RÖDELSEE

Ein Umzug, farbenfroh und einfallsreich

Als absolut sehenswert hat sich der Kirchweihumzug unter dem Motto Völker und Kulturen vergangener Tage präsentiert: Ganz Rödelsee war auf den Beinen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Echt aggressiv: Marion Ehrlich-Höfler mimte täuschend echt eine Wikinger Braut.
+4 Bilder

Absolut sehenswert, interessant, unterhaltsam und feuchtfröhlich präsentierte sich der Kirchweihumzug unter dem Motto „Völker und Kulturen vergangener Tage“, der sich am Sonntag durch Rödelsee schlängelte. Die Burschenschaftler und ihre Helfer hatten in wochenlanger Kleinarbeit zehn Festwagen gebaut, wofür die vielen Schaulustigen reichlich Applaus spendeten. Erstmals hatte die Juxwagen-Truppe sogar einen zweiten Juxwagen angehängt, weil sich die Winzerkapelle kurzfristig selbst aus dem Umzug genommen hatte.

„Die Leut' ham nicht mehr gelangt, drum spiel mer heuer vom Band“, prangte auf dem Wagen mit dem Banner der Winzerkapelle, Caipirinha-Maßkrügen auf leeren Musikerstühlen und dazu lief Blasmusik vom Band. Hoch her ging es auf dem eigentlichen Juxwagen, wo eine aus dem Ruder gelaufene Feuerwehrübung im evangelischen Gemeindehaus aufs Korn genommen wurde. Die Juxwagen-Truppe nahm sich das „Schnurri-Mobil“ als Einsatzwagen und Kommandant Volker Heß spritzte mit der Kübelspritze frech die Schaulustigen nass. Die Zuschauer erlebten schöne Bauten und authentische Fußgruppen. „Das ist ein echter Wikinger, so haben die damals ausgesehen“, meinte ein staunender Zuschauer, als sich Christian Ehrlich – wie er leibt und lebt – präsentierte.

Auch die Maya-Kämpfer, die die Eroberung Spaniens nachempfanden, entpuppten sich als kriegslustig. Am Dorfplatz kommentierte der Burschenschafts-Vorsitzende Steffen Bommersheim, den Umzug und stellte den Zuschauern alle Gruppen und Wagen vor.

Später in der Kirchweihpredigt verriet Tobias Wandler mehrere Heldentaten, berichtete über manches Malheur und zog einige Rödelseer durch den Kakao. Wie ein roter Faden zog sich der Esel Soraja durch die kurzweilige Kirchweihpredigt. Der Kajo hatte Soraja seiner Frau zum 40. Geburtstag geschenkt und Tobias Wandler vermutete, dass geführte Esel-Touren bald die neue Touristen-Attraktion im Weinort sein könnten.

Nicht ungeschoren kamen auch die Handballer und Feuerwehrler davon, die zu einem Ausflug aufgebrochen waren und – wie das so üblich ist – auf einem Rastplatz die angekündigten Weißwürste und Weißbier vertilgen wollten.

Wollten, wohlgemerkt, denn der Metzger, der die Brotzeit bringen sollte, wartete an einer anderen Autobahnraststätte auf die Ausflügler: „Heut gibt es was Ausgefallenes, ihr Brüder“, soll der Brotzeit-Organisator damals versprochen haben – „heute wissen sie, dass es tatsächlich etwas Ausgefallenes war“, so der Kirchweihprediger. Im Dorf gab es noch weitere Missgeschicke wie den versenkten Musikanhänger, ein sich selbstständig machender Brennholzanhänger, eine vom Lkw gefallene Häuslebauerin oder die langwierige Suche nach einem Autoschlüssel. Ein Rödelseer rammte mit einem Stapler fast die Mauer des Nachbarn ein und der „Wolfer Harry“ schaute dumm aus der Wäsche, nachdem ihm der Weihnachtsbaum geklaut worden war.

Den Abschluss der Kerm bildet die Kirchweiheingrabung an diesem Dienstag, 8. September, um 19 Uhr mit anschließendem Helferfest. Dann wird Tobias Wandler die Kirchweihpredigt nochmals in aller Ausführlichkeit verlesen.

ONLINE-TIPP

Viele Bilder vom Umzug unter www.mainpost.de

Kommentare (0)

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.