Im Wiesenbronner Altort stehen mittlerweile 18 Gebäude leer, wogegen die Gemeinde etwas unternehmen will. Deshalb hat sie das Architekturbüro Dag Schröder aus Schweinfurt als Dorfplanungsbüro für Wiesenbronn mit dem Erstellen eines Leerstandkatasters beauftragt.

Die Analyse ist ein erster Schritt auf dem Weg zur Revitalisierung verschiedene Bereiche im Altort. Die Gemeinde will in Zusammenarbeit mit dem Dorfplaner weitere Maßnahmen ergreifen, um Besitzern bei Sanierungen oder Verkäufen zu helfen.

„Das Thema Leerstand ist direkt mit der Bevölkerungsentwicklung verbunden.“
Julia Trapp Architekturbüro Dag Schröder

Julia Trapp vom Büro Schröder sagte in der Ratssitzung am Dienstag, dass das Thema Leerstand für viele ländliche Kommunen aktuell sei. Auch für viele Bürger sei es relevant, da auch Nachbaranwesen von Leerständen indirekt betroffen sein können. Es gelte zu erkunden, welche Anwesen leer stehen und warum.

„Das Thema Leerstand ist direkt mit der Bevölkerungsentwicklung verbunden“, sagte Julia Trapp. Laut Bevölkerungsprognosen kann Wiesenbronn mittel- bis langfristig mit stabilen Einwohnerzahlen rechnen, weshalb Nachfrage nach Wohnraum vorhanden sein wird.

Doch würden künftig andere Qualitätsanforderungen an Wohnraum gestellt. Jüngere Familien würden ein Siedlungshaus mit Garten bevorzugen und Senioren bräuchten vermehrt barrierefreie Zugänge. Nach der Erhebung des Architekturbüros Schröder gibt es im Wiesenbronner Ortskern aktuell 18 leer stehende Anwesen.

Daneben ging das Büro mittels eines Fragebogens den Gründen für die Leerstände nach. Dabei wurden ein schlechter Zustand der Gebäudesubstanz, Immobilien als „Reserve“ für Familien oder ungelöste Erbfragen am häufigsten genannt. Das Ziel der Gemeinde müsse deshalb heißen: Innenentwicklung vor Außenentwicklung. Gemeinde und Planer sollten auf die betreffenden Besitzer zugehen und Vorschläge für Folgenutzungen unterbreiten, schlug Julia Trapp vor. „Die Ergebnisse bilden eine gute Grundlage, auf der wir aufbauen können“, kommentierte Bürgermeisterin Doris Paul den Vortrag von Julia Trapp.

Der Gemeinderat behandelte noch folgende Punkte:

• Das Gremium genehmigte den Bau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage von Cathrin Orf und Thomas Gaubitz in der Lötschengasse 16.

• Auch dem Bauantrag von Hans Kreßmann zum Ausbau des Dachgeschosses und dem Antrag von Frank Ackermann zum Bau einer neuen Heizanlage auf dem Gelände seiner Schreinerei wurde zugestimmt.