Volkach

Eine Ernte wie gemalt: Das Jahr der Quitte an der Mainschleife

Marius Wittur ist der Quitten-Experte schlechthin. Seit Jahren kümmert er sich an der Mainschleife um die gelbe Frucht. In diesem Herbst hatte er besonders viel Freude.
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Für die Quitte war 2019 an der Mainschleife ein wunderbares Jahr. Foto: Frank Weichhan
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An der Mainschleife gibt es einen Quittenhof sowie einen Quittenlehrpfad – und neuerdings auch ein Haus der Quitte in Volkach. Hinter all dem steckt Marius Wittur, der auf das Quitten-Jahr 2019 zurückblickt.

Frage: Kurz zusammengefasst: Wie war das Quittenjahr 2019?

Marius Wittur: 2019 war das Jahr der Quitten schlechthin. Es waren die schönsten Früchte, die ich je so geduldig bis in den späten Herbst habe reifen sehen.

Ein Satz zur Ernte...

Wittur: Nahezu genial. Jeder Tag war eigentlich wie ein Urlaub unter Bäumen, nur dass das Heben der Erntesäcke dann nach ein paar Wochen schon etwas auf den Rücken geht.

Welche Menge haben Sie geerntet?

Wittur:  Viele Quitten, bei denen heuer vor allem das atemberaubende Aroma ins Gewicht fällt. Das ist für mich jene relevante Qualität, mit der ich meine Ernten wiegen muss.

Wie reagieren die Quitten auf die zunehmende Sommerhitze?

Wittur: Die stecken die Quitten relativ gut weg. Problematischer werden allerdings
die länger anhaltenden Trockenperioden. 

Wie wurden die Quitten verarbeitet?

Wittur: Die Quittenfrüchte vom Quittenhof werden von mir überwiegend zu Quittenwein gekeltert oder als naturbelassener Muttersaft abgefüllt. Ein Teil wird zu Gelee und Marmelade verarbeitet und ein anderer als Frischobst angeboten. Dann verkaufe ich auch noch Quittenmostobst. Quittenfrüchte, die jetzt noch geerntet werden, sind besonders süß und werden zu einem alkoholfreien Quittensecco abgefüllt.

Wie viele Quittenbäume stehen – geschätzt – rund um die Mainschleife?

Wittur: Um die 1500 Quittenbäume.

Wie sieht die Bilanz 2019 für den Quitten-Lehrpfad in Astheim aus?

Wittur: Einfach toll. Es ist das erste Jahr, in dem ich bei keiner Gruppenführung darauf angesprochen wurde, weshalb das Gras unter den Bäumen so hoch steht. Das hängt wahrscheinlich unmittelbar mit dem Volksbegehren "Rettet die Bienen" zusammen. Auch 2020 stehen bei mir die Themen Biodiversität, Ökologie und Ökonomie bei Führungen in Astheim an oberster Stelle.

Neuerdings gibt es in Volkach auch ein Haus der Quitte...

Wittur: Genau, seit Ende Oktober gibt es in Volkach Das Haus der Quitte, sozusagen der kulturelle Hotspot zur Vernetzung der Kulturgeschichte der Quitte in Deutschland. Die Museumswissenschaftlerin Ulrike Pierl hat vor drei Jahren mit ihrem Mann das zweitälteste Haus in der Volkacher Altstadt erworben und restauriert. Die gemeinsame Liebe zur Quitte konnte so das wohl schönste Dach gewinnen, unter dem schon 1506 der Stadtschreiber Niklas Brobst im Volkacher Salbuch von den Quitten schrieb.

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