Volkach

Erste Jugendbürgerversammlung in Volkach in Sicht

Die Jugend soll in Volkach mehr zu Wort kommen, und zwar durch eine Jugendbürgerversammlung (JBV). Den Anstoß dazu lieferte Heiko Bäuerlein, CSU-Fraktionssprecher im Stadtrat. In der jüngsten Ratssitzung beantragte er, nachdem im Vorfeld viele Gespräche geführt worden waren, eine Versammlung nur für Jugendliche ins Leben zu rufen. Da Jugendliche, so seine Ausführungen, eher direkte und unkonventionelle Aktionen bevorzugen, schlug er eine moderierte und offene erste JBV vor, „um überhaupt Wünsche, Probleme und Themen der Jugendlichen abzufragen. Der Antrag stieß im Rat auf viel Sympathie und brachte am Ende ein „Ja“ des Rates ein – ohne formelle Abstimmung.
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Die Jugend soll in Volkach mehr zu Wort kommen, und zwar durch eine Jugendbürgerversammlung (JBV). Den Anstoß dazu lieferte Heiko Bäuerlein, CSU-Fraktionssprecher im Stadtrat. In der jüngsten Ratssitzung beantragte er, nachdem im Vorfeld viele Gespräche geführt worden waren, eine Versammlung nur für Jugendliche ins Leben zu rufen. Da Jugendliche, so seine Ausführungen, eher direkte und unkonventionelle Aktionen bevorzugen, schlug er eine moderierte und offene erste JBV vor, „um überhaupt Wünsche, Probleme und Themen der Jugendlichen abzufragen. Der Antrag stieß im Rat auf viel Sympathie und brachte am Ende ein „Ja“ des Rates ein – ohne formelle Abstimmung.

Einziges Problem: der Antrag war nicht wie sonst der Einladung zur Ratssitzung beigefügt, so dass sich außer der CSU-Fraktion niemand damit hatte befassen können. Diesen Punkt wollte aber auch niemand von der Tagesordnung absetzen, eher diskutierte das Gremium über grundsätzliche Fragen: Wo soll sie stattfinden, wann, und vor allem: wer soll sie moderieren? Bürgermeister Peter Kornell sah sich eher in der Rolle des Antwortenden, so dass eher jemand vom Jugendhaus Volkach in Frage käme. Herbert Römmelt richtete den Blick schon in Richtung Kommunalwahl 2020, vor der er mit der Jugend ins Gespräch zu kommen möchte. „Es ist schon schwierig, die Jugend dahin zu bringen, dass sie über ihren eigenen Horizont schaut“, so der pensionierte Mittelschuldirektor Römmelt, „es wäre schon schön, mehr von ihnen zu finden, die das machen.“

Wobei sich wohl kaum ein Jugendlicher finden dürfte, der nach einer JBV in die Kommunalpolitik drängt, was den Räten durchaus bewusst gewesen sein dürfte. Einen interessanten Vorschlag lieferte SPD-Sprecher Dieter Söllner. Der Oberbürgermeister von Deggendorf Christian Moser hatte sich über das soziale Netzwerk Facebook live eine Stunde lang den Fragen seiner Bürger gestellt und eine durchweg positive Bilanz gezogen. Beleidigungen oder „böse Fragen“ waren Moser nicht gestellt worden, zitierte Söllner aus der Zeitschrift „Kommunal 10/2018“, und der Deggendorfer OB behandelt diese Art der Kommunikation wie eine „Vor-Ort-Version“.

So etwas auch in Volkach zu machen, sah Holger Scheidig als problematisch an. „Da wäre es mir lieber, mir sitzt jemand Auge in Auge gegenüber.“ Auch Kornell sah eher einen Nachteil, bei einer dauerhaften Einrichtung ohne zeitliche Begrenzung müsse er „ständig und schnell reagieren, das kann ich nicht leisten“. Dass es diese Begrenzung geben müsse, sei klar, so Söllner, doch der Bürgermeister zeigte sich dennoch wenig begeistert.

Letztlich erging doch noch der Beschluss, eine erste JBV einberufen zu wollen. Jetzt prüft die Verwaltung, wann und wo sie stattfinden und wer sie moderieren soll, die Einladung dazu wird rechtzeitig herausgegeben. Der frühest mögliche Zeitraum wäre nach dem Fasching 2019.



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