Prichsenstadt

Europas Nachtwächter und Türmer besuchen Prichsenstadt

Was muss das für ein Bild werden: Gut 100 Nachtwächter und Türmer aus ganz Europa ziehen in vollem Ornament einmal quer durch die historische Altstadt von Prichsenstadt.
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Nächstes Jahr zu Christi Himmelfahrt werden gut 100 Nachtwächter und Türmer aus ganz Europa ihr jährliches Treffen in Prichsenstadt abhalten. Bürgermeister René Schlehr (links, mit der offiziellen Standarte), Nachwächter Hermann Schloßnagel und Simone Geißel tüfteln schon emsig am viertägigen Programm.

Was muss das für ein Bild werden: Gut 100 Nachtwächter und Türmer aus ganz Europa ziehen, angeführt von einer Musikkapelle, in vollem Ornament einmal quer durch die historische Altstadt von Prichsenstadt. Und vorn an der Spitze des Zuges dürfte wohl Hermann Schloßnagel marschieren, als Nachtwächter von Prichsenstadt die lebendige Symbolfigur und Gastgeber für seine Kollegen aus acht europäischen Ländern.

30 Jahre im Amt

Hintergrund dafür das Treffen nach Prichsenstadt zu holen, war das Dienstjubiläum von Schloßnagel, der im nächsten Jahr 30 Jahre Nachwächter in Prichsenstadt sein wird. Der Stadtrat beschloss einstimmig seine Bewerbung, und als die Zusage eingetroffen war, krempelte die Tourismusbeauftragte Simone Geißel die Ärmel hoch.

Innerhalb kürzester Zeit hatte sie in Prichsenstadt, Geiselwind und Neuses am Sand Plätze für 180 Personen (100 Teilnehmer und die Begleitung) in den Übernachtungsbetrieben reserviert. „Wieviel es genau werden, sehen wir natürlich erst bei der Anmeldung“, sagt Geißel. Die beginnt am 31. Juli und endet am 31. Januar, Vermittlung der jeweiligen Unterkünfte über die Stadt.

Eintrag ins Goldene Buch

Der Ablauf der vier Tage ist noch in der Grobplanung. Am 30. Mai sollen die Gäste bis 17 Uhr in Prichsenstadt ankommen, am Abend begrüßt sie der Zunftmeister Johannes Thier bei einem Abendessen mit einem fränkischen Unterhaltungsprogramm im Sportheim der SpVgg Laub. Am 31. Mai steht der Empfang beim Bürgermeister mitsamt Eintrag ins Goldene Buch der Stadt an. „Da wird sich aber nur die Vorstandschaft eintragen, bei 100 Leuten dauert das sonst ewig“, so Schlehr.

Am Nachmittag halten die Gäste ihre Zunftsitzung in der TSV-Halle in Prichsenstadt ab, und im öffentlichen Teil, so die Hoffnung Schlehrs, könnte der zweite Prichsenstädter Nachtwächter, Martin Assel, offiziell in die Zunft aufgenommen werden.

Festzug mit Musik

Tag drei steht ganz im Zeichen des Festzuges. Nach einem Frühschoppen in den Weinbergen und dem Mittagessen in der hiesigen Gastronomie startet am Nachmittag der „Aufmarsch mit Musik“. Wer sich noch alles an diesem Festzug beteiligt oder als Ehrengast eingeladen wird, steht ein Jahr vorher natürlich noch nicht fest.

Ein ökumenischer Gottesdienst am Sonntag, 2. Juni, läutet das Ende des Treffens ein. Mittags wird der Bürgermeister auf dem Marktplatz die Standarte an einen Vertreter des Ortes des Treffens 2020 (Gundelfinden) laufen, dann verabschieden sich die Nachtwächter und Türmer wieder aus Prichsenstadt.

Nachtwächter-Logo

Vielleicht nehmen sie ja auch eine spezielle Wurst oder ein spezielles Gebäckstück oder einen eigens für diesen Anlass abgefüllten Wein mit. Denn die Künstlerin Ingrid Mehlert hat bereits ein Logo für dieses Treffen entworfen: Die Silhouette eines Nachtwächterkopfes mit dem Karlstor im Gesicht und dem Nachtwächterhorn als Kragen.

In vereinfachter Form wird es den Gastronomen, Metzgern Bäckern und Winzern (und allen, die daran interessiert sind) überlassen, um es für ihre Produkte zu verwenden. „Und vielleicht kriegen wir ja wieder einen Cuvee-Wein, für den Ingrid Mehlert dann hoffentlich nochmal ein so tolles Logo wie für unser Jubiläum 650 Jahre Stadtrecht erstellen würde“, sagt Schlehr.



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