MAINSONDHEIM

Ein Schmuckkästchen für Mainsondheim

Mit Fahnen geschmückte Straßen, Luftballons und Glockengeläut verkündeten am Sonntagnachmittag im Dettelbacher Stadtteil Mainsondheim etwas Großes. Und das war es auch: In der rund 550 Einwohner zählenden Gemeinde feierte man nicht nur die Einweihung des neuen Altares, sondern den Abschluss der Sanierungsarbeiten in der Pfarrkirche „Mariä Schmerzen“.
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Sanierung abgeschlossen: Nach rund neunmonatiger Bauzeit wurden die Renovierungsarbeiten in der Mainsondheimer Pfarrkirche „Mariä Schmerzen“ abgeschlossen. Unser Bild zeigt einen Blick auf den neuen Altar mit Ambo sowie den renovierten alten Altar.
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Mit Fahnen geschmückte Straßen, Luftballons und Glockengeläut verkündeten am Sonntagnachmittag im Dettelbacher Stadtteil Mainsondheim etwas Großes. Und das war es auch: In der rund 550 Einwohner zählenden Gemeinde feierte man nicht nur die Einweihung des neuen Altares, sondern den Abschluss der Sanierungsarbeiten in der Pfarrkirche „Mariä Schmerzen“.

Die Bau- und Verschönerungsarbeiten dauerten rund neun Monate und umfassten unter anderem die Anschaffung eines neuen Altars mit Ambo im Stil des vorhandenen Hauptaltars, das Anbringen einer hölzernen Treppe zur Kanzel, die Elektro-Installation in Sakristei und Altarraum, die Versetzung des Tabernakels vom Seiten- zum Hauptaltar und den kompletten Neuanstrich des Kircheninnenraums einschließlich der Sakristei.

Eine Heimat im Haus des Herrn

Selbst Bischof Friedhelm Hofmann war nach Mainsondheim gekommen, um mit den Gläubigen den festlichen Tag zu begehen. „Wir Menschen brauchen die Begegnungsstätte, um uns sicher zu werden, Gott ist da“, sagte der Bischof in seiner Festpredigt. Den Altar bezeichnete Hofmann als Symbol für Christus. Er dankte allen, die das Gotteshaus in ein „Schmuckkästchen“ umwandelten und stellte fest: „Wir können froh sein, dass wir im Hause des Herrn Heimat haben“.

Stadtpfarrer Johannes Messerer zeigte sich begeistert vom Idealismus, den viele Männer und Frauen bei den Sanierungsarbeiten an den Tag legten. Den Vorwurf, „die Kirchen wären nicht mehr kulturschaffend“, wies Messerer zurück. Als Beispiel hierzu führte er die jüngsten Baumaßnahmen mehrerer Kirchen in den Dettelbacher Ortsteilen und nicht zuletzt auch die Arbeiten in der Pfarrkirche Mariä Schmerzen in Mainsondheim auf.

Sein besonderer Dank galt Kirchenpfleger Elmar Högner und Domkapitular Jürgen Lenssen. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Matthias von Bechtolsheim sprach von einem Jahrhundert-Ereignis für Mainsondheim. Man könne stolz sein, bei diesem ergreifenden und elementaren Ereignis mit dabei zu sein. Das geschaffene Werk („klein, aber oho“) bezeichnete er als Arbeit von Menschen guten Willens.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf zirka 180 000 Euro, also etwa 40 000 Euro mehr, als zunächst angenommen. Seitens der Diözese wurde bisher ein Zuschuss in Höhe von etwa 50 000 Euro zugesichert. An Spendengeldern standen 20 000 Euro und an Eigenkapital 15 000 Euro zur Verfügung. 6000 Euro wurden in Form freiwilliger Helferstunden geleistet und die Stadt Dettelbach trägt zehn Prozent des denkmalpflegerischen Mehraufwandes. Laut Auskunft von Kirchenpfleger Elmar Högner wird man zwecks weiterer Zuschüsse noch einmal an die Diözese und die Stadt Dettelbacher herantreten.

Kirchen als Inseln der Stille

Landrätin Tamara Bischof war begeistert vom „kleinen, aber sehr feinen Gotteshaus“. Sie dankte den zahlreichen Helfern und Sponsoren, die das großartige Gemeinschaftswerk ermöglichten. „Gotteshäuser halten gegenüber anderen Bauwerken über Jahrhunderte, sie sind etwas Besonderes“, sagte sie. Bürgermeister Reinhold Kuhn gratulierte den Mainsondheimern für die unwahrscheinliche gemeinsame Leistung. „Menschen brauchen Räume zur Gemeinsamkeit, zur Einkehr, Ruhe und zum Gebet“, sagte Kuhn, der Kirchen als ideale Räume, als „Insel der Stille in unserer hektischen Zeit“ bezeichnete.

Musikalisch umrahmt wurde der Festgottesdienst mit Altarweihe durch Beiträge der „Mainsingers“. Zum Auftakt der Feierlichkeiten trafen sich die Gläubigen am Feuerwehrhaus, wo Bischof Friedhelm Hofmann von Stadtpfarrer Johannes Messerer offiziell begrüßt wurde. Nach mehreren Beiträgen des Kindergartens Mainsondheim zog man in Begleitung der Musikkapelle Mainsondheim/Dettelbach zur Pfarrkirche.

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