KITZINGEN

Ein Netzwerk zum Schutz der Kleinsten

Vor sechs Jahren gab es den ersten Runden Tisch Frühe Hilfen im Landkreis Kitzingen. Jetzt wurde eine Kinderschutzkonzeption unterschrieben.
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Landrätin Tamara Bischof unterzeichnet die Kinderschutzkonzeption des Landkreises Kitzingen im Beisein der KoKi-Mitarbeiterinnen Cornelia Röder (links) und Yvonne Bilz (rechts) sowie vieler Netzwerkpartner der Frühe Hilfen. Foto: Foto: Corinna Petzold

Vor sechs Jahren gab es den ersten Runden Tisch Frühe Hilfen im Landkreis Kitzingen. Initiiert von der Koordinierenden Kinderschutzstelle (KoKi) – dem Fachdienst Frühe Hilfen im Landratsamt – wurden seitdem verschiedene Themen behandelt, mit dem Ziel, sich besser zu vernetzen. Die Ergebnisse der Runden Tische flossen nun in die Kinderschutzkonzeption ein, die von allen Netzwerkpartnern offiziell unterschrieben wurde, heißt es in einer Mitteilung aus dem Landratsamt.

Besondere Aufmerksamkeit

„Exakt auf den Tag genau vor sechs Jahren, nämlich am 4. Juli 2012, habe ich im Paul- Eber-Haus gemeinsam mit Ihnen den ersten Runden Tisch Frühe Hilfen eröffnet“, erinnerte Landrätin Tamara Bischof an die Anfänge. Ziel ist es seitdem, den kleinsten Bürgern besondere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. „Wir hatten uns vorgenommen, sehr viel früher zu schauen, wie es um die Kinder steht – möglichst schon von Geburt an, besser sogar noch davor“, so die Landrätin.

Um dies zu erreichen, sei ein starkes Netzwerk nötig, weshalb der Runde Tisch Frühe Hilfen gegründet wurde. In den vergangenen Jahren wurden unter anderem die Themen Definition und Interpretation von Kindeswohlgefährdung, Gefährdungseinschätzung nach dem Ampelsystem, das abgestufte Vorgehen bei Gefährdungsanzeichen, der Datenschutz, Hilfs- und Eingriffsmöglichkeiten bei häuslicher Gewalt und vieles andere mehr behandelt.

Familien stützen

Die Erkenntnisse aus den Runden Tischen flossen als fachtheoretische Basis in die Kinderschutzkonzeption ein, die die Angebotsstruktur des Landkreises im Bereich der Frühen Hilfen abbildet und nun eine gemeinsame Handlungsbasis sowie eine Richtschnur zur Vorgehensweise in Kinderschutzfällen gibt, heißt es in der Mitteilung weiter. „Wir sind auf dem richtigen Weg und unserem Ziel, Familien zu stützen und damit Kinder zu schützen, ein ganzes Stück näher gekommen“, betonte Bischof. Die Zielgruppen würden besser erreicht werden, Hemmschwellen werden abgebaut, so dass sich mittlerweile immer mehr Familien selbst bei der KoKi melden, aktuell etwa die Hälfte. 2017 wurden 85 Fälle betreut, aktuell werden 33 Fälle aus 2017 weiterbetreut und es kamen 30 neue Kontakte hinzu.

„Frühe Hilfen wirken als Türöffner für andere Hilfsangebote“, zeigte sich die Landrätin zufrieden, gab aber auch gleich die Aufgabe für die Zukunft mit auf den Weg: „Das Fundament ist gelegt, nun müssen wir es ausbauen und festigen.“ Nachdem sie die Kinderschutzkonzeption unterschrieben hatte, folgten die weiteren Netzwerkpartner, heißt es zum Abschluss der Mitteilung.

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