KITZINGEN

Ein deutsches Museum in Kitzingen

„Das ist nicht nur in Bayern, sondern in ganz Deutschland einmalig“, sagte Landtagspräsidentin Barbara Stamm am Sonntagnachmittag anlässlich der Eröffnung des Deutschen Fastnachtmuseums in Kitzingen. „Es ist ein deutsches Museum in Franken“, so Stamm
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Trommelwirbel: Das Deutsche Fastnachtmuseum wurde am Sonntag offiziell eingeweiht – pünktlich zum 11. 11, kann es ab dem heutigen Montag besichtigt werden. Foto: Foto: Frank Weichhan

„Das ist nicht nur in Bayern, sondern in ganz Deutschland einmalig“, sagte Landtagspräsidentin Barbara Stamm am Sonntagnachmittag anlässlich der Eröffnung des Deutschen Fastnachtmuseums in Kitzingen. „Es ist ein deutsches Museum in Franken“, so Stamm

Nicht nur Festrednerin Barbara Stamm, auch die vielen Grußworte, unter anderem von Regierungspräsident Paul Beinhofer, Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel, Volker Wagner (Präsident Bund Deutscher Karnevalisten), Landrätin Tamara Bischof und Oberbürgermeister Siegfried Müller, gingen auf die Geschichte des Museums ein.

Hans-Joachim Schumacher war es vor 50 Jahren gewesen, der seine „Schätze“ zu Wesen und Geschichte von Fasching, Fastnacht und Karneval präsentierte, die seitdem im Kitzinger Falterturm ausgestellt wurden. Vergleichsweise kurz ist dagegen das große Aushängeschild des fränkischen Faschings, die Sendung Fastnacht in Franken, die es gerade Mal auf 25 Jahre bringt.

„Die Fastnacht hat tiefe historische Wurzeln, die Bräuche in ganzen Regionen prägen.“
Barbara Stamm über die Bedeutung des Museums

Da glich es 2009 schon einer Katastrophe, als das Museum im Falterturm aus brandschutztechnischen Gründen geschlossen werden musste. Aber, wie Beinhofer sagte, müsse man der zuständigen Behörde fast dankbar dafür sein: Ohne die Schließung des Turms und dem nahezu unmöglichen Umbau des historischen Gemäuers, hätte das Museum nicht eingeweiht werden können.

„Es ist ein modernes Haus, ein Haus, das dem heutigen Standard eines Museums entspricht“, so die Landtagspräsidentin. Und sie sprach dem Museum nicht nur eine große Vergangenheit zu, sie prognostizierte auch „eine große Zukunft“. Denn in diesem Museum werde gezeigt, wie sich Brauchtum mit der Gesellschaft und der Zeit ändert – es soll auch junge Leute für die Fastnacht begeistern, sie zum Mitmachen und Mitarbeiten motivieren. „Ich bin überzeugt, dass es das tun wird“, sagte Stamm, denn schon in den 1980ern wurde im Haus die Verknüpfung mit der Jugendarbeit geschaffen.

Neben den eigentlichen Ausstellungsräumen, die auf neuestem technischen Stand sind, etwa einem virtuellen Rundgang durch den Falterturm, gibt es im Haus zwei Veranstaltungsräume, die für Konzerte, Lesungen und Kabarettveranstaltungen genutzt werden sollen. „Unser Museum“, so Stamm, „beherbergt die bedeutendste Spezialsammlung und Forschungszentrale für fastnachtliches Brauchtum im deutschsprachigen und europäischen Raum.“

Und das wiederum zeige, dass es in Europa eben nicht nur „fiskalisches Kapital“ gebe, sondern auch ein sehr wertbeständiges kulturelles Kapital. Und so verwundert es nicht, dass einige Regionalverbände des Bundes Deutscher Karneval bereits in diese Richtung arbeiten und das bunte Treiben in der „fünften Jahreszeit“ zum immateriellen Weltkulturerbe erklären lassen wollen. Stamms Bereitschaft, dies zu unterstützen, nahmen die Karnevalisten auch gleich beim Wort und überreichten der Landtagspräsidentin einen entsprechenden Antrag. „Die Fastnacht hat tiefe historische Wurzeln, die Bräuche in ganzen Regionen prägen und deshalb schützenswert sind“, sagte Stamm dazu.

Zum Dank für ihr Engagement überreichte der Bund des deutschen Karnevals – in Person von Präsident Volker Wagner – Barbara Stamm die Ehrenmitgliedschaft.

Nach der Schlüsselübergabe durch den Architekten Karl-Heinz Schmidt an den Vorsitzenden der Stiftung Kulturzentrum Fasching-Fastnacht-Karneval, Bernhard Schlereth, schritt die Festgesellschaft zur Besichtigung des neuen Museums in der Luitpoldstraße, bei der die Räume ökumenisch gesegnet wurden.

Auf ins Museum: Zum heutigen Faschingsauftakt öffnet das Fastnachtmuseum für die Öffentlichkeit um 11.11 Uhr – zur Feiert des Tages ist der Eintritt frei!

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