VOLKACH

Endspurt im Ringen um Spielplatz

Ob der Spielplatz am Volkacher Sambühl weiter in Kinderhand bleibt oder zum Bauplatz wird, das entscheidet sich beim Bürgerentscheid am kommenden Sonntag.
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Spielen oder Wohnen? Je nach Ergebnis des Bürgerentscheids am Sonntag wird sich die Zukunft des Spielplatzes am Volkacher Sambühl entscheiden. Geht es nach dem Bürgerbegehren, bleibt es beim Spielen, greift das Ratsbegehren, sollen hier Häuser entstehen. Foto: Foto: Peter Pfannes

Ob der Spielplatz am Volkacher Sambühl weiter in Kinderhand bleibt oder zum Bauplatz wird, das entscheidet sich beim Bürgerentscheid am kommenden Sonntag (25. Oktober). Gut 7000 Wahlberechtigte sind dazu aufgerufen, sich entweder für das Bürgerbegehren (pro Spielplatz) oder das Ratsbegehren (pro Bauplatz und Verlagerung der Spielgeräte in den Spielplatz an der Fahrer Straße) auszusprechen.

Bislang scheint das Interesse der exakt 7185 Wahlberechtigten an dem Entscheid über den Spielplatz eher dürftig zu sein. Rund 472 Briefwähler haben laut Wahlleiter Christian Schwab bisher ihre Stimme abgegeben. Wie viele es am Ende sind, können alle Interessierten am Sonntagabend im großen Sitzungssaal des Rathauses live an der Leinwand mitverfolgen oder im Internet auf dem Stadtportal unter www.volkach.de (Bürgerportal anwählen und dann Aktuelles).

Rat beschloss den Verkauf

Beide Seiten haben viel Rückendeckung. Das Ratsbegehren besitzt die des Stadtrats. Der beschloss einstimmig den Verkauf des Geländes, das zu zwei Dritteln als Bauplatz genutzt werden soll. Ebenso einig war sich das Gremium, dem Bürgerbegehren ein Ratsbegehren als Abstimmungsalternative entgegenzusetzen.

Starken Rückhalt genießt allerdings auch das Bürgerbegehren. 923 Volkacher (gut 700 wären als Minimalanzahl nötig gewesen) unterschrieben die Listen der Initiative, die seit einer nichtöffentlichen Verkaufsentscheidung im Januar gegen die Stadtratsentscheidung Sturm lief, jedoch vergebens. Der Stadtrat bestätigte im April seinen Beschluss öffentlich – und brachte so das Bürgerbegehren ins Rollen.

Das Ziel des Bürgerbegehrens

Die Initiatoren und ihre Unterstützer wollen den rund 1500 Quadratmeter großen Spielplatz erhalten. „Soll der Spielplatz Am Sambühl in seinen jetzigen Grundstücksgrenzen erhalten bleiben?“, heißt die Kernfrage an die Adresse der Volkacher Wähler. Der Platz werde gut angenommen, sei umzäunt, ruhig gelegen und biete an heißen Tagen Schatten durch die Bäume. Das Gelände liege mitten im Wohngebiet, es gebe keine Gefahren durch schnellfahrende Autos und angesichts der Größe sei hier auch ein Mehrgenerationen-Spielplatz möglich.

Den von der Stadt angepeilten Ersatzspielplatz an der Fahrer Straße halten die Sambühl-Unterstützer für ungeeignet. Das Areal sei schattenlos, liege neben einer viel befahrenen Straße, werde häufiger von Hunden besucht und befinde sich zudem im Überschwemmungsgebiet des Mains.

Das Ziel des Ratsbegehrens

Die Wünsche des Stadtrats sind sehr kompakt in der Frage zum Bürgerentscheid zusammengefasst: „Sind Sie dafür, dass der Spielplatz Am Sambühl in eine kleine Grünfläche von circa 500 Quadratmetern und einen Bauplatz von circa 1000 Quadratmetern umgewandelt wird, die vorhandenen Spielgeräte auf dem in der Nähe liegenden Spielplatz an der Fahrer Straße wieder aufgestellt werden und der Erlös aus dem Bauplatzverkauf zur Verbesserung der städtischen Finanzlage verwendet wird?“

Hintergrund der Grundstücksgeschichte ist der vom Finanzministerium geforderte Kurs, im Gegenzug zu Stabilisierungshilfen von rund einer Million Euro die Haushaltslage zu verbessern. Eine Konsequenz war der Plan, das Areal zu vermarkten. Im Gegenzug soll der Fahrer Spielplatz – laut Stadt in 200 Metern Luftlinie gelegen – optimiert werden. Hier kämen auch die Spielgeräte vom Sambühl hin.

Der Bürgerentscheid

Spannend könnte der Sonntag werden, wenn beim Zählen der Stimmzettel nach 18 Uhr beide Begehren die erforderliche Mindest-anzahl an gültigen Stimmen (Quorum) kriegen – im Falle von Volkach wären das 20 Prozent der Wahlberechtigten oder gut 1400 Volkacher. Tritt der Fall ein, entscheidet die Stichfrage. Dann kann sich der Wähler entscheiden, ob er dem Bürgerbegehren „Erhaltung Spielplatz“ sein Kreuzchen gibt oder dem Ratsbegehren „Umwandlung Spielplatzfläche“.

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