SCHWARZENAU/WÜRZBURG

Ein Mann, der vielfältige Arbeitsplätze schuf

„Oft haben Sie ungewöhnliche Wege beschritten für das Wohl der Menschen mit Behinderung und all dies, noch bevor das Wort Inklusion in aller Munde war. Das sagte Tina Winter, Bundesvorstandsmitglied der Bundesvereinigung Lebenshilfe, bei der Verabschiedung von Werner Sendner, dem Geschäftsführer der Mainfränkischen Werkstätten.
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Große Ehre: Gerührt lässt Werner Sender (links), ehemaliger Geschäftsführer der Mainfränkischen Werkstätten, Tina Winter, Bundesvorstandsmitglied der Bundesvereinigung Lebenshilfe die goldene Ehrennadel an sein Revers heften. Foto: Foto: Mareike Matz

„Oft haben Sie ungewöhnliche Wege beschritten für das Wohl der Menschen mit Behinderung und all dies, noch bevor das Wort Inklusion in aller Munde war. Das sagte Tina Winter, Bundesvorstandsmitglied der Bundesvereinigung Lebenshilfe, bei der Verabschiedung von Werner Sendner, dem Geschäftsführer der Mainfränkischen Werkstätten.

Dank Sendner seien die Werkstätten zu einem Unternehmen geworden, „in dem Menschen mit Behinderung die Wahl haben, den Beruf auszuüben, den sie möchten“. Gerührt nahm Sendner die goldene Ehrennadel der Bundesvereinigung Lebenshilfe und eine Urkunde entgegen. Nach rund 22 Jahren als Geschäftsführer wurde der 65-Jährige offiziell in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Die Aufgabe übernimmt nun Dieter Körber, Diplom-Ökonom, der zuvor bereits sechs Jahre als kaufmännischer Leiter und Prokurist in den Mainfränkischen Werkstätten tätig war.

Knapp 100 Freunde, Bekannte und Wegbegleiter waren zur Feier der Betriebsstätte „Im Kreuz“ gekommen. So auch Barbara Stamm, Präsidentin des Bayerischen Landtages und Vorsitzende des Lebenshilfe-Landesverbandes Bayern, die trotz engen Terminplans an der Verabschiedung teilnahm. Sie betonte, dass sie sehr viel mit den Mainfränkischen Werkstätten verbinde und Sendner sowohl die Einrichtung als auch die Lebenshilfe stark geprägt habe.

Tierpark und Zentralküche

In der dreistündigen Veranstaltung hatten die Gäste Gelegenheit, noch einmal einen Blick über die letzten 22 Jahre schweifen zu lassen. Die Redner sprachen Werner Sendner vor allem für die Schaffung neuartiger und vor allem vielfältiger Arbeitsplätze, wie dem Tierpark Sommerhausen oder der Zentralküche Kitzingen, ihren Respekt aus.

Der gebürtige Schwarzenauer erinnerte an freudige Momente, die ihm für immer im Gedächtnis geblieben sind, beispielsweise ein Besuch mit Werkstattmitarbeitern in der Allianz-Arena oder der Beginn des Theaters Augenblick. „Etwas ganz besonderes war für mich auch die Erkenntnis, was man mit Tieren alles bewirken kann“, sagte Sendner: „Ich erinnere mich als wäre es gestern gewesen, dass ein Mitarbeiter mit Autismus durch die Arbeit mit den Tieren so viel aufgeschlossener und offener anderen Menschen gegenüber wurde.“ Sendner weiter: „Das sind Erlebnisse, die ich nie vergessen werde!“

Für eine lockere Veranstaltung sorgten die Aerobic-Gruppe der Mainfränkischen Werkstätten und die Band „Mosaik feat. Steffi List“, die mit einem selbstgeschriebenen Song über Sendner die eine oder andere Träne hervorlockte. Begrüßung und Moderation übernahm der Aufsichtsratsvorsitzende der Mainfränkischen Werkstätten, Ulli Arnold.

Zuletzt verriet Sendner sein Rezept gegen Langeweile im Ruhestand: „Ich habe meiner Frau versprochen, mehr Zeit mit ihr zu verbringen und auch die eine oder andere Reise zu unternehmen. Und ich werde mich mehr um meine Enkel und den Haushalt kümmern. Zu guter Letzt werde ich als Geschäftsführer der Mainfrankenhof GmbH mein Hobby – die Landwirtschaft – zum Beruf machen.“

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