Schwanberg
Projekt

Eine baumstarke Verbindung

Diese Umarmung kommt von Herzen. Architekt Florian Göger mag nicht nur Gebäude, sondern auch Bäume. Deshalb ist er Baumpate geworden.
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Als Dreikäsehoch kannte Florian Göger den "Zauberpark" schon. Die Blumen und Bäume hinter dem Schloss auf dem Schwanberg waren jahrzehntelang gewachsen, wie sie gerade Lust hatten. Verwunschen wirkte das Gelände, in dessen Mitte seit jeher Neptun mit seinem Dreizack thront - eine prima Kulisse für kleine Abenteurer. Heute ist Florian Göger 38 Jahre alt. Und noch immer "ist da ein ganz besonderes Gefühl, wenn ich 'aufn Berg' komme." Kein Wunder, dass der Architekt aus Schweinfurt einer der ersten Baumpaten geworden ist - er hat eine Schlosspark-Eibe quasi adoptiert.

Der einst von Unkraut überwucherte Schlosspark ist in liebevoller, jahrelanger Arbeit saniert worden. Übermorgen, am Freitag, 26. April, wird seine "Auferstehung" gefeiert.
Zwischen Pippin und Hadeloga, die am historischen Eingang Wache halten, bis hin zum Mausoleum strahlt er die Ruhe und Weite aus, die Alexander Graf zu Castell-Rüdenhausen sich wohl wünschte, als er ihn von 1919 bis 1921 von renommierten Gartengestaltern anlegen ließ. Ein Spaziergang über das acht Hektar große Gelände mit seinen
Alle en, der schmucken Pergola und dem erst jüngst wieder freigelegten Alpinum entspannt Körper und Geist.
Die Baumpaten wissen das genau. "Es ist wunderschön hier", sagt Florian Göger und lässt seinen Blick über das kleine Paradies schweifen. Die Frühlingssonne lockt Hunderttausende junge Blätter hervor, der Park leuchtet in allen erdenklichen Grüntönen. "Hier kann man Energie tanken."

Als Florian Göger vier Jahre alt war, baute sein Vater Franz das Kloster der Communität Casteller Ring (CCR) gleich neben dem Park. "Das war eine tolle Zeit." Seither hat Göger den Schwanberg immer wieder besucht - privat, aber auch beruflich. Nach seinem Architekturstudium plante er den Umbau der Grafen-Etage - "eine unglaublich spannende Sache! Hinter jeder Mauer wartete irgendein Geheimnis." Die "fast magische Wirkung" die der Schweinfurter dem Schwanberg bescheinigt, haben diese Funde - zum Beispiel Handwerkerschriften - noch verstärkt. Auch der Umbau des Forsthauses gehört zu den besonderen Projekten des Architekten.
Seine enge Verbindung "zum Berg" symbolisiert nun auch eine Baumpatenschaft. 100 Euro zahlt er jährlich als Eiben-Pate. "Ich weiß, dass das Geld für den Park-Erhalt sehr gut angelegt ist."

"Sehr wertvoll"

Das findet auch Helga Luster. Die 83-jährige Nürnbergerin zählt ebenfalls zu den ersten Parkfreunden, die einen Baum adoptiert haben - eine Tanne. 300 Euro hat die Landschaftsarchitektin als Baumpatin gespendet. "Der Park ist sehr wertvoll, ein Zeugnis der Gartengeschichte zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Seine Sanierung hat mich ganz toll gefreut."

Auch Helga Luster kennt das Gelände aus der Zeit, in der es völlig verwildert war. In den 60er Jahren belegte sie bei den Schwanbergsschwestern einige Kurse. "Ich war sehr angetan. Nicht nur von der Kurs-Atmosphäre, sondern auch von der Umgebung. Es war, als hätte ich einen langen Urlaub gehabt."

Solche Sätze freuen Stefan Sedlacek, den Geschäftsführenden Vorstand des Geistlichen Zentrums e.V. - dieser Verein übernahm nach dem Tod des letzten Besitzers, Radulf Graf zu Castell-Rüdenhausen, 2004 nicht nur das Schloss , sondern eben auch den Park. "In der Bibel lesen wir, dass mit dem Baum erstmalig Leben in die Welt kam und vom Baum lernen wir, dass Leben Wachstum und Entwicklung bedeutet. Bei uns im Schlosspark kann man also einen Freund fürs Leben gewinnen." Den könne man jederzeit besuchen. "Bei einer Baumpatenschaft hat man also den Spendeneffekt direkt vor Augen. Baumstark, nicht wahr?"





INFO: Einen Baum adoptieren

Warum? Mit einer Baumpatenschaft kann jeder dazu beitragen, die Vielfalt von Flora und Fauna im Schlosspark auf dem Schwanberg zu erhalten.

Wie? Jeder, der Pate eines Gehölzes wird, verpflichtet sich, einen Patenbeitrag zu leisten (einmalig oder über drei Jahre), der für den Erhalt des gesamten Parks verwendet wird.

Wie viel? Die Patenbeiträge sind unterschiedlich: Birke und Weißdorn kosten pro Jahr 50 Euro, Tanne, Lebensbaum, Vogelkirsche, Eibe und Schwarznuss 100 Euro. Für 300 Euro wird man Pate einer Linde, Buche, Hainbuche, Schwarzkieer, Küstentanne, Lärche, Baumhasel oder Scheinzypresse. 500 Euro kostet ein Ahorn, eine Atlaszeder, eine Rot- oder Blutbuche, Bleistiftzeder, Ross- oder Esskastanie.
Tiefer in die Tasche greifen muss man, wenn man zum Beispiel einen Tulpen- oder Trompetenbaum adoptieren will - das ist für 1000 Euro möglich.
Den Baum-Giganten des Parks, den Mammutbaum, gibt es für 2500 Euro.

Informationen zu Baumpatenschaften gibt es beim Geistlichen Zentrum Schwanberg e.V., Tel. 09323/ 320, Stefan Sedlacek, ssedla cek@schwan-
berg.de oder unter www.schwanberg.de im Internet.




ldk


INTERESSANTE ZAHLEN

400 000 Euro hat die Sanierung des Schlossparks auf dem Schwanberg etwa gekostet. Die "Inwertsetzung" konnte nur mit Unterstützung vieler Spender und Zuschussgeber geschultert werden; die Hälfte finanzierte das EU-Leader-Programm. dem

30 000 Euro pro Jahr kostet es jährlich, den Park zu unterhalten - trotz vieler ehrenamtlich Engagierter. Baumpaten können helfen, diesen Aufwand teilweise zu decken.

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