Prichsenstadt

Eine Blühwiese am Baugebiet Ziegelgärten VI

Das neue Baugebiet Ziegelgärten VI in Prichsenstadt wird erschlossen, und jetzt bleibt der Stadt eine Restfläche von 12 350 Quadratmeter übrig. Diese Fläche liegt direkt südlich des neuen Baugebietes und konnte und steht wegen eines Bodendenkmales nicht für eine mögliche Erweiterung des Baugebietes zur Verfügung.
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Das neue Baugebiet Ziegelgärten VI in Prichsenstadt wird erschlossen, und jetzt bleibt der Stadt eine Restfläche von 12 350 Quadratmeter übrig. Diese Fläche liegt direkt südlich des neuen Baugebietes und konnte und steht wegen eines Bodendenkmales nicht für eine mögliche Erweiterung des Baugebietes zur Verfügung.

Früher war es als Ackerland verpachtet und wurde für den Spargelanbau genutzt, zur Neuverpachtung steht die Fläche nicht mehr an. Diese Fakten präsentierte Bürgermeister René Schlehr in der jüngsten Ratssitzung und fügte gleich einen Vorschlag ein: "Wir könnten daraus mit einfachen Mitteln eine Blühwiese daraus machen." Das böte auch den Vorteil, diese Blühwiese erneut als solche zu verpachten." Damit leisten wir als Stadt auch einen aktiven Beitrag zum Naturschutz, weil auf einer solchen Fläche viele Arten von Insekten Platz finden würden", so der Bürgermeister weiter. Mit 11:0 schloss sich der Rat einstimmig dem Vorschlag des Bürgermeisters an.

Fläche für das Ökokonto

Eine weitere Nutzung der Blühwiese wäre es, so Schlehr, die Fläche dem Ökokonto der Stadt gutzuschreiben. Die brächte auch noch Zinsen ein, auch wenn eine bestehende Fläche nicht automatisch größer wird. Vielmehr kann dadurch eine Kommune, kurz erklärt, innerhalb von zehn Jahren pro Jahr drei Prozent mehr Flächen durch etwa Baugebiete versiegeln als die eigentliche Grundstücksgröße im Ökokonto hergibt.

Ratsfrau Ursula Reiche brachte die Idee einer Streuobstwiese ins Gespräch. Ein Gedanke, mit dem auch schon Schlehr geliebäugelt hatte, "nur ist die um einiges teurer als eine Blühwiese". Wobei sich dieser Gedanke mehr und mehr im Rat durchsetzte und auch das Stichwort "Baumpatenschaften durch die Bürger" fiel. Hauptsächlich aber will der Rat die knapp 12 000 Quadratmeter nach der Erschließung des Baugebietes und dem Rückbau der Baustraße eine Blühwiese anlegen und, versehen mit einem Anbauverbot zum nächstmöglichen Zeitpunkt als Pachtfläche für landwirtschaftliche Betriebe ausschreiben.

Weitere Themen

Vor der Bäckerei Fechner an der Schulinstraße in der historischen Altstadt wird ein neuer Stolperstein verlegt. Der Antrag kommt vom Verein Alt Prichsenstadt, der schon mehrere Stoplersteine in Prichsenstadt verlegt hatte. Mit dem Antrag reichte der Verein auch die schriftliche Einverständniserklärung des Eigentümers ein. Nun wird der Verein zusammen mit dem Eigentümer und dem Bürgermeister eine geeignete Stelle vor der Bäckerei aussuchen. Erinnert werden soll an Anna Dorothea (Dora) Maurer, geboren 1892, die – erstmals in Prichsenstadt – kein jüdisches Opfer des Nationalsozialismus war, sondern ein Opfer der Euthanasie. Dora Maurer litt an einer psychischen Krankheit und wurde bei der "Aktion T4" im Oktober 1940 in der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein ermordet, vermutlich durch Vergasung. Die "Aktion T4" ist eine Bezeichnung für die systematische Ermordung von mehr als 70 000 Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen in Deutschland zwischen 1940 bis 1945 unter der Leitung der Zentraldienststelle T4 an der Tiergartenstraße 4 in Berlin. Wann der Stolperstein verlegt werden wird, wird rechtzeitig bekanntgegeben.

Keine Beteiligung am Allianzbad Volkach

Die Stadt Prichsenstadt wird sich nicht an einem "Allianzbad Volkach" beteiligen. In einem Schreiben an viele Bürgermeisterkollegen der Region hatte sich Volkachs Bürgermeister Peter Kornell auch an seinen Kollegen in Prichsenstadt gewendet. Eine Generalsanierung des Bades sei nach übereinstimmender Meinung aller örtlichen Beteiligten unumgänglich, um das Bad wieder betreiben zu können, hatte Kornell geschrieben. "Aufgrund der finanziellen Situation der Stadt Volkach ist diese Sanierung im Alleingang der Stadt nicht machbar", zitierte Schlehr weiter aus dem Schreiben. Deshalb hatte sich Kornell an alle Nachbargemeinden und die Landkreise Kitzingen, Schweinfurt und Würzburg gewendet, um ein Allianzbad zu gründen.

Damit stieß der Volkacher Bürgermeister auf erbitterten Widerstand des Prichsenstädter Rates. Einstimmig wies das Gremium die Anfrage zurück. "Wir haben zum einen selber kein Geld, zum anderen genug eigene Baustellen, die teuer genug werden", so die Begründung Schlehrs. Außerdem verwies er auf einen Bericht in der Tageszeitung, in der die Landtagsabgeordnete Barbara Becker ein "millionenschweres Programm zur Sanierung maroder Bäder" angekündigt hatte. Auch vor diesem Hintergrund und der Tatsache, dass sich die Prichsenstädter als Teil der Gemeinden der "Dorfschätze" eher zum Freibad in Abtswind gezogen fühlen, lehnte der Rat das Ansinnen des Volkacher Bürgermeisters einstimmig ab.

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