Sehr gut besucht war die Jahreshauptversammlung des Sportvereins Michelfeld am Freitagabend in der Alten Schule des Marktstefter Stadtteils: Von den gut 180 Mitgliedern war knapp ein Drittel erschienen. Hauptgrund für das große Interesse dürften die Planungen des Vorstands für den Neubau der Vereinshütte sein.

Das derzeitige Vereinsheim des Sportvereins, eine Holz-Baracke, die einst an der Startbahn West in Frankfurt gestanden war und in Michelfeld weit über 30 Jahre auf dem Buckel hat, ist marode. „Das Holz ist morsch, die Mäuse fressen sich durch“, sagte Vorsitzender Armin Schmidt zum Zustand des Gebäudes. Dazu kommt, dass die Hütte so gut wie nicht isoliert ist und die Heizkosten davongaloppieren. So richtig Spaß macht der Aufenthalt dort nicht mehr.

Und das in einer Zeit, in der es mit der Jugendarbeit deutlich nach oben geht: 50 der 186 Mitglieder des Vereins sind jünger als 18 Jahre, zwei Jugend-Mannschaften hat der Verein für die kommende Saison gemeldet, mit Eberhard Schweigert steht ein engagierter Jugendtrainer zur Verfügung, der es schafft, auch zu motivieren. „Ein Neubau soll auch als Signal für die Jugend gesehen werden“, warb Schmidt, denn die Jugend sei die Zukunft des Vereins, und die brauche auch ein Domizil.

40 000 Euro, so hatte es sich der Vorstand vorrechnen lassen, würde der Neubau einer nur unwesentlich größeren Hütte kosten. Die allerdings massiv gemauert, und ordentlich wärmeisoliert. Der Haken: die 40 000 Euro sind nur Materialkosten. Bis auf Ausnahmen, eine Aufsicht etwa beim Mauern und beim Dachdecken, müssten alle Arbeiten in Eigenleistung durch die Vereinsmitglieder erfolgen.

Zwar kann der Verein, das wurde beim Kassenbericht deutlich, auf ein Vermögen von knapp 40 000 Euro zurückgreifen. Doch der Vorstand ist vorsichtig. „Mehr als 25 000 Euro können von uns nicht investiert werden“, sagte Schmidt. Zehn Prozent, also 4000 Euro wird die Stadt zu schießen, ein Spende von den Landfrauen bringt weitere 2000 Euro und 3000 Euro könnten bei den Materialkosten noch eingespart werden.

Bleibt eine Deckungslücke von 6000 Euro. Und die möchten die SV‘ler mit einem Spendenaufruf an alle Michelfelder zusammenbekommen. Auch hier zeigt sich Schmidt zuversichtlich. Den Vorschlag aus der Versammlung, sich quasi einen eigenen Kredit aus der Vereinskasse zu gewähren, lehnte Schmidt kategorisch ab: Die Einnahmen seien in den vergangenen Jahren rückläufig, auch wenn es noch einen leichten Überschuss gebe. Um den Betrieb aufrecht zu erhalten, der Verein muss regelmäßig Abgaben an den Verband leisten, brauche der Verein ein finanzielles Polster.

Und so machte Schmidt auf Nachfrage auch deutlich, dass mit dem Bau erst dann begonnen werde, wenn die Finanzierung komplett steht, also auch genügend Spenden eingegangen sind. Eine Abstimmung zeigte dann, dass die Vereinsmitglieder mit dem Verfahren einverstanden sind, kaum eine Hand bleib unten.

Kritisch bleibt nach wie vor das alljährliche Handballturnier, das auch 2011 kaum einen finanziellen Gewinn für den Verein abwarf. Trotzdem sagte Schriftführer Matthias Popp zu, auch 2012 noch einmal zu versuchen, „ein ordentliches Turnier auf die Beine zu stellen“. Wichtig wird auch die Überarbeitung der Vereinssatzung. Die alte ist noch aus dem Gründungsjahr 1947 und nicht mehr zeitgemäß.

Geehrt wurden für 30-jährige Mitgliedschaft Waltraud Fechner, Doris Höhn, Cornelia Holler, Horst Keim, Peter Miethner, Hans Georg Popp und Jutta Schweigert; für 20 Jahre Wolfgang Fechner; für 15 Jahre Martin Götz, Barbara Röder und Salvatore Trigilia; für zehn Jahre Ildiko Heinkel, Doris und Gerhard Hörlin, Manuela und Mathilde Schmidt, Birgit und Konrad Unser.