Wenn das Publikum in der Alten Synagoge in Kitzingen am Ende die Akteure mit stehenden Ovationen feiert, dann sagt das einiges. Zum Neujahrskonzert präsentierte die Stadt zusammen mit der Volkshochschule mit "Viva Voce" ein Gesangsquintett, das im Bereich der A-cappella-Musik zur deutschen Spitze zählt. Das zeigten die fünf Herren eindrucksvoll bei ihrem locker-beschwingten Auftritt, der eine Reise durch die 20 Jahre ihres Bestehens bot.

"Wir beginnen das Jahr voller Schwung, aber ohne Orchester. Es lebe die Stimme", leitete der zweite Bügermeister Klaus Heisel in seiner Begrüßung anfangs auf die Träger des Bayerischen Kulturpreises ein. Gleich zu Beginn sangen Viva Voce sich selbst "ein One-Night-Geburtstagsständchen", wie sie es nannten, das dann vom Publikum fortgesetzt wurde. Der voll besetzte Saal sang gleich mal mit.

Trompete täuschend echt imitiert

Auf die Frage, wer denn noch ein Jubiläum an dem Tag hat, ging doch prompt eine Hand hoch. Ja, Jens aus Marktsteft hatte tatsächlich Geburtstag. Mit dem "Smalltalk-Checker" folgte der launige Einstand in den gut zweistündigen Abend, bei dem das Ensemble seine Entertainer-Qualitäten unter Beweis stellte. Nicht nur mit ihren Stimmen überzeugten die fünf Herren aus dem Ansbacher Raum, von denen drei 1994 gemeinsam beim Windsbacher Knabenchor begannen. Originell und klasse, wie sie die Klänge eines Schlagzeugs, oder einer Trompete täuschend echt imitierten.

Das Programm von Viva Voce bot einen Querschnitt aus ihrem enormen Repertoire, zu Fotos aus alten Tagen hatten die Fünf manche Anekdote parat, oder auch Lieder. Wie "Back for Good" von Take That, mit der sie ihre Anfangszeit als "Boygroup" untermalten.

Toll waren ihre Interpretationen zu Helene Fischers "Atemlos", oder wie sie Hits von Queen, Seeed, oder Kris Kross in ihre Versionen stülpten. Einen Geburtstagsgruß von Liedermacher Bodo Wartke untermalten sie, ehe die fünf Herren sich als Gospel-Sänger auch in die entsprechenden Kleider schmissen und wirbelten. Allein die Überleitung mit Paul Simons "You can call me Al", abgewandelt in "Wo ist denn hier die Pippibox" war allein das Eintrittsgeld wert.

Der zweite Teil begann mit einer deutschen Fassung von "Highway to hell", dem das Quintett ein Medley folgen ließ. Viva Voce beherrscht auch das klassische Terrain, etwa beim "Halleluja" von Leonard Cohen und vor allem, als David Lugert aus Verdis "La Traviata" sang. Dem mischte die Truppe gekonnt und lustig Rammstein, genauso wie Heino unter, auch diese Stimmen beherrschten sie.

Ständchen am CD-Stand

Die Zuhörer durfte auch mitsingen, ehe als Zugaben ein Beatles-Medley und ein U2-Stück den tollen Abend abrundeten. Ganz zum Abschluss boten die Fünf zu später Stunde tatsächlich noch am Verkaufsstand im Foyer "ein CD-Ständchen", wie sie sagten, mit dem "'s Leben ist wie ein Traum" der Spider Murphy Gang.

Das Publikum, darunter viel Prominenz aus dem Landkreis, durfte genauso zufrieden mit dem gewesen sein, wie Organisator und VHS-Leiter Richard Arndt-Landeck. "Mit Viva Voce waren wir seit Jahren im Gespräch, umso schöner dass es mal geklappt hat." Die fünf Vokalartisten dürfe gerne mal wieder kommen, darauf hätten nicht nur sie Lust.