GEESDORF

Eine Premiere und zwei Fernseh-Sternchen

Herrlichen Sonnenschein und mehr als zehn Grad, das dürfte es bei der Geesdorfer Kirchweih bislang selten gegeben haben. Was wohl wirklich eine Premiere darstellte: Das Ortsoberhaupt beteiligte sich am Zug. Und wie: Wiesentheids Bürgermeister Werner Knaier ließ sich von den Burschen nicht lange bitten und fuhr beim Umzug auf deren Wagen einfach mit.
Artikel drucken Artikel einbetten
Gut gelaunt: Bei der Geesdorfer Kirchweih hatten nicht nur Prediger Andreas Antor (links) und Thomas Lordo ihren Spaß. Foto: Foto: Andreas Stöckinger

Herrlichen Sonnenschein und mehr als zehn Grad, das dürfte es bei der Geesdorfer Kirchweih bislang selten gegeben haben. Was wohl wirklich eine Premiere darstellte: Das Ortsoberhaupt beteiligte sich am Zug. Und wie: Wiesentheids Bürgermeister Werner Knaier ließ sich von den Burschen nicht lange bitten und fuhr beim Umzug auf deren Wagen einfach mit.

So genoss die Ortsprominenz Aussicht und Stimmung an exponierter Stelle, direkt neben Kirchweih-Prediger Andreas Antor. Zwei weitere, neuerdings sogar durchs Fernsehen bekannte Geesdorferinnen, mischten ebenso mit: Irina Reuß und Marina Wagner. Die beiden adretten jungen Damen boten die Kirchweih-Zeitung an. Kürzlich hatten sie ihren Auftritt beim Fernsehsender Vox. Sie spielten in der Serie „Ticket ins Abenteuer“ eine Hauptrolle und mussten sich vier Tage mit 50 Euro in Barcelona durchschlagen. Sinnigerweise lief der Beitrag am Sonntagnachmittag gleich im Anschluss an den Umzug.

„Geesdorf, Nabel dieser Welt, sogar dem Fernsehen jetzt gefällt.“
Abschnitt in der Kirchweihpredigt, vorgetragen von Andreas Antor

Das Fernsehen lieferte in den vergangenen Monaten einen weiteren Beitrag aus dem Dorf, was natürlich in die Predigt musste. „Geesdorf, Nabel dieser Welt, sogar dem Fernsehen jetzt gefällt“, hatte der Prediger daraufhin gereimt. Ein Beitrag über die Apfelernte wurde im Dritten Programm gesendet, wo auch mancher Ortsbewohner zu sehen und zu hören war.

Ansonsten hatten die Kirchweih-Burschen wieder jede Menge kuriose, peinliche und lustige Anekdoten aus den vergangenen Monaten im Ort zusammen getragen. Als da wäre etwa die Sache, bei der ein Landwirt zweimal unfreiwillig im Ort seine Ladung ablud, weil er sich wohl vor lauter Tasten, Knöpfe und Schalter mit dem neuen Schlepper noch nicht so auskannte, mutmaßte Prediger Antor. Dünger und Gülle verteilte der Zeitgenosse unfreiwillig im Ort. Auch fand sich ein Mitbürger, der beim Autowaschen vergaß, die Fahrertüre zu schließen und so eine feuchte Überraschung erlebte, in der Predigt wieder. Oder die Kollision eines Autofahrers mit einer Treppe im Ort, die er höchst selbst wieder herrichten will. Lob gab es vom Prediger für die Fußballer, die ihren Aufstieg in die Bezirksliga ausgiebig feierten. Manch weitere Party-Erlebnisse, bei denen einiges passierte, wurden in der Predigt glossiert. Die Anzeigen im „Geesdorfer Amtsblatt“ nahmen weiteres aus dem Dorf aufs Korn. Im Sportheim wurde anschließend weiter gefeiert.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.