MAINBERNHEIM/FRANKFURT

Ein Kleid aus Fahrradschläuchen

Laura Weiglein hat einen Traum. Sie möchte Modeschöpferin werden. Ein großes Etappenziel liegt ein paar hundert Klicks entfernt. Der „Frankfurt Style Award“ ist einer der renommiertesten und wichtigsten Wettbewerbe für junge Modeschöpfer in der Ausbildung. Ein Sprungbrett sozusagen. Und auf das möchte die gebürtige Mainbernheimerin gerne aufsteigen.
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Konzentriert bei der Sache: Julia Weiglein arbeitet an ihrem Entwurf für den internationalen Modewettbewerb. Foto: Foto: Privat
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Laura Weiglein hat einen Traum. Sie möchte Modeschöpferin werden. Ein großes Etappenziel liegt ein paar hundert Klicks entfernt. Der „Frankfurt Style Award“ ist einer der renommiertesten und wichtigsten Wettbewerbe für junge Modeschöpfer in der Ausbildung. Ein Sprungbrett sozusagen. Und auf das möchte die gebürtige Mainbernheimerin gerne aufsteigen.

„Ich habe mich schon immer für Mode interessiert“, erzählt Laura, die vor eineinhalb Jahren ihren Abschluss an der Richard-Rother-Realschule gemacht hat. Ihr Berufsziel stand für sie früh fest. Gleich nach dem Schulabschluss hat sich Laura auf die Suche gemacht, hat Modeschulen in Deutschland angeschrieben und angerufen. In Sigmaringen war sie zwei Wochen lang auf einem „Camp“ für interessierte Einsteiger. Das Feuer war entfacht. „Ich habe die Aufnahmeprüfung bestanden und seither habe ich ganz viel Spaß an der Ausbildung“, erzählt sie.

Noch mehr Spaß würde es ihr machen, wenn sie tatsächlich die nächste Stufe im renommierten Frankfurter Wettbewerb erreichen könnte, das Finale. Schüler von Modeschulen aus der ganzen Welt können an diesem Wettbewerb teilnehmen. Die einzige Voraussetzung: Sie müssen 18 Jahre alt sein und die jeweiligen Themen umsetzen. In diesem Jahr geht es um Nachhaltigkeit, um Recycling, um Zukunftsvisionen. Eines von drei Unterthemen lautet, aus Bestehendem etwas Neues zu kreieren. Und in diesem Bereich ist Laura mit ihrem Entwurf kurz vor der Ziellinie.

Ihre Idee klingt auf den ersten Blick waghalsig: aus alten Fahrradteilen ein Kleid nähen. „Mich haben die Fahrradreifen und der Fahrradschlauch zu einem Entwurf inspiriert“, erklärt sie. Beim Spazierengehen ist ihr die Idee gekommen. Einfach so. „Plötzlich hat es Klick gemacht“, sagt sie. Und schon hat sie sich an den Entwurf gemacht. „Bei dem Schnitt habe ich mich speziell an den Fahrradrädern orientiert“, erklärt Laura, die parallel zur Modeschule eine Ausbildung zur Maßschneiderin macht. Die Hohlräume, die durch die Speichen entstehen, haben sie dazu inspiriert, einige Körperstellen unbedeckt zu lassen. „Um aus dem sehr robusten Material etwas Hochwertiges und Feminines zu kreieren, habe ich verspielte Details eingebracht.“

Für ihren Entwurf mit dem Titel „Futuro Sconfinato“ (Zukunft ohne Grenzen) hat sie viel Lob eingeheimst. Ob aus dem Entwurf tatsächlich ein Kleid wird, hängt nun von den Klicks ab, die sie auf Facebook bekommt. Rund 300 so genannte Likes hat Laura bislang sammeln können und liegt damit auf Rang zwei. Ihre stärkste Konkurrentin hat allerdings schon rund 3000 Klicks. Bis Montag läuft das Voting. „Vielleicht geht ja übers Wochenende doch noch einiges“, hofft die 18-Jährige.

Falls es doch nichts mit dem Finale wird, geht die Welt nicht unter. „Dann mache ich im nächsten Jahr bestimmt wieder mit“, kündigt sie an. Und ihr langfristiges Ziel verliert sie sowieso nicht aus den Augen. In einer großen Modefirma möchte Laura künftig im kreativen Bereich arbeiten, Kleider entwerfen. Und falls die Modewelt eines Tages Kleider aus Fahrradreifen und Fahrradschläuchen für sich entdeckt, hat Laura schon einmal einen unschätzbaren Wissensvorsprung.

Wer Laura unterstützen möchte, der kann bei Facebook unter „Style Award - Fotos“ ihren Entwurf „liken“ und natürlich fleißig teilen.

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