DETTELBACH

Ein würdiger Namensgeber

Seit 25 Jahren trägt die ehemalige Dettelbacher Volksschule und jetzige Grund- und Mittelschule den Namen des Würzburger Fürstbischofs Rudolf von Scherenberg. Festredner Dr. Hans Bauer stellte Leben und Wirken des weltlichen und geistlichen Führers vor. Zugleich fragte er, ob Scherenberg ein würdiger Namensgeber sei.
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Schüler erklären, Lehrer lassen sich informieren: Am 25. Namenstag der Rudolf-von-Scherenberg-Schule erläutern Schüler ihrer Schulleiterin Jutta Fey und deren Vorgänger Hans Bauer, was sie während eines Projekttags über den Namensgeber ihrer Schule herausgefunden haben. Foto: Foto: Ottmar Deppisch

Seit 25 Jahren trägt die ehemalige Dettelbacher Volksschule und jetzige Grund- und Mittelschule den Namen des Würzburger Fürstbischofs Rudolf von Scherenberg. Festredner Dr. Hans Bauer stellte Leben und Wirken des weltlichen und geistlichen Führers vor. Zugleich fragte er, ob Scherenberg ein würdiger Namensgeber sei.

Ab 1988 mussten alle Dettelbacher Kinder die Rudolf-von-Scherenberg-Schule besuchen. Seit dieser Zeit trägt die Bildungsstätte den Namen des Fürstbischofs aus Würzburg. Die Regierung von Unterfranken folgte damals einem gemeinsamen Antrag des Schulleiters Hans Bauer, des Lehrerkollegiums und des Stadtrats. In einer Feierstunde anlässlich des 25. Namenstages der Schule stellte Bauer den Festgästen Rudolf von Scherenberg und dessen Wirken vor.

„Ein bedeutender Mann am Ende des Mittelalters, der viel bewegt hat.“
Hans Bauer über Rudolf von Scherenberg

1401 in Frankenwinheim geboren, schlug er schon bald die kirchliche Laufbahn ein. Jedoch wurde er erst mit 65 Jahren zum Bischof ernannt. Die Strippenzieher glaubten, infolge des fortgeschrittenen Alters einen Übergangsbischof erwählt zu haben, den man manipulieren kann und den sie bald wieder los sein würden. Dies sei in doppelter Hinsicht eine Fehleinschätzung gewesen. Der Fürstbischof erreichte nämlich mit 94 Jahren ein für die damalige Zeit gesegnetes Alter. Außerdem beseitigte er viele Missstände in der Kirche und sanierte das finanziell angeschlagene Bistum.

Für Dettelbach hat Scherenberg eine herausragende Bedeutung. So löste er die sehr hohe Verschuldung ab, gab Dettelbach eine umfangreiche Dorfordnung und erhob den Ort 1484 zur Stadt. Dies hatte zur Folge, dass Dettelbach Amtssitz wurde und das Marktrecht erhielt. In der Folge erlebte die Stadt eine Blütezeit. Bauer stellte fest: „ Rudolf von Scherenberg war ein „bedeutender Mann am Ende des Mittelalters, der viel bewegt hat. Aber ist er auch ein würdiger Namensgeber?“ Aus der Amtszeit des Fürstbischofs seien schließlich auch Hinrichtungen von „Ketzern“ belegt. Insofern sei Scherenberg ein „Kind seiner Zeit“ gewesen, so der Redner. Andererseits müsse man fragen, was Dettelbach ohne Rudolf von Scherenberg wäre. Die Stadt verdanke Scherenberg so unendlich viel, dass die Namensgebung durchaus gerechtfertigt sei.

Schulleiterin Jutta Fey begrüßte die Ehrengäste und führte durch das Programm. Für die musikalische Gestaltung sorgten Felicia Greipel (Blockflöte) und Ingeborg Braun-Scheubeck (Klavier). Stellvertretender Bürgermeister Ernst Dobler sprach ein Grußwort, auch im Namen des Schwarzacher Bürgermeisters Lothar Nagel. Schülervertreter stellten ihre Schule 2013 und den als Folge eines Projekts entstandenen Schulwein vor. Dieser durfte auch verkostet werden. Schüler aus dem Zweig „Soziales“ hatten einen Imbiss vorbereitet und so war es nur natürlich, dass Gäste, Eltern und beteiligte Schüler zu kleinen Gesprächsgruppen zusammen fanden.

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