Hellmitzheim

Engagierte Hilfe für die Flattertiere der Nacht

Die Aktion „Fledermäuse im Weinlandkreis Kitzingen“ erhält die Auszeichnung als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt. Es erklärt, warum sich Fledermäuse wohl fühlen.
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„Fledermäuse im Weinlandkreis Kitzingen” ist als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet worden. Darüber freuen sich (von links) Markus Schmitt, Marc Sitkewitz, Michael Völker, Georg Schlapp und Christian Söder.

Die Aktion „Fledermäuse im Weinlandkreis Kitzingen“ ist nun ein Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt. In einer Feierstunde im Flatterhaus in Hellmitzheim drehte sich bei der Verleihung der Auszeichnung alles um die Fledermaus, der im Landkreis durch ein einzigartiges Engagement geholfen wird.

Vielfältige Hilfen für Fledermauskolonien

Das Projekt „Fledermäuse im Weinlandkreis Kitzingen“, für das Christian Söder (naturgeflatter) Ansprechpartner ist, umfasst Einzelprojekte unter der Trägerschaft des Landschaftspflegeverbands (LPV) Kitzingen sowie der Bezirksgeschäftsstelle des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) Unterfranken. Im Hellmitzheimer historischen Bürgerhaus, das im oberen Stockwerk das Flatterhaus beherbergt, überreichte Georg Schlapp vom Bayerischen Naturschutzfonds die Auszeichnung.

Urkunde, Auszeichnungsschild und einen „Vielfalt-Baum“ durften dann Markus Schmitt (LPV), Marc Sitkewitz (LBV), Christian Söder (naturgeflatter) sowie Michael Völker vom Weingut Völker, das „Fledermauswein“ produziert, in Händen halten. Der Wein wird aus Trauben gekeltert, deren Rebstöcke mit Fledermaus-Guano gedüngt werden.

Christian Söders Leidenschaft

Der, der im Landkreis mit den Fledermäusen fliegt, heißt Christian Söder. Diese Tiere sind seine Leidenschaft. Seit 2013 gibt es das Fledermausprojekt im Landkreis und Söders Ziel ist es, Leute zu gewinnen, die sich für Fledermäuse interessieren. In Hellmitzheim geht ihm das Herz auf, denn „hier wird Fledermausschutz gelebt“.

Er schilderte den Festgästen bei der Verleihung der Auszeichnung, was bisher alles erreicht worden ist. Söder nannte die Informationsarbeit zum Beispiel bei Kirchenrenovierungen, den Garten „Hortus nocte“ in Mainbernheim oder die aufgehängten Fledermauskästen, die mittlerweile auch ander eLiebhaber gefunden hätten: In vielen sei die Haselmaus anzutreffen, manche hätten auch Siebenschläfer besetzt. Und selbst Hornissen fänden daran gefallen.

Immer öfter: „Fledermäuse willkommen“

68 Plaketten „Fledermäuse willkommen“ seien bereits im Landkreis vergeben worden, 30 weitere werden folgen. Er freute sich, dass die Nymphen- und die Nordfledermaus habe nachgewiesen werden können. Auch beteilige man sich am Artenhilfsprojekt für das Graue Langohr.

Die Saatmischung beim Projekt „Garten für Nachtschwärmer“ scheint nach Söders Erkenntnissen zu funktionieren, wie Untersuchungen von Pollenanhaftungen bei einer Fledermaus gezeigt hätten. Mit der Aktion möchte man mehr Futterpflanzen für Nachtfalter, das Futter der Fledermäuse, anbieten.

Zentrales Projekt Flatterhaus

Zentrales Projekt sei aber das Flatterhaus, das es seit 2016 gibt. Das sei eine Bereicherung für Hellmitzheim, sagte der stellvertretende Bürgermeister Ludwig Weigand. Ohne Söders Engagement und das des Vorsitzenden des Bürgerhaus-Fördervereins, Harald Heinritz, hätte es nicht verwirklicht werden können. Dass insgesamt schon 30 Gruppen durch das Flatterhaus geführt worden seien, erfüllt Söder mit Stolz, denn Hellmitzheim liege ja nicht in der Würzburger Fußgängerzone. Wenn Schulklassen kommen möchten, gibt es laut Söder mittlerweile Buszuschüsse vom Landkreis.

Söders Wünsche sind das weitere Monitoring bei der Saatmischung, Nachforschungen über die Besiedlung der Kirchen durch Fledermäuse oder die Naturraumaufwertung für das Graue Langohr und „noch etwas mit Kunst oder Philosophie“.

Lob von der Regierung

Für Georg Schlapp stellt die Bewahrung der Artenvielfalt eine große Herausforderung dar. In seiner Laudatio stellte er die Bedeutung der Biodiversität heraus. Schlapp würdigte den gezeigten Einsatz für die Fledermaus und die biologische Vielfalt. „Hier wird heute auch das großartige Miteinander ausgezeichnet“, sagte er. Lob für die engagierte Initiativen gab es auch von Jörg Steinhoff von der Regierung von Unterfranken.



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