Kitzingen

Eis-Zeit für Schleckermäulchen

An den Eissorten lässt sich der Zeitgeist erkennen. Da ist sich unser "Urlaubsreif"-Autor sicher. Oder anders gesagt: Wir leben im Ingwer-Chai-Latte-Algen-Zeitalter.
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Eis-Zeit im Sommer: Die Sorten sind inzwischen so kompliziert die Welt auch, findet unser Kolumnist. Foto: Karl-Josef Hildenbrand (dpa)
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Bevor mit dem Sommer endgültig auch diese "Urlaubsreif"-Kolumne verschwindet, noch schnell ein Abstecher in die Eis-Zeit. Ohne den Schleck-Genuss wäre im Sommer alles nicht. Eis kühlt, Eis schmeckt, Eis hilft immer - selbst als Schmerzmittel. Es gibt dünnes und glattes Eis und wenn es erst einmal gebrochen ist, geht sowieso alles von alleine.

Wahre Eis-Kenner uns unverbesserliche Schleckermäulchen erkennt man daran, dass das schönste Auto der Welt für sie - ganz klar - der Eiswagen ist. Mit Eis wird es einem zudem nie langweilig: Wer kein Soft- und Milcheis mehr sehen kann, steigt kurzerhand auf Sahne- oder Fruchteis um.

Kurzum: Vom Eis kann man einfach nie genug bekommen, am besten nimmt man immer gleich zwei Waffeln im Becher. Und bitte: Fangen letztlich nicht alle Romanzen mit dieser einen und alles entscheidenden Frage an: "Gehst Du mit mir ein Eis essen?" 

Am Eis lässt sich sogar der Zeitgeist ablesen: Als die Welt noch geordnet und überschaubar war, gab es die Sorten Schoko, Vanille und Erdbeere. Wer es ganz verwegen mochte, griff auch mal zu Zitrone oder Nuss.

Das hat sich gründlich geändert: Heute ist alles möglich. Teilweise lassen sich die Sorten kaum noch aussprechen. Schoko wird ganz an den Rand gedrängt von Porridge-Basilikum, Cheesecake-Maracuja, Chai-Latte-Ingwer, Alge-Obazda oder auch Goji-Beeren-Blumenkohl-Karamell. 

Algen-Eis mit Blumenkohl-Geschmack als Obazda -  da wundert es doch nun wirklich keinen mehr, dass die Zeiten so sind, wie sie sind.

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