KITZINGEN

Eltern retten Sohn vor dem Arrest

Der konsequenten Haltung seiner Eltern hat ein 16-Jähriger zu verdanken, dass ihm ein Wochenendarrest erspart geblieben ist. Trotzdem muss er für eine Mofatour büßen.
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justice Foto: liveostockimages (iStockphoto)

Der konsequenten Haltung seiner Eltern hat ein 16-Jähriger zu verdanken, dass ihm ein Wochenendarrest erspart geblieben ist. Das Jugendgericht stellte ein Verfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis ein – gegen 40 Stunden soziale Hilfsdienste.

Dass Vater und Mutter dem Sohn Hausarrest, Handy-, Computer- und Mofaverbot verordnet hatten, nachdem der mit seiner frisierten Mofa erwischt worden war, kam bei Jugendrichter Wolfgang Hülle gut an. „Die sofortige Strafe hat mehr Wirkung als alles andere“, sagte Hülle. Dass auch das Verfahren den jungen Mann sichtlich beeindruckte, kam noch hinzu.

Gruppenzwang

Eher kleinlaut räumte der junge Mann alles ein, was ihm die Staatsanwältin vorhielt. Demnach war er Anfang Juli von der Polizei mit seinem Mofaroller gestoppt worden. Er war viel zu schnell unterwegs. 25 Stundenkilometer sind erlaubt, „70 hat der Roller gemacht“, sagte der 16-Jährige. Das Motiv: Weil er nicht der Langsamste in der Gruppe von jugendlichen Mofafahrern sein wollte, hat er einen Kumpel an der „Gaszugdrossel“ herummontieren lassen. „Gruppenzwang“ nannte das die Jugendgerichtshilfe. Nach dem Frisieren konnte der junge Mann zwar mithalten. Dafür aber hatte er keine Fahrerlaubnis. So landete er vor dem Jugendgericht.

Drei Einträge

Das Problem: Der 16-Jährige war schon mehrfach aufgefallen. Keine großen Sachen, aber drei Einträge, die sich schlimmer anhören als die Taten sind, die dahinter stecken: Hausfriedensbruch, gemeinschaftliche Sachbeschädigung und schon einmal Fahren ohne Fahrerlaubnis. Alle Verfahren waren eingestellt worden, meist mit sozialen Hilfsdiensten als Auflage. „Beeindruckt hat Sie das nicht besonders“, wandte sich Jugendrichter Hülle an den Angeklagten und machte deutlich, dass Arrest die logische Konsequenz sein müsste.

Als dann die innerfamiliären Maßnahmen bekannt wurden, und der Angeklagte einen sicht- und spürbar geknickten Eindruck machte, drücke der Richter ein Auge zu. Die Einstellung des Verfahrens, aber eine hohe Zahl an Hilfsdiensten seien „gerade noch vertretbar“, meinte Hülle. Der verabschiedete den jungen Mann mit den Worten: „Jetzt muss aber ein für allemal Schluss sein.“

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