OCHSENFURT

Ein Ort für die soziale Ader

Die Berufsfachschule Ochsenfurt informiert potenzielle neue Schüler über ihr Ausbildungsangebot
Artikel drucken Artikel einbetten
Devon Williams (l.) und Dilo Leio bereiten die Häppchen für die Gäste des Infotages vor. Foto: Fotos: Jann Weckel
+2 Bilder

Eine moderne Küche mit mehreren Kochinseln; eine Wäscherei mit Waschmaschinen und Bügelstationen; ein Kinderzimmer mit Wickeltischen und Kinderbettchen: alles unter einem Dach. An der Berufsfachschule Ochsenfurt werden Ausbildungen in den Bereichen „Ernährung und Versorgung“ sowie „Kinderpflege“ angeboten. Beim jährlichen Infotag konnten die Interessierten sich einen ersten Eindruck verschaffen.

Das Schuljahr ist bald zur Hälfte vorbei, im Sommer werden wieder einige Absolventen der weiterführenden Schulen vor der schwierigen Entscheidung stehen: Wohin führt der berufliche Weg? Sich rechtzeitig zu informieren ist ratsam. Wer über eine soziale Ader verfügt, kann sein Glück an der Berufsfachschule in Ochsenfurt finden.

Eine der angebotenen Ausbildungen ist die zum Kinderpfleger. Oder – wie in den meisten Fällen – zur Kinderpflegerin. „Das ist besonders bei jungen Frauen eine sehr beliebte Ausbildung“, erzählt Johann Bux, Schulleiter in Vertretung am Ochsenfurter Standort des staatlichen beruflichen Schulzentrums Kitzingen-Ochsenfurt.

In zwei Jahren kann der Abschluss erworben werden, der dann beispielsweise zur Arbeit in Kindertagesstätten qualifiziert. Grundlegende Voraussetzung ist ein Mittelschulabschluss. „Und bitte auch ein Praktikum“, ergänzt Johann Bux. Viel zu oft gingen die Vorstellungen der Arbeit mit Kindern an der Realität vorbei.

„Sich um eine Gruppe von 20 Kindern zu kümmern, ist etwas anderes, als einen Nachmittag mit dem kleinen Geschwisterchen zu spielen“, so der Schulleiter.

Der Zweig „Ernährung und Versorgung“ brauche schon eher etwas Werbung und Aufklärungsarbeit. „Früher war das die Ausbildung zum Hauswirtschafter. Und Hauswirtschaft wird oft mit Haushalt gleichgesetzt“, erklärt Bux. Das sei nicht grundlegend falsch, doch die Arbeitsmöglichkeiten sind vielfältig.

Im zweiten Ausbildungsjahr bestehe zum Beispiel die Option, das Wahlpflichtfach „Gastronomie und Hotellerie“ zu belegen. Nach zwei Jahren wird der Abschluss „Staatlich geprüfte/-r Helfer/-in für Ernährung und Versorgung“ erlangt, dazu besteht noch die Option auf ein drittes Jahr. Dann wartet die Doppelqualifikation zum Assistent für Ernährung und Versorgung und staatlich geprüften Hauswirtschafter. „Bei entsprechender Leistung kann sogar der mittlere Schulabschluss erreicht werden.“ Voraussetzung für die Ausbildung ist lediglich die erfüllte Vollzeitschulpflicht von neun Jahren.

Die Erfahrungen sind positiv: „Viele Betriebe sind dankbar für breit ausgebildete Fachkräfte. Die Schüler sind am Ende der Ausbildung dann auch volljährig und haben eine gewisse Reife erreicht. Außerdem können sie viel für das Meistern des eigenen Lebens mitnehmen“, berichtet Johann Bux.

Sie betreiben auch die hauseigene „Essteria“, quasi eine Kantine von Schülern für Schüler. Wechselnde Gruppen bereiten hier vier Tage in der Woche rund 100 Essen täglich zu – und kümmern sich hinterher um den Abwasch.

Am Infotag hatten Dilo Leio (18) und Devon Williams (17) die Aufgabe, die Gäste mit selbst gemachten Snacks zu versorgen. Die beiden befinden sich im dritten und letzten Jahr. Dilo bekam die Ausbildung von der Agentur für Arbeit empfohlen und kann sich gut vorstellen, später in einer Küche zu arbeiten. Devon will sich noch in eine andere Richtung weiterbilden: „Ich würde gern noch eine Lehre als Elektriker machen“, gibt er zu.

Die jetzige Ausbildung deshalb abzubrechen, kommt für ihn nicht in Frage: „Wenn man etwas angefangen hat, dann sollte man es auch zu Ende bringen.“

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren