KLEINLANGHEIM

Engagierter Kirchenmann geht in Ruhestand

Auf der einen Seite war da die österliche Freude, auf der anderen Seite ein bisschen Wehmut und Abschiedsstimmung über den Weggang des langjährigen Kleinlangheimer Pfarrers Gerhard Homuth.
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Pfarrer Gerhard Homuth wurde am Ostermontag nach dem Gottesdienst als Pfarrer von Kleinlangheim verabschiedet. Den Segen Gottes erhielten er und seine Frau Elke aus der Hand von Dekan Hans-Peter Kern (links). Foto: Foto: Winfried Worschech

Auf der einen Seite war da die österliche Freude, auf der anderen Seite ein bisschen Wehmut und Abschiedsstimmung über den Weggang des langjährigen Kleinlangheimer Pfarrers Gerhard Homuth.

Er wurde nach dem Gottesdienst am Ostermontag aus dem Dienst der evangelischen Landeskirche in den Ruhestand entlassen. Viele Geistliche beider Konfessionen und die Fahnenabordnungen der Kleinlangheimer Vereine zogen am Nachmittag in die voll besetzte Kirche ein.

Für die Musik sorgten der Posaunenchor, der gemischte Chor des Gesangvereins, der ökumenische Singkreis, Orgelspiel und die Pfarrgasssänger.

Aufbruch und Neubeginn

In seiner Abschiedspredigt bezog sich Pfarrer Homuth vor allem auf die Stelle aus dem Evangelium mit den Emmausjüngern, in der es heißt „Herr bleibe bei uns, denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneiget“. Analog diesen Jüngern seien die Menschen immer auf dem Weg, „zu dem auch ein wenig Abschiedsschmerz gehört und wir werden hinein genommen in Zeiten des Aufbruchs und des Neubeginns“.

Dekan Hans-Peter Kern wies auf die Kontinuität der Gemeinde hin, die auch durch den Altarstein aus der Kleinlangheimer Urkirche bezeugt werde, dessen Originalbruchstücke im bayrischen Landesmuseum aufbewahrt werden und dessen Replik nun in der Kleinlangheimer Pfarrkirche zu sehen ist. „Der Stein zeigt, dass Christen schon vor rund 1400 Jahren zusammen kamen, um Zuspruch für ihr Leben zu empfangen und es braucht uns nicht bange vor der Zukunft zu sein.“

Auf den Werdegang von Gerhard Homuth ging Dekan Hans-Peter Kern ein. Homut hatte in Rostock Theologie studiert, war als Pfarrer in Mecklenburg-Vorpommern tätig und siedelte wegen seiner kritischen Einstellung zum SED-Staat mit Frau und drei Kindern in die Bundesrepublik über.

Am 1. September 1992 trat er die Pfarrstelle in Kleinlangheim an, wo er umsichtig in der Seelsorge, engagiert, solide und verlässlich seinen Dienst versah.

Verantwortung übernommen

Dekan Kern hob auch den Einsatz von Elke Homuth hervor, „die als engagierte Pfarrersfrau Verantwortung übernommen hat“. Zum weiteren Vorgehen in Kleinlangheim informierte der Dekan, dass zunächst Pfarrer Claus Deininger aus Mainstockheim die Amtsführung hat, die Pfarrstelle nun ausgeschrieben wird „und wir hoffen auf Bewerbungen.“

Das Emmaus-Evangelium zeige, worum es gehe, da Menschen unterwegs seien, um den Sinn des Lebens zu entdecken: „Gott begleitet die Menschen und lässt sie den Weg weiter gehen.“

Den Menschen zu begleiten sei auch stets das Anliegen Pfarrer Homuths gewesen, „was man auch am guten ökumenischen Miteinander gesehen hat“, sagte der katholische Dekan Peter Göttke.

„Kommen und Gehen bestimmt unser Leben“, meinte Kleinlangheims Bürgermeisterin Gerlinde Stier, die sich für langjährige gute Zusammenarbeit auch in Sachen Kindergarten, Kirchenburg, Kirchenvorstand und Gemeinderat bedankte: „Da standen immer gemeinsame Lösungen und das Allgemeinwohl im Vordergrund.“

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