Prichsenstadt

Entschiedenes Nein zu Probebohrung für Kiesgrube im Wald

Die Betreiber der Heidelberger Sand und Kies GmbH, die in Dettelbach ein Sand- und Kieswerk betreibt, scheiterten mit ihrem Antrag, in Prichsenstadt Probebohrungen durchführen zu dürfen. Konkret wollten sie in einem Waldstück zwischen Laub und Reupelsdorf Rohstoffe suchen, um sie in Dettelbach zu verarbeiten. Mit ihrem Vorschlag bissen sie bei den Stadträten auf Granit: mit 13 gegen 3 Stimmen verhinderte die Mehrheit den Antrag.
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Die Betreiber der Heidelberger Sand und Kies GmbH, die in Dettelbach ein Sand- und Kieswerk betreibt, scheiterten mit ihrem Antrag, in Prichsenstadt Probebohrungen durchführen zu dürfen. Konkret wollten sie in einem Waldstück zwischen Laub und Reupelsdorf Rohstoffe suchen, um sie in Dettelbach zu verarbeiten. Mit ihrem Vorschlag bissen sie bei den Stadträten auf Granit: mit 13 gegen 3 Stimmen verhinderte die Mehrheit den Antrag.  

Bürgermeister René Schlehr hielt mit seiner Meinung nicht hinterm Berg. "Die Lage des Waldstückes ist nicht für schwere Lkw erschlossen",sagte er. Eine Probebohrung könne zudem suggerieren, dass später dort auch gegraben werden solle.

Probebohrungen ab Herbst

Helmut Happel wies auf eine Gasleitung hin, die  in diesem Bereich verlaufe, die müsste dann gesondert geschützt werden. Ursula Reiche wandte sich, aus ähnlichen Gründen wie Schlehr, gegen die Probebohrung: "Wir müssen nur nach Nordheim schauen, wie das Ganze dann aussehen wird". 

Laut Antrag der Dettelbacher Firma sollte für eine geologische Ersteinschätzung zunächst im Bereich von Wegen gebohrt werden. Damit wollten die Verantwortlichen der Firma eine unnötige Beeinträchtigung des Waldes vermeiden. Ein Zeitraum war, laut Bürgermeister, auch schon ins Auge gefasst: vom 1. Oktober bis 31. März 2020. "Wäre nichts gefunden worden, hat die Firma Heidelberger die Absicht geäußert, weitere Probebohrungen zu beantragt", sagte er. Im Fall, dass sich der Abbau lohnt, beabsichtigte die Firma, mit der Stadt über die Nutzung des Rohstoffvorkommens zu verhandeln.

Biotop muss geschützt werden

Harald Rückert brachte die Probebohrungen der Firma Knauf aus Iphofen ins Gespräch. "Das haben wir damals auch erlaubt, dann können wir es jetzt auch machen. Wenn sie nichts finden, dann werden sie auch nicht graben", so sein Argument. Dem hielt Schlehr entgegen, dass Gips in Minen untertags abgebaut werde. "Bei Sand und Kies gräbt man sich von oben nach unten, das kann man sehr gut in Schwarzach sehen", sagte er, "da liegen die Gruben mit Baggern direkt neben der Schnellstraße."

Weil sich in dem Waldstück auch ein Biotop befände, ergänzte Reiche, müsse das geschützt werden. In weniger als zehn Minuten waren sich die Stadträte einig, das Ansinnen der Firma Heidelberger abzulehnen.

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