KITZINGEN
Auszeichnung

Ein Schlappmaul namens Waldi

Der Sportreporter Waldemar Hartmann ist das „Schlappmaul 2015“. Das gaben die Kitzinger Karnevalisten am Mittwochnachmittag bekannt.
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Waldemar Hartmann ein Schlappmaul
(fw) Der Sportreporter Waldemar Hartmann ist das „Schlappmaul 2015“. Das gaben die Kitzinger Karnevalisten am Mittwochnachmittag bekannt. Überreicht wird dem gebürtigen Nürnberger der Orden bei der Rosenmontagssitzung am 16. Februar. Foto: Foto: DPA
„Wenn nicht jetzt, wann dann?“ heißt ein Karnevalshit der kölschen Kultband „Die Höhner“. Und der passt perfekt auf das neue Schlappmaul Waldemar Hartmann: Im Sommer ist Deutschland Fußball-Weltmeister geworden, da lag es nahe, einem „Kenner der Fußballszene“ den Orden zu verleihen, wie es am Mittwoch bei der Präsentation des Siegers im Kitzinger Fastnachtmuseum hieß.

„Ganz so war es nicht,“ erzählt der Ehrenpräsident der Kitzinger Karnevalsgesellschaft (KiKaG), Norbert Schober, der wieder zusammen mit Senatspräsident Volkhard Groß den Preisträger ausgewählt hat. Initialzündung sei die Sendung „Wer wird Millionär“ bei Günther Jauch gewesen, so Schober. Seinerzeit hatte „Waldi“ als Telefonjoker gesagt, dass Deutschland noch nie im eigenen Land Weltmeister geworden ist, richtig wäre Brasilien gewesen.

Eine Blamage, die bundesweit für Gelächter sorgte, der Popularität des waschechten Franken (jawohl: in Nürnberg geboren!) aber nichts anhaben konnte. Schließlich ist „Weißbier-Waldi“ Kult seit der der legendären Beschimpfung 2003 durch den damaligen Bundestrainer Rudi Völler. Hartmann hatte danach sogar zeitweise eine „Bierrente“ bezogen.

Sprüche klopfen kann der 66-Jährige, der einst als Kneipenbesitzer (Waldys Club) sein Geld verdient hat und bis zu seinem unfreiwilligen Abschied der letzte Vertreter des Fußball-Stammtischs im Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen war. Wie Spötter sagen, als „Duz-Maschine“, wogegen sich Hartmann wortgewaltig zur Wehr gesetzt hat: Stammtisch sei nicht nur platt, dumm, bierselig. Basta!

Der über Tageszeitung und Hörfunk zum Fernsehen gekommene Preisträger bringt alle Voraussetzungen für den Schlappmaul-Orden mit, hat eine „gar trefflich lockere Zunge“. Und sicher weiß der Journalist ein „schlagkräftiges Wort“ zu führen, wenn er an Rosenmontag (16. Februar) in Kitzingen ans Mikrofon tritt. Rudi Völler ist übrigens nicht eingeladen, aber wer Laudatorin Claudia Roth von den Grünen kennt, braucht sich da keine Sorgen zu machen: Der Neue kriegt sein Fett weg, das lässt sich die Vizepräsidentin des Bundestages nicht nehmen.

Und noch einer ist wieder in Kitzingen dabei: Wolfgang Kubicki, der Ordensträger von 2013. Wie Lästermäuler sagen, damit der FDP-Mann endlich mal was zu lachen hat!

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