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Volkach

Ein Stück Orgel zum Mitnehmen

Sonntagvormittag, gegen 11 Uhr. Ein Pfeifen, Summen und Tröten ist auf den Straßen der Volkacher Innenstadt zu hören. Je näher man der Pfarrkirche Sankt Bartholomäus kommt, desto deutlicher sind die sonderlichen Geräusche zu hören. Grund dafür ist der Orgelneubau, der in der Pfarrkirche erste sichtbare Spuren hinterlassen hat. Statt des historischen Orgelgehäuses aus der Barockzeit erblicken Gottesdienstgemeinde und Touristengruppen die letzten Überreste der alten Orgel, die nach dem Rückbau eine klaffende Lücke hinterlassen hat, berichtet die Pfarrei.
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Die einst der Größe nach sorgfältig drapierten Orgelpfeifen lagern nun hinter Bauzäunen verschlossen unterhalb der wuchtigen Orgelempore. Dort können sie nach jedem Gottesdienst gegen eine Spende erworben werden. Foto: Hendrik Weingärtner

Sonntagvormittag, gegen 11 Uhr. Ein Pfeifen, Summen und Tröten ist auf den Straßen der Volkacher Innenstadt zu hören. Je näher man der Pfarrkirche Sankt Bartholomäus kommt, desto deutlicher sind die sonderlichen Geräusche zu hören. Grund dafür ist der Orgelneubau, der in der Pfarrkirche erste sichtbare Spuren hinterlassen hat. Statt des historischen Orgelgehäuses aus der Barockzeit erblicken Gottesdienstgemeinde und Touristengruppen die letzten Überreste der alten Orgel, die nach dem Rückbau eine klaffende Lücke hinterlassen hat, berichtet die Pfarrei.

Statt des Kontrapunktes zum barocken Hochaltar jetzt gähnende Leere. „Innerhalb von zwei Arbeitstagen haben die Orgelbauer von der Firma Vleugels aus Hardheim die alte Klais-Orgel von 1948 abgebaut, um Platz für die ‚Nachfolgerin‘ zu schaffen“, berichtet Pfarrer Johannes Hofmann laut einer Pressemitteilung des Bischöflichen Ordinariats.

Metallpfeifen werden an Interessierte abgegeben

Ihm kann man die Vorfreude auf das neue Instrument schon ein wenig ansehen, endet doch im Dezember 2020 die zweijährige Zeit, in der die Gemeinde ohne die Orgel zurechtkommen musste. „Während die Holzpfeifen noch auf Ihre Tauglichkeit und Wiederverwendung hin überprüft werden, und zwei Register bereits an eine südthüringische Gemeinde abgegeben werden konnten, wollen wir die alten Metallpfeifen gerne an die Volkacher und alle Interessierten abgeben. So kann sich jeder ein Stück der alten Orgel mit nach Hause nehmen“, erklärt er weiter.

Die einst der Größe nach sorgfältig drapierten Orgelpfeifen lagern nun hinter Bauzäunen verschlossen unterhalb der wuchtigen Orgelempore. Dort können sie nach jedem Gottesdienst gegen eine Spende erworben werden. Diese erfreuen sich bei den Gottesdienstbesuchern bereits hörbar größter Beliebtheit. „So wollen wir für die neue Orgel werben und weiterhin kräftig Spenden sammeln“, pflichtet ihm der Kirchenpfleger Karl-Peter Kohlhaupt bei.

Mit kreativen Ideen Geld für den Orgelneubau sammeln

Um diesen finanziellen Kraftakt zu stemmen –  der Neubau wird in etwa eine halbe Million Euro kosten –, können sich beide auf die Unterstützung einer Projektgruppe („Team Orgel“) verlassen, die mit den Methoden des Fundraisings ans Werk geht. „Beim Fundraising geht es darum, mit allerlei kreativen Methoden finanzielle Mittel für den Orgelneubau zu sammeln“, sagt Pfarrer Hofmann.

Er freue sich über das ehrenamtliche Engagement. So sei die Abgabe der Orgelpfeifen eine erste Idee der Gruppe gewesen, ein Orgelwein bereits auf den Weg gebracht. Er sei dankbar, wie viele Menschen sich einsetzten und mit ihren Spenden der Pfarrei bei der Realisierung des Projektes helfen. Bis zur Orgelweihe am vierten Adventssonntag ist es noch ein gutes Jahr hin. „Gemeinsam werden wir weiterhin an unserem Orgelprojekt arbeiten, um unseren noch ausstehenden Anteil von 200 000 Euro zu stemmen. Wir sind auf einen guten Weg“, sind sich Hofmann und Kohlhaupt einig.

Neue Orgel Volkach
Die Orgelmanufactur Vleugels aus Hardheim baut derzeit die neue Orgel für die Volkacher Pfarrkirche.
Diese umfasst rund 25 Register mit etwa 1200 Pfeifen, die über drei Manuale und das Pedal gespielt werden.
Die Gesamtkosten belaufen sich auf 500 000 Euro, davon tragen die Stadt Volkach 50 000 Euro sowie die Diözese Würzburg 150 000 Euro als Zuschuss.
Die Pfarrei selbst muss 300 000 Euro aufbringen.
Die Orgelweihe vollzieht am vierten Adventssonntag, 20. Dezember, Weihbischof Ulrich Boom.