Wer am Dienstag auf der Umgehungsstraße von Albertshofen nach Kitzingen fuhr, traute seinen Augen kaum. So mancher Autofahrer hielt spontan und zückte seinen Fotoapparat, um ein Naturschauspiel festzuhalten: Mitten in der Frühlingslandschaft hingen Eiszapfen von zehn bis 25 Zentimetern Länge an den Süßkirsch- und Zwetschgenbäumen auf einer Obstplantage. Was war passiert?
Durch die Nachtfröste in den vergangenen Tagen - die Temperaturen fielen teilweise auf minus zwei bis minus fünf Grad - können die unzähligen offenen, aber auch die noch geschlossenen Blüten und Knospen erheblich geschädigt werden. Um dieses Risiko zu minimieren, muss die Temperatur direkt an der Blüte erhöht werden. Die Obstbauern versuchen das durch eine Frostschutzberegnung.
"Bereits bei Plustemperaturen von einem Grad Celsius wird bei zu erwartenden Nachtfrösten in den Abendstunden die Beregnungsanlage in den Plantagen eingeschaltet", erklärt Betriebsleiter Roman Döppler von der Bayerischen Landesanstalt in Veitshöchheim. "Wenn das Wasser zu gefrieren beginnt, wird Energie frei, die Wärme erzeugt. Sie reicht aus, um die Blüten nicht gefrieren zu lassen."
Trotzdem: Bei Frostnächten liegen die Nerven der Obstbauern blank. Die Folgen eines Frostes können erheblich sein. Wie sich die Nacht zum Dienstag ausgewirkt hat, steht noch nicht fest.
Ein Schadensbild war aber an der Straße zwischen Kitzingen und Albertshofen gestern schon für Laien ersichtlich: Viele Äste sind durch die enorme Eislast einfach abgebrochen.