KITZINGEN

Elf von zwölf Monaten waren zu warm

Auch wenn es der Winter in den letzten Tagen krachen ließ: 2014 wird als sehr warmes Jahr in die Statistik eingehen. Und als eines, das bei den Niederschlägen fast eine Punklandung hingelegt hat. Insgesamt war es für die Landwirte „ein eher gutes Jahr“.
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Viele Wolken und warm: So stellte sich das Wetter im Jahr 2014 dar. Unterm Strich war das Jahr dann wärmer als im Durchschnitt, bei Niederschlägen und Sonnenstunden blieb es im Rahmen. Foto: Foto: Karl Schönherr

Auch wenn es der Winter in den letzten Tagen krachen ließ: 2014 wird als sehr warmes Jahr in die Statistik eingehen. Und als eines, das bei den Niederschlägen fast eine Punklandung hingelegt hat. Insgesamt war es für die Landwirte „ein eher gutes Jahr“.

Zu diesem Schluss kommt Thomas Karl, der beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten das Wetter und die Entwicklung auf den Feldern beobachtet und Monat für Monat eine Bilanz vorlegt. Das Auffälligste: „Elf von zwölf Monaten waren 2014 teilweise viel zu warm.“ Unterm Strich kam das Jahr an der Messstelle in der Mainbernheimer Straße auf gut 11,3 Grad. Das sind rund zwei Grad mehr als in einem Durchschnittsjahr. Und das, obwohl richtig heiße Tage mit Temperaturen über 30 Grad – außer viermal im Juni – so gut wie nicht vorkamen.

Bemerkenswert auch: Ausgerechnet der Sommermonat August hat den Ausreißer nach unten geliefert. Der hat es auf 17,1 Grad gebracht und blieb ein Grad unter dem Schnitt. Zudem erreichte das Thermometer nie die 30-Grad-Grenze und sehr kühle Nächte mit vier bis fünf Grad kamen dazu. 22 Regentage mit doppelt so vielen Niederschlägen wie normal (60 Liter) sorgten zudem dafür, dass man den August als Sommermonat vergessen konnte. Das gilt auch für den Juli, der zwar wärmer, aber ebenfalls sehr verregnet war. Trotz der beiden nassen Monate. Das Jahr erreichte rund 600 Liter Niederschläge pro Quadratmeter. Da sind rund zehn Liter mehr als im langjährigen Mittel.

Bei den Sonnenstunden gab es beinahe eine Punktlandung: Am Ende standen 1680 den 1665 Stunden gegenüber, die den Schnitt der letzten zehn Jahre ausmachen. Vergleich: 2013 waren es 1570 Sonnenstunden, 2012 dagegen 1900, was die starke Schwankungsbreite zeigt.

Nach einem trockenen Start – kaum Schnee, kaum Temperaturen unter minus fünf Grad – und den wichtigen Niederschlägen Ende April hat sich das Jahr für die Landwirte gut entwickelt. „Es war ein eher gutes Jahre, nicht nur für gute Standorte“, sagte Karl. Erst hatte die Vegetation 14 Tage Vorsprung. Was vor allem auch die Spargelfreunde gefreut hat, die die weißen Stangen schon Anfang April genießen konnten.

Die Getreideernte lief gut, auch wenn es hier auf den sandigen Böden einige Ausfälle gab. Der kühle August sorgte dann dafür, dass die Pflanzen wieder in den normalen Rhythmus kamen, die 14 Tage Vorsprung waren wieder weg.

Im Herbst waren die Felder – im Gegensatz zum Jahr davor – gut befahrbar. Der Mais wurde gewohnt generalstabsmäßig in die Silos geholt und die Zuckerrüben wurden gerodet und zum Abtransport bereitgestellt. Vor allem auch bei den Zuckerrüben war die Ernte „sehr gut“. Den fehlenden Zuckergehalt gleicht die Menge aus. Was zur Folge hat, dass in der Zuckerfabrik in Ochsenfurt die Kampagne bis Mitte Januar laufen wird.

Am Ende der Wunsch für 2015: „Wir bräuchten wieder mal richtigen Frost“, hatte Karl beim „Wettergespräch“ kurz vor Weihnachten gesagt. Das würde den Schädlingsdruck nehmen, weil die Alttiere nicht überleben würden, und dem Boden gut tun. „Der Boden baut sich nicht“, sagt der Landwirt, wenn die Froststarre ausbleibt. Nach den kalten Tagen seit dem zweiten Weihnachtsfeiertag könnte das auf die Reihe kommen.

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