KITZINGEN

Ein neues Gesicht für Etwashausen

„Wahnsinniges Potenzial“ – Kitzingens Stadtplaner Torsten Fischer ist begeistert, wenn er über die Gärtnervorstadt Etwashausen und deren mögliche bauliche Zukunft spricht. Die fand am Donnerstagabend im Finanzausschuss ein überwiegend positives Echo, als es um den Rahmenplan für den Stadtteil ging. Der sieht eine lange Reihe von Verbesserungen – vor allem Möglichkeiten für Häuslebauer – vor, die der Stadtrat am 25. April noch auf den Weg bringen muss.
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Großeinsatz an der Salatblume: Für das erste Gärtnerfest der Gartenbaugruppe Etwashausen-Kitzingen am Wochenende auf dem Gartenschaugelände ist die überdimensionale Salatblume auf Vordermann gebracht worden. Das Unkraut zwischen den 10 000 Pflanzen musste raus. Foto: Foto: Siegfried Sebelka

„Wahnsinniges Potenzial“ – Kitzingens Stadtplaner Torsten Fischer ist begeistert, wenn er über die Gärtnervorstadt Etwashausen und deren mögliche bauliche Zukunft spricht. Die fand am Donnerstagabend im Finanzausschuss ein überwiegend positives Echo, als es um den Rahmenplan für den Stadtteil ging. Der sieht eine lange Reihe von Verbesserungen – vor allem Möglichkeiten für Häuslebauer – vor, die der Stadtrat am 25. April noch auf den Weg bringen muss.

Das Wichtigste für die Etwashäuser: Wenn der Stadtrat ein paar grundsätzliche Möglichkeiten diskutiert und skizziert hat, sind die Bürger am Zug. Die sollen in einer Versammlung sagen, welche Veränderungen sie sich wünschen und welche Probleme ihnen am Herzen liegen. Das alles soll in den Rahmenplan eingearbeitet werden, so Fischer im Finanzausschuss.

Top-Chance

Für Bauwillige in der Gärtnervorstadt dürfte der Rahmenplan die Top-Chance sein. Weil der Stadtteil „fast vollständig im Überschwemmungsgebiet“ des Mains liegt, ist Bauen meist unmöglich. Das soll nun anders werden – durch sogenannten Retentionsraum: Das ist nichts anderes als ein großes Überschwemmungsgebiet, das künstlich angelegt wird und bei Hochwasser viel von den Fluten des Mains auffängt. Ist das angelegt, kann die Stadt laut Fischer auf rund acht Hektar Fläche Bauvorhaben in Etwashausen genehmigen. Auf dem Amtsweg und ohne Bebauungsplan, der in Überschwemmungsgebieten nicht möglich sei.

Zur Stärkung des Kernbereichs und „im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung“ will die Stadt noch eine Reihe anderer Maßnahmen anpacken, wie Fischer erklärte: So soll es um Parkplätze gehen wie am Bleichwasen, um die Umgestaltung von Straßen (Richthofenstraße, Kreuzung B 8-Mainbernheimer Straße) oder die Fortentwicklung des Areals am Lochweg und im Bereich des Etwashäuser Bahnhofs.

Kern des Ganzen ist aber auch für Bauamtschef Oliver Graumann der Bereich Bauen. Es gebe hier viele Anfragen und durch aufgelassene Gärtnereien auch etliche Flächen im Ortsbereich. Hier müsse die Stadt steuernd eingreifen – über den Rahmenplan.

Der Bedarf an Bauflächen ist ein Grund für den planerischen Vorstoß, ein anderer sind die großen Veränderungen, die der Stadtteil zuletzt erlebte: „Es hat sich wahnsinnig viel verändert“, erklärte Stadtplaner Fischer mit Blick auf das durch die Kleine Gartenschau aufgewertete Mainufer, auf die Fertigstellung der Nordtangente oder die Schließung der Alten Mainbrücke für den Autoverkehr. Nicht zuletzt habe die Dorferneuerung Etwashausen ein verändertes Gesicht gegeben.

An dem darf jetzt der Stadtrat am 25. April noch etwas Vorarbeit leisten. Der Finanzausschuss, in dem die Zustimmung für die bisherigen Leitlinien klar erkennbar war, traf keinen Beschluss. Die bisherigen Ideen sollen vor der Entscheidung in den Fraktionen diskutiert werden.

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