere Tat. Er kam auf eine Gesamtstrafe von zwei Jahren und drei Monaten.

Der Verteidiger setzte bei dem größten Geschäft an. Die Wirkstoffmenge der 150 Gramm sei mit fünf Prozent lediglich geschätzt. Zudem liege der THC-Gehalt genau auf der Grenze zur nicht geringen Menge. Jedes Gramm weniger würde zu einem anderen Ergebnis führen.

Der Verteidiger sprach daher von einem minderschweren Fall. Dazu führte er die Pluspunkte für seinen Mandanten ins Feld. Seit der im Februar 2012 aufgeflogen sei, habe er die Hände von Drogen gelassen. Zwei ärztliche Bescheinigungen über Urinproben legte er vor. Dazu komme das Geständnis. Zudem handele es sich bei Haschisch um eine vergleichsweise leichte Droge. Der Mann sei eingebettet in das Familienmilieu, habe seinen ehemaligen Freundeskreis aufgegeben und sei beruflich gut integriert. „Ich denke, er hat seine Lektion gelernt“, sagte er am Ende und bat das Gericht, unter der „Schallgrenze von zwei Jahren“ zu bleiben.

Darauf ging das Gericht nach einer intensiven und „keiner einfachen“ Beratung ein. Auch das Gericht ging von einem minderschweren Fall aus. Damit war die Voraussetzungen geschaffen, dass die „relativ eng zusammengefasste Gesamtstrafe“ am Ende unter zwei Jahren blieb. Auch wenn der Mann als Auflage 2000 Euro zahlen muss, das Urteil nahm er sichtbar erleichtert an. Der Staatsanwalt hat sich dagegen eine Woche Bedenkzeit genommen. Damit ist das Urteil noch nicht rechtskräftig.