Kitzingen

„Es wird noch krasser“

Am Freitagabend gilt es: Kommt Tiffany in die Live-Shows? Oder sind die „Knock-Outs“ Endstation für die 37-Jährige aus Kitzingen? Verraten darf Tiffany nicht, ob und wie es bei der Fernsehsendung Voice-of-Germany für sie weitergeht. Aber eines steht für sie fest: „Die Musik wird mich bis in mein Grab begleiten.“
Artikel drucken Artikel einbetten
Große Bühne: Tiffany Kemp kämpft am Freitagabend für den Einzug in die Live-Shows. Foto: Foto: SAT.1/Pro Sieben Richard Hübner
+1 Bild
Frage: Hat sich Ihr Bekanntheitsgrad nach der letzten Sendung noch einmal gesteigert?

Tiffany Kemp: Ich gehe noch nicht mit Hut und Sonnenbrille auf die Straße, aber es ist tatsächlich so: Im Discounter oder in der Apotheke werde ich immer erkannt. Das ist ja auch schön. Die Leute wünschen mir Glück, strahlen mich förmlich an. Aus den eingeplanten zehn Minuten wird dann aber oft eine halbe Stunde.

Wie oft sind Sie noch in der Heimat?

Kemp: Regelmäßig, immer zwischen den Auftritten. Ich werde im Januar meine neue Wohnung im Innopark beziehen. Das ist schon lustig. Mein Vater war in den Larson-Barracks stationiert, ich bin dort zur Schule gegangen und habe später dort als Erzieherin gearbeitet. Jetzt schließt sich der Kreis.

In der letzten Show sind Sie schon fast ausgeschieden gewesen, Rea Garvey hatte sich für Ihren Gesangspartner Konstantin Kuhn entschieden. Was ist das für ein Gefühl, wenn plötzlich doch noch der Buzzer ertönt?

Kemp: Ich hatte es ehrlich gesagt nicht mehr erwartet. Die Geschichte war für mich abgeschlossen. Mir war vorher schon klar, dass mein Partner weiterkommt.

Und dann kam Andreas Bourani.

Kemp: Ja, er hatte mich ja schon am Anfang bei den Blind Auditions gewollt. Später hat er dann zu mir gemeint, dass man manche Menschen zu ihrem Glück zwingen müsse. Ich bin sehr froh darüber, ich wollte ja weiter machen.

Was für ein Mensch ist Ihr Coach Andreas Bourani?

Kemp: Ein sehr bodenständiger, sehr lieber Mensch. Ich habe viel von ihm gelernt.

Und im Vergleich zu Rea Garvey?

Kemp: Rea ist sehr ehrgeizig, international erfolgreich. Deshalb habe ich ihn ja auch ausgewählt. Andreas habe ich vorher nicht so gekannt, außerdem singe ich ja nicht auf deutsch. Da hatte ich schon ein wenig Sorgen. Rea war auf den ersten Blick die bequemere Wahl.

Und auf den zweiten Blick?

Kemp: Nicht mehr. Er ist ein lieber Mensch, aber sicher kein bequemer. Rea ist nicht auf den Mund gefallen. Er ist ein typischer Ire, er sagt, was Sache ist. Das gefällt mir. Allerdings habe ich erst später gemerkt, dass ich diese Strenge gar nicht brauche, weil ich selber sehr diszipliniert bin.

Das heißt, Ihre beiden Coaches sind völlig unterschiedliche Charaktere?

Kemp: Wie Tag und Nacht. Andreas ist herzlicher, sein Musikstil ist anders, seine Ausdrucksweise auch. Er überlegt, bevor er spricht. Bei Rea muss alles sofort raus. Er ist viel impulsiver.

War es ein Problem, plötzlich in einem anderen Team zu sein?

Kemp: Gar nicht, ich bin ganz herzlich aufgenommen worden. Wir wohnen ja eh alle in einem Hotel.

Wie muss man sich das Miteinander in so einem Team vorstellen?

Kemp: Viele gehen abends aus, machen Party. Ich bin mit meinen 37 Jahren die älteste und ziehe mich gerne zurück. Bei mir steht halt sehr viel auf dem Spiel. Ich möchte mit meiner Musik weiterkommen und dafür muss ich auch meine Verhaltensweise ändern. Also gehe ich lieber auf mein Hotelzimmer und übe vor dem Spiegel meine Texte und meine Performance. Ich bin ja ganz erschrocken, als ich mich das erste Mal im Fernsehen sah und die komischen Fratzen, die ich gemacht habe.

Komische Fratzen?

Kemp: Ja, aber anscheinend bin ich die einzige, der das aufgefallen ist. Ich möchte mich selbst gerne im Fernsehen sehen. Deshalb bin ich auch seit der ersten Sendung fleißig am Abnehmen. Jetzt mache ich jeden Vormittag Fitness. Und meine Mutter macht mit.

Fällt Ihnen das Abnehmen schwer?

Kemp: Schon, das ist so ähnlich, wie mit dem Rauchen aufzuhören. Ich war noch nie faul, aber am Anfang der Show habe ich gespürt, dass ich etwas tun muss. Ich muss mich auf der Bühne bewegen und kann nicht einfach nur dastehen und singen. Ich muss den Leuten auch was geben, meine Performance steigern. Daran arbeite ich.

Wie viel haben Sie schon abgespeckt?

Zehn bis zwölf Kilo sind schon runter.

Respekt.

Kemp: Bei allem, was mit Musik zu tun hat, bin ich sehr diszipliniert, also kann ich das doch auch mit meinem Körper machen. Meine Ernährung habe ich deshalb umgestellt.

Das heißt?

Kemp: Ich bin quasi zu einem Hasen geworden. Jeden Tag Salat und Karotten. Ehrlich gesagt: Ich kann das gar nicht mehr sehen.

Würden Sie sich als sehr ehrgeizig beschreiben?

Kemp: Mit der Musik schon, das ist mein Leben. Ich habe zehn Jahre als Erzieherin gearbeitet. Als ich meinen Job aufgegeben habe, da habe ich mir geschworen, dass ich nie mehr einen Arbeitgeber haben werde. Dass ich mein eigener Arbeitgeber sein werde. Dafür muss ich hart an mir arbeiten, auch körperlich. Aber ich habe mein Leben umgestellt.

Sind Sie durch die Sendung ein anderer Mensch geworden?

Kemp: Ich glaube, ich bin dieselbe geblieben. Vielleicht lache ich noch mehr als früher. Lachen ist meine Medizin.

Wird es am Freitag für Ihre Fans etwas zu lachen geben?

Kemp: Das darf ich nicht verraten.

Wie schaffen Sie das? Die Sendung ist längst aufgezeichnet. Haben Sie sich noch nie versprochen?

Kemp: Zum Glück ist mir noch nie etwas rausgerutscht, das würde ja auch die Spannung wegnehmen. Ich will den Menschen nicht den Spaß nehmen. Aber es ist schon so: Ich werde immer wieder darauf angesprochen.

So viel dürfen Sie aber verraten: Was erwartet die Zuschauer?

Kemp: Gänsehaut pur, es wird noch einmal spannender. Jeder Coach hat zwei Teams a fünf Sänger. Nur einer kommt aus jeder Gruppe weiter. Zum Schluss stehen die acht anderen Talente auf der Bühne und der Coach sucht sich sein letztes Talent aus. Nur drei von zehn kommen zu den Live-Shows. In diesen Momenten steht man da, zittert und heult. Es ist noch krasser als bei der letzten Show.

Einschalten: Der Auftritt von Tiffany Kemp ist am Freitag, ab 20.15 Uhr, auf Sat1 zu sehen.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren