Kitzingen

Eine zufriedene Gertrud Meyer feiert 96. Geburtstag

Geboren und aufgewachsen ist Gertrud Meyer, geborene Gaida, als jüngstes von sechs Kindern im niederschlesischen Berghain, wo ihre Eltern einen Gasthof führten und Landwirtschaft betrieben. Ausgerechnet an ihrem Geburtstag, dem 21., kam für Gertrud Meyer der schwerste Tag in ihrem Leben. Bei minus 25 Grad musste die Familie am 22. Januar 1945 vor der anrückenden Roten Armee flüchten. Sie kehrten zwar im Sommer noch einmal zurück, wurden aber ein Jahr später durch den Zuzug polnischer Zivilisten, die ihrerseits aus den an die Sowjetunion gefallenen Gebiete Ostpolens vertrieben wurden, endgültig aus ihrer Heimat vertrieben.
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Der Jubilarin Gertrud Meyer gratulierten Kitzingens Oberbürgermeister Siegfried Müller, Schwiegertochter Roswitha Meyer und Sohn Norbert Meyer. Foto: Joachim Hofmann

Geboren und aufgewachsen ist Gertrud Meyer, geborene Gaida, als jüngstes von sechs Kindern im niederschlesischen Berghain, wo ihre Eltern einen Gasthof führten und Landwirtschaft betrieben. Ausgerechnet an ihrem Geburtstag, dem 21., kam für Gertrud Meyer der schwerste Tag in ihrem Leben. Bei minus 25 Grad musste die Familie am 22. Januar 1945 vor der anrückenden Roten Armee flüchten. Sie kehrten zwar im Sommer noch einmal zurück, wurden aber ein Jahr später durch den Zuzug polnischer Zivilisten, die ihrerseits aus den an die Sowjetunion gefallenen Gebiete Ostpolens vertrieben wurden, endgültig aus ihrer Heimat vertrieben.

Von einem Flüchtlingslager in Nordrhein-Westfalen wurde sie nach Kitzingen/Sickerhausen geschickt, wo sie ihre zweite Heimat und die Liebe fand. Aus ihrer Ehe mit dem Landwirt Christian Meyer hat die Jubilarin zwei Kinder. "Trotz der vielen Tiefschläge, die ein langes Leben mit sich bringen kann, kennen mich meine Familie, Bekannten und Sickershäuser als zufriedenen Menschen. Das Wichtigste ist Zufriedenheit", sagte Gertrud Meyer. "Ich habe gerne gelacht und gerne gesungen und gerne leidenschaftlich getanzt." Ihr Lieblingsplatz war der Garten hinter dem Friedhof, wo sie nach der Gartenarbeit, oft bis in den tiefen Abend hinein, noch Unterhaltung mit Sickershäuser Bürgern fand.

Die Jubilarin war Mitbegründerin des Feierabendkreises in Sickershausen, bei dem sie über 40 Jahre lang fast nie fehlte. Nachdem sie die letzten zwanzig Jahre bei ihrem Sohn Norbert und seiner Frau Roswitha gelebt hat, verbringt sie seit letzten Sommer ihren Lebensabend im Seniorenheim Mainblick in Kitzingen, wo sie sich an den häufigen Besuchen ihres Sohnes und seiner Frau erfreut.

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