Kitzingen

Ein Lächeln schenken: Neue Hilfe für Kinder in Kitzingen

Nicht alle Kinder starten mit den gleichen Chancen ins Leben. Um armen Kitzinger Buben und Mädchen zu helfen, gibt es nun eine neue Initiative in der Kreisstadt.
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Sie wollen Kitzinger Kindern ein Lächeln schenken (von links): Sozialpädagogin Sabine Staab, Pfarrer Thilo Koch, Pfarrer Gerhard Spöckl, Michael Radtke, Leiter des Kindergartens St. Johannes, Integrationsreferentin Astrid Glos, Heike Jutzi, Leiterin des Kindergartens in der Schreibersgasse, Landrätin Tamara Bischof, OB Siegfried Müller, Monika Maier, Leiterin des Kindergartens St. Elisabeth, und Schulreferent Uwe Pfeiffle. Foto: Julia Lucia

Da soll nochmal jemand sagen, große Institutionen bewegen sich langsam: Innerhalb einer Woche organisierte Pfarrer Gerhard Spöckl mit seinem evangelischem Kollegen Thilo Koch die ökumenische Initiative Kindern ein Lächeln schenken. Das Ziel: Allen Kitzinger Kindern Möglichkeiten geben, gut ins Leben finden. Denn auch im Landkreis leben 4,2 Prozent aller Kinder (bis 15 Jahre) in einer Armutslage. 2017 waren es laut einer Bertelsmann-Studie bundesweit 21 Prozent. 

Konkret geht es darum, Kindern aus Kitzinger Familien, die in Armut leben, unbürokratisch und schnell zu helfen. Ein Paar Turnschläppchen, Stifte für die Schule oder auch mal der Zuschuss für eine Klassenfahrt – solche Ausgaben sollen über die neue Initiative abgedeckt werden. "Oder die Brotzeit oder das warme Mittagessen", sagt Monika Maier, Leiterin des Hauses für Kinder St. Elisabeth, und berichtet von einem Kind, das am Monatsende nichts mehr in seiner Brotzeitbox hat. 

Es wird kein Geld weitergegeben

Über sie und ihre Kollegen von den 14 Kitzinger Kindertagesstätten, den zwei Grundschulen und dem Hort können Eltern Anträge auf Unterstützung stellen. Der Grund ist einfach: "Wir kennen unsere Familien", sagt Maier. Schmarotzer sollen so keine Chance bekommen, an Spenden zu gelangen. Deswegen werden auch nur Sachwerte an die Familien weitergeben, kein Geld.

"Wir wollen, dass die Kinder direkt etwas davon haben", erklärt Spöckl. Wichtig ist ihm und seinen Mitstreitern auch, dass die Hilfe nur eine Unterstützung für diese Familien sein soll. Eltern sollen auch weiterhin Eigeninitiative zeigen und immer wieder betont er: Es gibt bereits Hilfe von der Politik. Auch der Landkreis hilft wo er kann. Aber: Viele scheuen den Weg zu Amt. Deswegen dieses niederschwellige Angebot. "Wir wollen Kitzingen zu einer sozialen Stadt machen", sagt Spöckl. "Wir wollen Kindern ein Lächeln schenken." 

Initiative ist auf Spenden angewiesen

Um Kindern Träume zu erfüllen und den Alltag zu erleichtern, ist die Initiative auf Spenden angewiesen. 1000 Euro kommen von der Pfarrei St. Vinzenz. Die Ehrenamtlichen haben auf ihre Weihnachtsgeschenke verzichtet, erklärt Spöckl.

Auch Schulreferent Uwe Pfeiffle und Integrationsreferentin Astrid Glos kamen nicht mit leeren Händen zur Vorstellung der neuen Initiative. 300 Euro gibt es aus dem Referentenbudget von Pfeiffle, 200 aus dem von Glos. Oberbürgermeister Siegfried Müller findet die  Initiative gut und versprach wie Landrätin Tamara Bischof die Werbetrommel zu rühren.

Damit die Spenden auch zu 100 Prozent bei den Kitzinger Buben und Mädchen ankommen, übernehmen die Pfarrbüros Arbeit, Organisation und Bürokratie.  

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