Rüdenhausen

Ein Werbeschild erhitzt die Gemüter

Seit etwa zwei Wochen steht eine Werbetafel mitten im Ortskern von Rüdenhausen, die im Moment die Gemüter der Bürger erhitzt. Das wurde auch bei der Bürgerversammlung deutlich.
Artikel drucken Artikel einbetten
Dieses Schild missfällt den bürgern in Rüdenhausen. Es steht seit einigen tagen direkt an der Ortsdurchfahrt, unweit des Rathauses. Foto: Andreas Stöckinger

Seit etwa zwei Wochen steht eine Werbetafel mitten im Ortskern von Rüdenhausen, die im Moment die Gemüter der Bürger erhitzt. Das wurde auch bei der Bürgerversammlung deutlich, wo es zur zwei mal drei Meter großen Plakatwand klare Worte gab. Der Stein des Anstoßes steht direkt an der Ortsdurchfahrt, an der Einmündung in die Hindenburgstraße. Dort zweigte einst die Straße in Richtung Wiesenbronn ab.

Bürgerin Elfriede Sinn drückte ihren Unmut so aus: Es sei „so was von unverständlich“, dass so ein „Monstrum“, wie sie die Fläche nannte, von den Behörden auch noch genehmigt werde. „Das ist ein Affront gegen uns Bürger, das passt einfach nicht zu Rüdenhausen.“ Bürgermeister  Gerhard Ackermann hatte in seinen Ausführungen zur Gemeindepolitik zuvor das Thema gestreift. „Unser wunderschönes Werbeschild“, nannte er es.

Im Weiteren wies Sinn darauf hin, dass Rüdenhausen aktuell im Programm der Dorferneuerung ist. „Der Staat will aufwerten, wir geben viel Geld aus. Und dann so etwas direkt im  Ortskern zu erlauben“, monierte sie. Die Bürger sollten dagegen demonstrieren, merkte die Bürgerin an. Zuvor fiel bei Diskussionen im Internet zu dem Thema von verschiedenen Seiten der Begriff „Ortsverschandelung. Ähnliche Worte waren auch in der Bürgerversammlung zu hören.

Bürgermeister Gerhard Ackermann stellte die Situation dar: Der Gemeinderat habe seine Zustimmung für die im vergangenen Sommer eingegangene Anfrage verweigert. Außerdem habe man den Antragsteller darauf hingewiesen, dass vor dem jetzigen Standort ein Baum im Zuge der Dorferneuerung gepflanzt werden wird.

  • Lesen hier den Kommentar "Kein Beitrag zur Dorferneuerung"

Bedenken hatte auch das Straßenbauamt. Von dort kam der Hinweis, dass das Schild durch seinen geringen Abstand zur Ortsdurchfahrt der B286 eine Ablenkung darstelle, die verkehrsgefährdend sei. Das Amt für Ländliche Entwicklung schloss sich dieser Ansicht an und bat, „wegen des störenden neuen Ortsbildes im Zug der Dorferneuerung um die Auswahl eines anderen Standortes“, hieß es im Protokoll.

Das Landratsamt ersetzte das Einvernehmen jedoch, weil es rechtlich zulässig sei, eine Tafel auch in dieser Größe zu aufzustellen. Zumal sie auf privatem Grund stehe. Bei einem ähnlichen Fall hatten Gemeinde und Behörde verloren, als sie das Anbringen einer Werbefläche unweit vom jetzigen Streitobjekt in der Marktstraße untersagt hatten. Vor Gericht war der Antrag nachträglich genehmigt worden.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.