Prichsenstadt

Entführung in die Natur – direkt vor der Haustür

Geologischer Spaziergang zu den Steinbrüchen lockt 60 Gäste. Rundgang bietet faszinierende Einblicke.
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Die Steinbrüche bei Ilmbach und die Geologie dort brachte Geologin Angela Wirsing vor Ort den Teilnehmern einer Wanderung näher. Foto: Foto: Andreas Stöckinger

Da staunte die Naturfreunde, die sich vom Jagdhaus aus mit Geologin Angela Wirsing zur Führung aufmachten: Zwar kennen Ortskundige die schönen Wanderstrecken rund um den kleinen Weiler Ilmbach und den dortigen Naturlehrpfad – die zum Teil recht großen und gut zu sehenden Sandsteinbrüche sind dagegen für viele neu. Wirsing wolle die Gäste „entführen in eine vermeintlich bekannte Umgebung“, wie sie sagte.

Zu der „Entführung“ begrüßte der Veranstalter vom Verein Nationalpark Nordsteigerwald rund 60 Interessierte. Sie liefen die mehr als sechs Kilometer lange Strecke mit. An einigen Strecken im hügeligen, wunderschönen Waldgebiet zwischen Kirchschönbach und Geiselwind machte Geologin Wirsing auf manche Besonderheit aufmerksam, die dort verborgen ist.

Vom Jagdhaus aus führte zunächst der Weg zum Kreuz auf den Schlossberg hinter Altenschönbach. Dort gab die aus Wiesentheid stammende Geologin, die in Heroldsberg lebt, eine kurze Einführung in ihr Fach und die Gegend. „In Altenschönbach beginnt der mittlere Keuper“, ging sie etwa auf ein dort typisches Gestein ein. Wie es sich der leicht lehmhaltige Ton anfühlt, durften die Teilnehmer selbst erkunden.

Die Gruppe zog den steilen Hohlweg am Höllgrund zu den ersten Steinbrüchen hinauf, vorbei an mächtigen Bäumen. Bis vor etwa 60 Jahren wurde hier Sandstein abgebaut. Heute verdeckt bereits der Abraum große Teile der Steinbrüche. Die Wanderer erfuhren einiges über den grünen Schilfsandstein, oder die dort vorhandenen Lehrberg-Schichten, den Blasensandstein, den Coburger Sandstein, dazu auch über die Geologie des Gebiets.

Vorbei an mächtigen Laubbäumen, teils abseits der angelegten Wege, bot die Tour einen imposanten Blick in die Natur. Das Eselsbrünnlein plätscherte munter, ehe es den Weg wieder hinab zum Ausgangspunkt ging. Die Natur hat auch vor der Haustüre einiges zu bieten – das wurde deutlich.



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