Kitzingen

Ein Kitzinger Urgestein geht in Pension

Seit über 40 Jahren gehört erster Polizeihauptkommissar Schinzel der Polizeiinspektion in Kitzingen an. Zum 1. September geht der 61-jährige, stellvertretende Dienststellenleiter in Pension.
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Polizeipräsident Gerhard Kallert (rechts) verabschiedet ersten Polizeihauptkommissar Joachim Schinzel nach 41 Jahren bei der Kitzinger Inspektion. Foto: Polizei

Seit über 40 Jahren gehört erster Polizeihauptkommissar Schinzel der Polizeiinspektion in Kitzingen an. Zum 1. September geht der 61-jährige, stellvertretende Dienststellenleiter in Pension und übergibt seinen Posten an Polizeihauptkommissar Armin Fuchs, heißt es in einer Pressemitteilung. Joachim Schinzel gilt auf seiner Dienststelle als Urgestein, das eine große Lücke hinterlassen wird.

Mit 17 Jahren begann Joachim Schinzel seine Laufbahn bei der bayerischen Polizei und machte bei der Bereitschaftspolizei in Nürnberg seine Ausbildung in der zweiten Qualifikationsebene. Nach seiner Zeit bei der Einsatzhundertschaft, die er ebenfalls in Nürnberg ableistete, kehrte er ins heimische Unterfranken zurück.

Versetzung nach Kitzingen

Im September 1978 wurde Joachim Schinzel zur Polizeiinspektion Kitzingen versetzt. Abgesehen von einigen Abordnungen oder der Studienzeit zur dritten Qualifikationsebene hat er die Dienststelle nie verlassen. 41 Jahre lang leistete er seinen Dienst in der Stadt am Main, die vergangenen vier Jahre als stellvertretender Dienststellenleiter.

Zuvor war er als Schichtbeamter und als Dienstgruppenleiter tätig. Sein Dienstgebiet und seine Mannschaft kennt er wie kein anderer. Sein Lob galt besonders dem Betriebsklima innerhalb der Belegschaft, aber auch der guten Zusammenarbeit mit ansässigen Behörden und Hilfsorganisationen. Für ihn bot die Polizeiinspektion Kitzingen den Einsatz in der gesamten Palette polizeilicher Arbeit: "Und dies noch in einem landschaftlich wunderschönen Landkreis“, sagte er.

Berufswahl nie bereut

Joachim Schinzel geht nach eigenen Aussagen mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Polizeibeamter war von Anfang an mein Berufswunsch und wenn ich auf 45 Jahre zurück blicke, dann gibt es keinen Tag, an dem ich meine Berufswahl bereut habe“ sagte Schinzel. Erlebt hat er Manches: Er erlebte den Wechsel vom eher militärisch ausgerichtetem Ausbildungsstil bis hin zum aktuell kooperativen Führungsstil bei der bayerischen Polizei.

In Kitzingen gehörte auch die Umsetzung digitaler Herausforderungen dazu. Als junger Beamter tippte der jetzige erste Polizeihauptkommissar noch an der Schreibmaschine oder mit Fernschreiber samt Lochstreifen und fuhr mit dem Polizeikäfer Streife. Der wurde mittlerweile gegen moderne Streifenwagen ausgetauscht, erinnerte er sich. "Außerdem sitzen die Beamten heute vor dem PC, arbeiten mit Smartphone, Digitalfunk oder der Body-Cam".

Was zukünftig an technischen Neuerungen noch alles kommt, wird Joachim Schinzel nicht mehr live im Dienst mitverfolgen. Ab dem 1. September ist er im Ruhestand. Fehlen werden ihm „die Kollegen und die guten Gesprächen mit diesen“, gibt er offen zu. Er freue sich aber auch auf mehr Zeit für die Familie und seine Hobbies und möchte seine neu gewonnene Freizeit vor allem ruhig und entspannt angehen lassen.

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