SCHWARZENAU

Es muss nicht immer Mais sein

Mais ist derzeit das Biogassubstrat Nummer eins. Da jedoch der großflächige Anbau von Mais nicht besonders naturverträglich ist und immer wieder in der Diskussion steht, sind Forscher und Praktiker auf der Suche nach Alternativen. Solche zeigte der Feldtag für Energiepflanzen am Dienstag in Schwarzenau.
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Energiepflanzen im Blickpunkt: Bei den Feldtagen der Energiepflanzen in Schwarzenau informierten Kornelia Marzini von der LWG Veitshöchheim und Johannes Uhl vom Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung in Freising (Bildmitte) die Besucher über Vor- und Nachteile verschiedener Energiepflanzen. Foto: Foto: Ottmar Deppisch

Mais ist derzeit das Biogassubstrat Nummer eins. Da jedoch der großflächige Anbau von Mais nicht besonders naturverträglich ist und immer wieder in der Diskussion steht, sind Forscher und Praktiker auf der Suche nach Alternativen. Solche zeigte der Feldtag für Energiepflanzen am Dienstag in Schwarzenau.

Das Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum Schwarzenau der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) hatte zu den Feldtagen eingeladen. Die Zahl der Interessenten, die Dr. Peter Lindner, Leiter der Schwarzenauer Einrichtung, begrüßen konnte, blieb jedoch überschaubar. Die Referenten, Johannes Uhl vom Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung in Freising und Kornelia Marzini von der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim, stellten bei einem Rundgang über die Versuchsflächen zahlreiche Energiepflanzen und Pflanzenmischungen vor, die eine Alternative zum Maisanbau sein können.

Artenvielfalt ist besser

Der Mais, der in großen Monokulturen angebaut wird, bringe eine Reihe ökologischer Probleme mit sich. Dies seien unter anderem Erosionsgefahr und Schädlingsbefall, Verlust der Artenvielfalt und Schäden durch Wildschweine.

Mit den anderen Energiepflanzen könne man die Nachteile vermindern und die Biodiversität (Artenvielfalt) fördern. Energiepflanzen mit langer Blühzeit ziehen zahlreiche Insekten und damit auch weitere Tiere an. Dass dies funktioniert, zeigten benachbarte Blühflächen, die von einer Vielzahl von Insekten besucht wurden und aus deren Inneren vielfältiger Vogelgesang zu vernehmen war.

Die Blühmischungen will man weiter optimieren, so Kornelia Marzini, um „Biotope aus zweiter Hand auf Ackerflächen“ zu schaffen mit dem Ziel, hohe Erträge und zugleich Artenvielfalt anzustreben. Konstantin Röther, stellvertretender Betriebsleiter in Schwarzenau, informierte die Besucher über Aussaat und Pflanzung, Nutzungsdauer, Mähzeitpunkt, Düngerbedarf, Schädlingsanfälligkeit und Anwendungsmöglichkeiten.

Uhl und Marzini gingen während der Führung näher auf Herkunft, Ertrag und Nutzen für die Biodiversität ein. Viele der vorgestellten Pflanzen stammen aus Nordamerika und kämen deshalb mit Erscheinungsformen des kontinentalen Klimas wie heiße Sommer und Trockenheit gut zurecht. Außerdem wiesen sie auf Vor- und Nachteile der Pflanzen hin, ausführlich dargestellt im Infokasten.

Tag der offenen Tür: Wer den Termin in Schwarzenau nicht wahrnehmen konnte, für den gibt es weitere Möglichkeiten zur Information. Am 6. Juli können die Besucher beim Tag der offenen Tür in der LWG in Veitshöchheim die Blühmischungen unter die Lupe nehmen und deren Vor- und Nachteile sowie ihre Praxistauglichkeit erkunden. Außerdem können direkt mit dem Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum in Schwarzenau Termine vereinbart werden. Wer möchte, kann die Demonstrationsflächen in Schwarzenau auch eigenständig erkunden. Die Parzellen sind gut beschildert.

Alternativen zum Mais im Überblick

Sida: Malvengewächs aus Nordamerika, hohes Ertragspotential, geringe Keimfähigkeit, Insektennahrung, Ernte erst ab dem 2. Jahr.

Durchwachsene Silphie: Becherpflanze aus Nordamerika, hohes Ertragspotential vergleichbar dem Mais, lange Blühdauer, Bienentrachtpflanze, Ernte ab dem 2. Jahr, Pflanzmaschine erforderlich.

Switchgras: nordamerikanische Präriepflanze, sehr trockentolerant, erschwerte Etablierung wegen Dormanz (verzögerte Keimung) des Saatguts.

Riesenweizengras: Vorderasien, trockentolerant, frosthart, zweischnittig, ab 2. Standjahr bis 1,5 Meter.

Igniscum: Knöterichgewächs, schnell wachsend, anspruchslos, invasiv, Ertrag geringer als erwartet.

Sorghum: Hirse aus Afrika, trockentolerant, wärmeliebend, hohe Erträge, Einzelkornsaat, bis 2,5 Meter.

Weidelgrasuntersaat: Ertragreich, drei- bis vierschnittig, Drillsaat, guter Feldaufgang.

Kleegrasuntersaat: Wie Weidelgrasuntersaat.

Wildpflanzenmischungen: Ertragreich, hohes Blütenangebot

Wickroggen (Winterroggen plus Zottelwicke): Stickstofffixierung, Blütenangebot, Drillsaat, guter Feldaufgang.

Maismischanbau mit Stangenbohnen: Zusätzliche Düngung des Mais durch die Bohnen. ode

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