Prichsenstadt

Energie besser nutzen: Prichsenstadt investiert 4 000 Euro

Wenn ein Kühlschrank mit wenig Energieverbrauch die Lebensmittel auf etwa sieben Grad kühlt, spricht der Fachmann von "Energieeffizienz". Je weniger Strom er verbraucht, desto effizienter arbeitet er also. Was im normalen Haushalt mehr und mehr Einzug hält, nämlich die Energie effizient einzusetzen, gilt auch für Kommunen. Unter dem sperrigen Begriff "Energieeffizienz-Netzwerk" haben unter der Federführung der ÜZ Mainfranken 39 Kommunen signalisiert, sich an diesem Netzwerk zu beteiligen, und Prichsenstadt ist eine dieser Kommunen, die dem Netzwerk in der Region angehören wird. Innerhalb der nächsten drei Jahre, so der einstimmige Beschluss des Stadtrates, wird die Stadt für das Management nach Abzug der Fördermittel 3 087 Euro zahlen und pro energietechnischer Beratung über denselben Zeitraum 1 040 Euro.
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Wenn ein Kühlschrank mit wenig Energieverbrauch die Lebensmittel auf etwa sieben Grad kühlt, spricht der Fachmann von "Energieeffizienz". Je weniger Strom er verbraucht, desto effizienter arbeitet er also. Was im normalen Haushalt mehr und mehr Einzug hält, nämlich die Energie effizient einzusetzen, gilt auch für Kommunen. Unter dem sperrigen Begriff "Energieeffizienz-Netzwerk" haben unter der Federführung der ÜZ Mainfranken 39 Kommunen signalisiert, sich an diesem Netzwerk zu beteiligen, und Prichsenstadt ist eine dieser Kommunen, die dem Netzwerk in der Region angehören wird. Innerhalb der nächsten drei Jahre, so der einstimmige Beschluss des Stadtrates, wird die Stadt für das Management nach Abzug der Fördermittel 3 087 Euro zahlen  und pro energietechnischer Beratung über denselben Zeitraum 1 040 Euro.

Was sich auf den ersten Blick als viel Geld für die unter chronischem Geldmangel leidende Stadt Prichsenstadt liest, "wird uns auf Dauer sehr viel Geld an anderer Stelle einsparen", so Bürgermeister René Schlehr. Denn die ganze Angelegenheit läuft darauf hinaus, dass die Stadt sich bei energetischer Gebäudesanierung oder Neubauten, bei einer besseren Ausnutzung der Kläranlage und dem  Verwerten des Klärschlammes, aber auch bei der Trinkwasserversorgung und Photovoltaikanlagen zur Nutzung von Eigenstrom intensiv beraten lassen kann. Und nicht nur das: bei Netzwerktreffen in den unterschiedlichen Orten werden neben Fachvorträgen immer wieder Praxisbeispiele besichtigt, wie Daniel Reichel von der ÜZ Mainfranken im Rat erklärte. Das große Stichwort im Hintergrund lautet Energiewende, "und es ist das Ziel, wirtschaftlich sinnvolle Investitionen in Energieprojekte zu stecken", so Reichel. Und zwar weit über die Energieeinsparung für die Straßenbeleuchtungen hinaus.

Um das Ganze finanziell zu unterstützen, stellt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) den zehn Kommunen in vier  Netzwerken insgesamt eine Million Euro Förderung aus Bundesmitteln für die Energieberatung zur Verfügung. Diese Beratung leistet das Institut für Energietechnik an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden mit Professor Markus Brautsch an der Spitze zusammen mit der ÜZ, bei der die Projektleiter Benjamin Geßlein und Bernhard Bedenk zur Verfügung stehen. Für die Beratungskosten gibt es im ersten Jahr 70 Prozent Zuschuss, in den beiden weiteren Jahren der Laufzeit 50 Prozent. Jedes der vier Netzwerke erhält 250 000 Euro, geteilt durch zehn Kommunen macht das pro Kommune 25 000 Euro, egal wie groß oder klein sie ist.

Die Verträge sollen am 1. Juli unterschrieben werden, so der Bürgermeister in der Sitzung. Dazu ist ein Ratsbeschluss notwendig. "Ich habe die Stadt Prichsenstadt, als ich von diesem Projekt erfahren habe, unverbindlich angemeldet", so Schlehr, "hätte ich das nicht gemacht, könnten wir jetzt nicht mehr berücksichtigt werden." Nutzen könnte die Stadt zum Beispiel bei der Sanierung des Anwesens Luitpoldstraße 9 aus dem Netzwerk ziehen. Privathaushalte, beantwortete Schlehr eine Frage von Harald Eger, würden allerdings nicht beraten werden, "hier geht es allein um die Kommune".

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