Marktbreit

Erneut Absage für großes Bauprojekt

Der Marktbreiter Stadt lehnte drei Alternativ-Varianten für das heiß diskutierte Bauvorhaben der Firma S + H Wohnbau GmbH für zwei Mehrfamilienhäusern mit 14 Wohneinheiten erneut ab.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Marktbreiter Stadtrat blieb bei der Diskussion um umstrittenes Bauvorhaben in der Mühlsteige seiner Linie und Beschlusslage treu. Im Bild von links: Bürgermeister Erich Hegwein, Angelika Pinnau von der Verwaltung, und Ratsmitglied Heinz Galuschka.

Der Marktbreiter Stadt lehnte am Montag drei Alternativ-Varianten für das heiß diskutierte Bauvorhaben der Firma S + H Wohnbau GmbH aus Weikersheim für zwei Mehrfamilienhäusern mit 14 Wohneinheiten erneut ab.

Denn die Verwaltung machte mehrere Gründe aus, weshalb das Bauvorhaben als nicht genehmigungsfähig angesehen wird. Die Ratsrunde fasste zu dem Vorhaben mehrere Beschlüsse. Laut der Haltung des Stadtrats seien mehrere Abweichungen gravierend gegenüber anderen Vorhaben, so dass der Stadtrat nicht zustimmen könne. Bürgermeister Erich Hegwein sah besonders Geländeabgrabungen und mögliche Probleme mit der Wasserversorgung bei der Dimension des Mehrfamilienhauses als wichtige Gründe für die Ablehnung an. Zudem füge sich das Vorhaben baulich überhaupt nicht in die Umgebung ein.

Hegwein: Bauvorhaben muss sich einpassen

„Wir haben uns in der Vergangenheit intensivst damit auseinandergesetzt und Bauausschuss wie auch Stadtrat haben das Vorhaben deutlich abgelehnt“, sagte der Bürgermeister. Zwischenzeitlich habe ein Gesprächstermin im Landratsamt stattgefunden, dem Hegwein einen „zähen Verlauf“ bescheinigte. Erst auf Drängen der Stadt habe man ein Modell des Vorhabens bekommen, zuvor hatte der Architekt nur ein visuelles Modell vorlegen wollen. Der Bürgermeister betonte, dass sich ein Bauvorhaben in die Umgebung einpassen müsse. In der Neubaustraße seien vorwiegend eingeschossige Wohnhäuser mit Firsthöhen von unter acht Metern vorhanden. Dagegen würde sich Projekt mit Firsthöhen von 13,70 Metern der zwei Baukörper deutlich abheben und auch die Traufhöhen würden deutlich überschritten.

Die Verwaltung listete die Vorgaben des Bebauungsplans Mühlsteige auf, wovon alle Varianten mehrfach abweichen. Entsprechend sind auch viele Anlieger dagegen und hätten deswegen ihre Nachbarunterschriften versagt. Wie das Projekt die Bürger in der Mühlsteige beschäftigt, dokumentierte die gut besetzten Zuhörerreihen im Sitzungssaal. Erich Hegwein präsentierte einen Auszug aus der Internetseite „immo-welt“ und zeigte sich verwundert darüber, dass die Wohneinheiten schon öffentlich beworben würden, obwohl noch keine Baugenehmigung vorliege.

Fall könnte vor Gericht gehen

Erich Hegwein schilderte einen Kompromiss seitens des Landratsamts und informierte darüber, dass der Fall vor Gericht gehen könnte. Dann wäre es möglich, dass ein Gericht den Bebauungsplan aufheben könnte: „Das wäre nicht schlimm für uns, denn dann müsste sich das Vorhaben an der baulichen Umgebung orientieren, was ja nicht gegeben ist.“

Martina Michel sah bei den Varianten eins und zwei kaum einen geänderten Sachstand, weswegen der Stadtrat bei seiner Beschlusslage bleiben sollte und sie konnte sich auch für Variante drei nicht erwärmen. Ähnlich äußerten sich Heinz Galuschka, Christiane Berneth und Harald Damm und kündigten die Ablehnung ihrer Fraktionen an. „Das wäre ja mit drei Geschossen ein Hochhaus“, monierte Harald Damm. Christiane Berneth wünschte sich, dass die Stadt dem Bauwerber ein anderes Grundstück anbieten sollte, damit die Antragsteller das Vorhaben in der Mühlsteige aufgeben. Darauf erwiderte der Bürgermeister, dass die Stadt kein Grundstück dafür anbieten könne. Christiane Berneth fand es bedauerlich, dass es seitens des Planers kaum Gesprächsbereitschaft gegeben habe. Die Werbung im Internet stufte derweil Harald Damm als „ziemlich dreist“ ein.



Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.