Stadelschwarzach
Portrait

Ein Leben für Stadelschwarzach

Wo es Verantwortung zu übernehmen gab, war er zur Stelle. Jetzt feierte Andreas Ebert seinen 90.Geburtstag.
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Einer von vielen Gratulanten: Lothar Ebert, dritter Bürgermeister und Neffe vop Andreas Ebert.  Foto: Berthel
Einer von vielen Gratulanten: Lothar Ebert, dritter Bürgermeister und Neffe vop Andreas Ebert. Foto: Berthel
Ein Leben für das Ehrenamt. Kirchenpfleger, stellvertretender Kommandant, Feldgeschworener, Kassier, Sammler für Kriegsgräber, Gründungsmitglied Soldatenkameradschaft, Gemeinderat - das alles sind Aufgaben, denen Andreas Ebert in den zurückliegenden Jahrzehnten ehrenamtlich nachgegangen ist. Der Stadelschwarzacher Altlandwirt Andreas Ebert führte ein Leben für die Gemeinschaft Stadelschwarzach. Wo es Verantwortung zu übernehmen gab, war er vor Ort und versuchte stets mit Sinn, Verstand und viel Leidenschaft die Gesellschaft voranzubringen. Am vergangen Montag feierte der Vater von sechs Kindern seinen 90. Geburtstag.

Zweimal im Krieg verletzt

Andreas Ebert wurde als drittes von acht Kindern der Bauernfamilie Josef und Maria Ebert am 27. Mai 1923 in Stadelschwarzach geboren und arbeitete nach dem Besuch der Volks und Fortbildungsschule auf dem Hof seiner Eltern mit. 1942 wurde er zum Infanterieregiment 173 in Würzburg eingezogen. In Russland nahm er 1944 an der Eroberung Krims teil. Zweimal wurde er dabei verwundet. In Warschau geriet er in russische Gefangenschaft, aus der im September 1945 entlassen wurde. 1955 übernahm Andreas Ebert den landwirtschaftlichen Hof seiner Eltern, den er bis zur Übergabe an seinem Sohn Josef im Jahr 1981 bewirtschaftete. Stets an seiner Seite seine Ehefrau Albina, geb. Fleischmann, der er am 12. Februar 1952 in der St. Bartholomäuskirche das Ja-Wort gab.

Andreas Ebert hatte neben der Sorge für seine Familie viele Leidenschaften, doch eine der größten war wohl die für die Waldkörperschaft bei der er über vierzig Jahre Kassier und quasi Zeugwart war. Neben den Finanzen war er verantwortlich für die Ausstattung, Erhalt und Pflege der Arbeitsgeräte für die Stadelschwarzacher Waldarbeiter. Viele Jahrzehnte war er der Mann für das Schleifen der Motorsäge-Ketten und das mit Hand und Feile. Bis in hohe Alter von über 80 Jahren fehlte er bei keinem Waldarbeitsgang.

Von 1945 bis 1955 war Andreas Ebert stellvertretender Kommandant der freiwilligen Ortsfeuerwehr. Von 1962 an gehörte er zu den Feldgeschworenen, deren Obmann er 20 Jahre lang war. Ab dem Jahr 1966 bis zur Eingemeindung 1972 war der Jubilar Gemeinderatsmitglied in Stadelschwarzach. Ebenfalls stand Andreas Ebert 20 Jahre an der Führung der Stadelschwarzacher Jagdgenossenschaft, und kümmerte sich nach dieser Zeit nochmals 20 Jahre die Kasse. In der Kirchengemeinde wirkte er 24 Jahre als Kirchenrat und trug als Kirchenpfleger die Hauptverantwortung bei der großen Sanierung des Gotteshauses Anfang der sechziger Jahre unter Pfarrer Josef Zobel. Auf die Dankesurkunde des Würzburger Bischofs ist er sehr stolz.

Zahlreiche Auszeichnungen

Der VdK zeichnete ihn ebenso wie die Feuerwehr für Jahrzehnte langer Mitgliedschaft mir dem goldenen Ehrenzeichen aus. Bei der Soldatenkameradschaft Stadelschwarzach gehört er zu den Wiedergründungsmitgliedern und hat jahrelang als Beisitzer große Verdienste erworben. Mehrfach ausgezeichnet ist er Träger des "Großen Verdienstkreuzes in Gold" und als langjähriger Sammler für den Volksbund Deutscher Kriegsgräber auch der "Silbernen Verdienstspange". Die Soldatenkameradschaft hat ihn zum Ehrenmitglied ernannt. Sein politisches Herz hängt seit Jahrzehnten bei der CSU, welche Andreas Ebert auch schon mehrfach geehrt hat. 2005 wurde er von Landrätin Tamara Bischof für seine 40-jährige Siebenertätigkeit bei den Feldgeschworenen geehrt. Für sein außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement wurde er 2008 von der Stadt Prichsenstadt mit der Bürgermedaille ausgezeichnet. Bis ins hohe Alter war Andreas Ebert körperlich und geistig sehr fit und verbrachte viel Zeit in der Natur. Nur allzu oft sah man ihn selbst bei Minusgraden mit seinem Fahrrad durch die Fluren und durchs Dorf fahren. Der gläubige Christ fehlte auch, solange es seine Gesundheit zuließ, bei keinem Sonntags-Gottesdienst.

Zu den vielen Gratulanten an seinem Jubeltag zählten neben seinen zwei Söhnen und vier Töchtern mit Familien - darunter 14 Enkelkinder und 13 Urenkel - auch seine Geschwister. Die Stadelschwarzacher Vereine gratulierten mit ihren Abordnungen. Große Freude bereitete Andreas Ebert die Blaskapelle Stadelschwarzach, die ihm ein musikalischen Geburtstagsständchen spielte.

Für die Kirchengemeinde überbrachte Kirchenpfleger Gerhard Berthel die Geburtstagsgrüße. Die Stadt Prichsenstadt gratulierte in Person von Lothar Ebert, 3. Bürgermeister und gleichzeitig auch Neffe des Jubilars.
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