KITZINGEN

Einmal in die USA und wieder zurück

Stars and Stripes in Kitzingen (Teil 5): Katie Cuite ist Amerikanerin – zumindest zur Hälfte. Aufgewachsen ist sie in Deutschland, dann zog es sie in die USA. Doch der Zufall brachte sie zurück.
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Katie Cuite
Als Tochter eines Amerikaners und einer Deutschen wurde Katie Cuite in Norddeutschland geboren. Foto: Martin Nefzger

Brynn Katherina Cuite ist Amerikanerin – zumindest zur Hälfte. 1976 wurde sie in Bremerhaven als Tochter einer Deutschen und eines US-Amerikaners geboren. Ihre Kindheit und Jugend hat sie in Deutschland verbracht – auch in Kitzingen. Dorthin wurde ihr Vater 1995 als Zivilangestellter der US-Army versetzt.

„Ich bin mit der Army aufgewachsen“, erzählt Katie – so wird sie von ihren Freunden genannt – mit englischem Akzent. Sie sei immer auf Schulen des US-Militärs gewesen, hätte als Kind und Jugendliche hauptsächlich Englisch gesprochen. Das ist bis heute so: Auch wenn Katie die deutsche Sprache beherrscht, nutzt sie diese privat kaum. Trotzdem fühlt sie sich hier heimisch: „Ich bin eine englischsprachige Deutsche“, sagt sie mit einem Lächeln auf den Lippen.

Zurück in die USA

Einige Jahre nach seiner Versetzung nach Kitzingen kehrte Katies Vater in seine amerikanische Heimat zurück. Die Tochter blieb zunächst in Unterfranken – mit ihrem Mann, den sie hier kennengelernt hatte. Er ist, wie Katies Vater, US-Amerikaner und war als Soldat in Würzburg stationiert. „Dort haben wir uns kennengelernt“, erzählt Katie. Einige Jahre nach ihrem Vater wagte schließlich auch sie den Schritt in ein neues Leben in den USA.

Doch das Schicksal wollte, dass Katie zurückkehrt: Ihr Mann wurde nach einigen Jahren, die er in Korea stationiert gewesen war, nach Kitzingen versetzt – und blieb bis zur Schließung der Kaserne dort. „Das war reiner Zufall“, sagt Katie. Doch sie nutzte die Chance und kehrte mit ihrem Mann zurück nach Deutschland. In Dettelbach wurden die beiden schließlich sesshaft und kauften sich ein Haus.

Deutschland ist sicher

Noch heute lebt Katie in diesem. Mittlerweile aber ohne ihren Mann, von dem sie getrennt lebt. „Geblieben sind wir zunächst wegen des Hauses“, sagt die Deutsch-Amerikanerin, die dieses mit zwei ihrer vier Kinder bewohnt. Doch ein Leben in Deutschland habe noch mehr Vorteile: „Es ist hier sicher. Meine Kinder können hier alleine rumlaufen. In den USA hätte ich da teilweise ein ungutes Gefühl.“

Außerdem ist Katie begeistert vom, so nennt sie es, „hidden charm of Germany“. „Ich bin immer wieder erstaunt, wie schön es hier ist“, erklärt Katie diesen versteckten Charme Deutschlands. Von so besonderen Orten wie der Würzburger Residenz wüssten viele Amerikaner nicht einmal. Und auch die Menschen in Deutschland empfindet Katie als sehr freundlich.

Zurück in die USA zieht es Katie heute nicht mehr. Alle paar Jahre ein Besuch sei genug. Nur das typisch amerikanische Essen fehle ihr manchmal. Denn auch wenn in Deutschland viele amerikanische Fast-Food-Ketten Filialen haben, so gut wie auf der anderen Seite des Atlantiks schmecke es dort nie. Davon kann sich derzeit eine von Katies Töchtern überzeugen. Diese ist ein Jahr in der Heimat ihres Großvaters, den USA.

Serie: Stars and Stripes

Auf den Spuren der Amerikaner im Landkreis: Wir stellen Personen vor, deren Leben durch die US-Truppen geprägt wurde. Nächstes Mal: William Ervin. Für seine Frau blieb der Soldat in Deutschland.

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